Re: @Faultier

Geschrieben von Gastronom am 29.01.2007 20:51:00:

Hallo Hr. Faultier,
>Es ist ein brennendes Problem, das den 99% der deutschen Immo besitzer bisher nicht klargeworden ist. Die Immo ist weg, wenn sie aeltere Personen in der Fam. haben, die in die Plegeheime eingewiesen werden koennen.
>Wie schuetzt man sich dagegen?
Ihre Argumentation hat was für sich, jedoch ist Sie für mich zu kompliziert, da sie wesentliche Dinge nicht berücksichtigt:
1. ca. 2/3 aller Haushalte in Deutschland leben in MIETimmobilien, nicht im Eigentum. Hier ist diese Diskussion überhaupt nicht möglich, da hier keine Immobilie weggenommen werden kann.
2. Vom restlichen Drittel ist wiederum 1/3 abbezahlt. Die restlichen 2/3 brauchen sich um die Pfändung aufgrund Fürsorgepflicht im Pflegefall von Angehörigen keine Sorgen machen, dies besorgt im Falle einer Wirtschaftskrise schon die Bank über die eigene Hypothek.
3. Vom verbleibenden 1/9 haben wiederum sagen wir mal 2/3 keine älteren Angehörigen in direkter Linie, für die sie im Pflegefall unterhaltspflichtig wären. Dies errechnet sich allein aus den Altersstatistiken und der durchschnittlichen Dauer von Immobilienfinanzierungen bis zur vollständigen Tilgung.
4. Das verbleibende Drittel (1/27) (Altersgruppe 35 - 60 Jahre) hat wiederum zu 2/3 Kinder, denen sie diese Immobilie im Ernstfall recht bequem überschreiben könnte, um trotzdem darin wohnen zu bleiben; der eigene Pflegefall ist in dem Fall noch ca. 15 - 50 Jahre entfernt und stellt dann das Risiko der Kinder dar.
Somit bleibt in Summe bei dieser mathematischen Vekürzung 1/81 übrig, 1,25 % der Bevölkerung, die sich REALISTISCH über diese Variante des Vermögensentzuges durch den Staat Gedanken machen müssen.
Ich denke, dass es viele andere Varianten und Möglichkeiten des Vermögensverlustes gibt, als jene, unverschuldet durch pflegebedürftige Angehörige in den Ruin zu geraten; wer eine Immoblie erbt von einem Pflegebedürftigen, kann natürlich in meinen Augen sich nicht um eine angemessene Beteiligung an den Pflegekosten herumdrücken und diese allein den Versicherungsträgern aufbürden.
Noch zur Ergänzung: Die naheliegendste Variante, nämlich die Pflege im eingenen Haushalt (unter Einbeziehung eines Hilfsdienstes bei schweren Pflegestufen) und die Inanspruchnahme von Pflegegeld, habe ich hier noch gar nicht aufgeführt. Gerade dies wird jedoch in Zukunft angesichts hoher Arbeitslosigkeit, sinkender Reallöhne, hoher Transportkosten usw. wieder viel stärker in den Vordergrund rücken, auch wenn dies heute noch vielen zu beschwerlich scheint (von den im Falle einer Krise in sog. Altersheimen innerhalb kürzsester Zeit herrschenden Zuständen will ich mal noch gar kein Wort erwähnen, das kann sich jeder glaube ich selber ausmalen).
Gastronom



Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken um sich einzuloggen