Re: Zertifikate

Geschrieben von Francisco d-Anconia am 27.01.2007 14:27:00:

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>prinz_eisenherz:

nicht schlecht deine Definitionen zur den Gewaltursachen und Ausbrüchen. Aber was ist mit der Freude an Gewalt, das voyeristische Sehen derselbigen, aber auch das Anwenden von Gewalt, bedingt aus purer Übersättigung, aus Reizarmut, weil alle materiellen Dinge, aber auch die normalen Gefühls- und Triebanstöße, alles was man sich nur wünschen kann, gestillt sind und werden? Was dann?
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>Ich meine, ein nicht unerheblicher Teil der Gewalt in unseren westlichen Wohlstandsgesellschaften beruht auf dieser Ursache und ihren Wirkungen. Zugegeben, mehr unter den sogenannten Wohlstandbürgern verbreitet, mit Reichtum auf hohem Niveau.

Faultier:

Wenn ich das entsprechend auf Partnerschaft (Ehe...) eingegrenzt betrachte, so fällt das mit unter Punkt 1.


>prinz_eisenherz:

Die kriegerischen Gewalt, so schlage ich vor, die ersparen wir uns. Was dafür die Ursachen sind, das wissen Tom und Jerry besser, denn die werden von Berge gestoßen, denen explodiert eine Sprengladung nach der anderen in der Hand und trotzdem stehen sie immer wieder auf und versuchen es aufs Neue :)).

Faultier:

Genau, auch das wollte ich ausgegrenzt wissen. Übrigens, ich stehe drauf, wenn sie sich gewalttätig gibt - aber schreiben wir darüber lieber an anderer Stelle.

Hier wollen wir doch die Frage der Erhaltung und Vermehrung unserer Privatvermögen in den Mittelpunkt der Diskussion stellen. Francesco und der Gastronom haben ja schon die Zertifikate näher beleuchtet. In normalen Zeiten recht liquide, aber was ist im Falle des Zusammenbruchs der Finanzmärkte? Ich sehe da die Bedienfähigkeit der Emittenten stark eingeschränkt ( hatten wir noch nicht, es sei denn 1987 ? da war ich noch nicht dabei )

