Re: Apropos CHF

Geschrieben von Gastronom am 28.01.2007 19:15:00:

Hallo Seriola,
aus fundamentaler Betrachtung heraus ist es zuerst mal ein Widerspruch, dass die Währung aus dem Land mit der an sich homogensten und substanzstärksten Wirtschaft im Sinken begriffen ist.

Hier muss man allerdings mal 30 Jahre zurückschauen. Damals stand der Franken so wie ich weiß unter einer Mark, bei so 80 Pf, d. h. 0,40 Euro, invers somit 2,50 Fr. für einen Euro. Die Schweiz ist dann aus mehreren Gründen nach oben geschossen:
1. Schwachwährungen wurden im Euro mit starken Währungen undefiniert vermengt
2. Die Belastungen der deutschen Einheit
3. Überbordende Bürokratie und Beamtenstaat speziell in D, F und ITA
4. Bankgeheimnis
5. Golddeckung
6. Attraktive Anlagemöglichkeiten für Gelder mit dunklem Hintergrund (Russland, Arabien, diverse Diktaturen)
Diese Punkte fallen nun der Reihe nach weg:
1. Im Gegensatz zur Euro-Einführung werden bei nunmehrigen Erweiterungen die Konvergenzkriterien sehr streng ausgelegt, speziell die Staatsverschuldung und das Staatsdefizit. Zudem werden die beteiligten Staaten sehr streng an diesen Kriterien Neuverschuldung und Inflation gemessen.
2. Das Thema ist erledigt. Die Restbevölkerung im Anschlussgebiet ist weitgehend auf Rentner und Hartz-IV-Empfänger bzw. Niedriglohnsektor reduziert.
3. Die Reformen seit der Ära Schröder speziell in Deutschland zeigen Wirkung. Auch Frankreich und Italien haben das langsam erkannt. Nur die Össis machen derzeit eine Rolle rückwärts hin zum Sozialismus.
4. Im Ernstfall in der Schweiz auch nicht mehr gegeben. Der niedrige Zins ist für legale Gelder derart uninteressant, dass trotz Versteuerung in anderen Ländern deutlich mehr bleibt.
5. Siehe FdA, gibt's nicht mehr
6. Sinkender Ölpreis, staatliche Maßnahmen gegen Kapitalflucht sowie zunehmende Ächtung von Steuerflüchtlingen, Playboys, Kriminellen, dekadenten Scheichs und sonstigen Betrügern nimmt der Schweiz mehr und mehr die Kundschaft weg.
Dann kommt wie FdA schon sagte, das Dilemma der geringen Größe hinzu; dies führt so weit, dass die Schweiz zu großen Teilen bereits EU-Gesetze nachziehen muss, bzw. sich sogar an Osterweiterungskosten beteiligt.
Ähnlich wie bei Japan sehe ich hier die Gefahr einer anhaltenden fundamentalen Schwäche, die selbst Kurse von bis zu 2 Franken für einen Euro auf 2 - 3 Jahre möglich erscheinen lassen. Die Schweiz wird Opfer ihres eigenen Erfolgsmodells.
Gastronom



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