Das Faultier

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Kapitalanlagen durch Investitionen in Zertifikate
Zertifikate haben sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil in den Depots langfristig und strategisch agierender Privatanleger entwickelt. So steht nicht mehr nur die Suche nach aussichtsreichen Aktien und Märkten im Mittelpunkt, sondern es interessiert zunehmend die Frage, wie man die ausfindig gemachten Börsentrends mit maßgeschneiderten Chance-/Risiko-Profilen bestmöglich ausnutzen kann. Hierfür bieten Zertifikate ein riesiges Spektrum innovativer Finanzprodukte.
Zertifikate was ist das eigentlich?
Kaum ein Begriff in der Finanzwelt umfaßt eine derartige Fülle von verschiedensten Ausprägun-gen wie der des Zertifikats. Hier vereinen sich Investmentprodukte, unter denen jeder Anleger in bestimmten Marktphasen das passende Vehikel zur Optimierung seines Portfolios findet.
Die Anfänge des Zertifikatemarktes waren weitgehend unspektakulär und bescheiden. Im Jahre 1990 gab die Dresdner Bank die Initialzündung und bot ihren Kunden sogenannte Partizipations-scheine auf den DAX-Index an.
Um also z. B. den DAX zu kaufen, mußte ein derivatives (abgeleitetes) Instrument ins Leben ge-rufen werden, dessen Wertentwicklung den Verlauf eines zugrundeliegenden Index abbildet. Die Lösung war der Partizipationsschein, dessen Bezeichnung später dem Begriff Zertifikat weichen sollte.
Die hier aufgefundene Lösung ist einfach wie genial zugleich: Eine Bank begibt eine Schuldver-schreibung, also quasi eine Anleihe, versieht diese mit ganz speziellen Rückzahlungsmodalitäten am Ende einer festgelegten Laufzeit. Im Falle des einfachen DAX-Index-Zertifikats verspricht der Herausgeber (Emittent), pro Papier einen dem Index entsprechenden Geldbetrag unter Berück-sichtigung eines bestimmten Bezugsverhältnisses an den Anleger auszuzahlen.
Definition Zertifikat
Zertifikate
· werden in aller Regel von Banken als Emittenten begeben,
· sind nach ihrer rechtlichen Struktur Inhaberschuldverschreibungen (Anleihen),
· besitzen einen Rückzahlungsbetrag, der nach bestimmten Modalitäten von der Kursentwick-lung eines sogenannten Basiswertes (Index, Aktienkorb, einzelne Aktie, Währung, Rohstoff, u.s.w.) abhängig ist,
· sind über die Börse handelbar,
· haben eine begrenzte oder unbegrenzte Laufzeit
· und besitzen einen jederzeit berechenbaren aktuellen Wert.
Zu bedenken ist allerdings, wenn man vor der Auswahl eines Zertifikates ohne Laufzeitbegren-zung steht: Die Lebensdauer eines solchen Papiers ist immer nur theoretisch unbegrenzt. Der Emittent besitzt nämlich unter der Einhaltung bestimmter Vorgaben stets eine Kündigungsmög-lichkeit. So kann die Laufzeit letztlich doch wieder begrenzt sein, wenn die Bank an einer Fortfüh-rung der Struktur nicht mehr festhalten möchte. Bei Rückzahlung kann mit dem Geld wieder ein anderes Zertifikat erworben werden.
Bei Zertifikaten sollten nur Produkte von namhaften Emissionsbanken mit guter Bonität erworben werden, bei denen es weitgehend sicher ist, daß das Bankgeschäft auch langfristig fortgeführt wird. Denn bei Zertifikaten trägt der Anleger ein Emittentenrisiko. Wie in der Definition deutlich wurde, sind Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen. Die Rückzahlung hängt also von der Boni-tät des ausgebenden Instituts ab. Bei großen Banken mag man sich darüber keine großen Ge-danken machen, aber mitunter können Zertifikate auch von kleineren Wertpapierhandelshäusern angeboten werden. Hier sollte man besser auf das Alternativangebot einer Bank mit starkem Rating ausweichen.
Veränderungen im Rating einer Bank können natürlich verfolgt werden, und wenn ein Rating un-ter eine bestimmte Stufe herabgesetzt werden sollte, können die Zertifikate natürlich jederzeit verkauft werden. Darüberhinaus ist eine jährliche Bilanzanalyse der Emissionsbank zweckmäßig. Ein guter Beurteilungsfaktor ist auch die Verfolgung der Qualität festverzinslicher Wertpapiere der Emissionsbank, soweit solche emittiert wurden.
Wie entstehen Zertifikate?
Bevor ein Zertifikat einem Anleger als fertiges Investmentprodukt angeboten wird, ist bei der e-mittierenden Bank ein aufwendiger Prozeß der Entwicklung und Vorbereitung abgelaufen. Eine Produktidee muß mit viel mathematischem Know-how und umfangreichen Analysen abge-schlossen werden. Das Zertifikat muß zur Marktreife gebracht werden. Neben der Vorbereitun-gen der handelstechnischen Voraussetzungen in der Bank muß als Voraussetzung ein soge-nannter Verkaufsprospekt erstellt und von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigt werden. Neben den Werbebroschüren ist der Verkaufsprospekt eine absolut nüchterne und ausführliche Abhandlung über die exakte Funktionsweise und alle denkbaren Aspekte, die das Zertifikat betreffen. Diese Abhandlung wird bei der BaFin eingereicht. Nach der Genehmigung durch die BaFin kann der Emittent das Zertifikat nun endgültig auf den Weg bringen. Mit seinen spezifischen Parametern, einer Wertpapierkennummer und einer ISIN (Inter-national Securities Identification Number) ausgestattet, kann das Papier jetzt von jedem Anleger erworben werden.
Wie werden Zertifikate gehandelt?
Mit der Auflage eines Zertifikats ist die Dienstleistung des Emittenten längst nicht beendet. Wäh-rend der gesamten Laufzeit des Papiers muß ständig der aktuelle Wert berechnet und dem An-leger fortlaufend in Form von Kauf- und Verkaufskursen offeriert werden. Es liegt im Aufgaben-bereich des Emittenten, ständig den aktuellen Wert eines jeden ausgegebenen Zertifikats zu berechnen. Schließlich steckt hinter der Funktionsweise der meisten Strukturen eine ganze Men-ge an Mathematik und zudem wäre es bei aktuell etwa 30.000 emittierten Papieren recht ver-messen anzunehmen, daß sich bei jedem Titel überhaupt ein ausreichendes Maß an Angebot und Nachfrage bilden könnte, um einen reibungslosen Handel zu gewährleisten.
Der Emittent schließt daher diese Lücke. Er allein weiß jederzeit genau, welchen Wert seine Zer-tifikate haben. Und er ist es, der den liquiden Handel zu fairen Preisen ermöglichen muß. Dazu wird immer ein Geld- und ein Briefkurs ermittelt und als handelbarer Preis zur Verfügung gestellt. Die Bank macht also den Markt und wird daher auch als Market-Maker bezeichnet. Der Geld-kurs ist dabei etwas niedriger als der Briefkurs. Er gilt als Preis, zu dem der Emittent seine aus-gegebenen Zertifikate sofort zurückkauft. Zum etwas höheren Briefkurs kann der Anleger dage-gen die Zertifikate von Emittenten erwerben. Den Abstand zwischen den beiden Preisen be-zeichnet man als Geld-Brief-Spread oder als Geld-Brief-Spanne.
Das Wissen um dieses ständige Angebot von Geld- und Briefkursen durch den Emittenten ist äußerst wichtig, damit man sich von einem weit verbreiteten Irrglauben bewahrt. Sogar mancher Bankberater, der sich mit Zertifikaten noch nicht ausreichend beschäftigt hat, erzählt nämlich mitunter seinen Kunden, die Papiere seien nicht handelbar, weil an der Börse kaum Umsätze zu beobachten wären. Das ist jedoch schlichtweg falsch. Da der Emittent fortlaufend Geld- und Briefkurse stellt, kann jedes Zertifikat sofort gekauft oder veräußert werden, selbst wenn seit Stunden oder Tagen kein Börsenumsatz mehr aufgetreten ist. Dies ist natürlich ein großer Vorteil gegenüber Aktien mit engen Märkten.
Wenn eine Order an die Börse geleitet wird, überprüft der zuständige Makler erst einmal in Se-kundenschnelle, ob gerade die passende Gegenorder eines oder mehrerer anderer Anleger vor-liegt. Ist dies nicht der Fall, greift der Makler sofort auf den Geld- bzw. Briefkurs des Emittenten zurück und führt die Order gegen die Bank aus.
An der Börse Frankfurt (Smart Trading) hat man sich sogar dazu verpflichtet, daß dieser Vorgang nicht länger als 30 Sekunden dauert. Wenn also seit beispielsweise einer Woche in dem ausge-suchten Zertifikat überhaupt nichts mehr an der Börse passiert ist, geht der Kauf innerhalb von höchstens 30 Sekunden über die Bühne. Und genauso schnell kann man die Papiere auch je-derzeit wieder abstoßen. An der Stuttgarter Börse kann es noch schneller gehen; ca. 90 % aller Zertifikate werden dort innerhalb von 10 Sekunden gehandelt, die restlichen innerhalb von 30 Sekunden. Darüberhinaus muß ein Auftrag nicht zwingend mit einem Limit versehen werden. Neben der Schnelligkeit der Orderausführung verpflichtet sich die Börse nämlich, ein Geschäft niemals außerhalb der vom Emittenten gestellten Geld-Brief-Spanne abzuwickeln.
Produktvielfalt Chancen für jedes Marktszenario
In den letzten Jahren hat der Zertifikatemarkt einen regelrechten Boom erlebt. Dem Anleger steht heute eine riesige Vielfalt verschiedenster Instrumente zur Verfügung. Darunter findet sich für fast jede Börsenphase das passende Produkt.
Die Zahl der Anlageprodukte, die unter dem Oberbegriff des Zertifikats zusammengefaßt werden, ist vor allem seit dem Ende des Börsenbooms zur Jahrtausendwende explosionsartig gestiegen. Waren es im Jahr 1999 noch lediglich ca. 800 Papiere, die Investoren nutzten konnten, ist die Angebotsmenge jährlich bedeutend gestiegen. Heute umfaßt der Markt bereits mehr als 30.000 Zertifikate, die um die Gunst der Anleger werben. Und es kommen ständig neue Titel hinzu.
Die wichtigsten Zertifikateformen
Es gibt eine Fülle von Zertifikateformen. Die wichtigsten sind: Indexzertifikate, Basketzertifikate, Discountzertifikate, Deep-Discount-Zertifikate, Aktienanleihen, Bonuszertifikate, Outperformance-Zertifikate, Expresszertifikate, kapitalgarantierte Zertifikate, Rohstoffzertifikate, Hebelzertifikate, etc. etc.
FdA



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