An Wachstum ist erst mal generell nichts auszusetzen

Geschrieben von paideia am 09.07.2012 15:31:59:


Das wird offensichtlich, wenn z.B. Prof. Hankel die Kreditvergaben an südliche Eurostaaten kritisiert, die nach seinen Worten eine erheblich schwächere Wirtschaftsleistung als die nördlichen haben.

Zinsgeldsysteme sind nun mal abhängig vom Wirtschaftswachstum, sowie Verschuldung/Verguthabung mit steigender Geschwindigkeit.


Hallo,

An Wachstum ist erst mal generell nichts auszusetzen. Auch ohne Zins müsste es Wachstum geben, wegen der Abschreibung der Kapitalgüter, bzw Vernichtung der Konsumgüter. Bein Null-Wachstum hätten wir auf lange Sicht eine Rezession. Es kommt nur aus das WIE an.


Hätte man den „schwachen“ Süd-Staaten keine Kredite in immer größerem Umfang gewährt, könnten die ihre Importe, und wir unsere Exporte, also unser Wirtschafts/Guthaben/Schulden-Wachstum, seit Jahrzehnten gar nicht mehr stattfinden lassen.
Wir hätten längst schon gesättigte Märkte und Zinsen unterhalb der Liquiditäts-Grenze gehabt, inklusive Geldstreik, Krise, Deflation und Massenarbeitslosigkeit.


Das wage ich zu bezweifeln. Eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz führt nicht zu Deflation.
Und die Unternehmer und Banken hätten auch weniger Überschüsse in Deutschland. Das ist alles
Eher würde unser Binnemarkt mehr blühen.


Eigene, aber hortbare Landes-Währungen ändern überhaupt gar nichts am fundamentalen Problem einer Zinswirtschaft. Gesättigte Märkte, niedrige Zinsen, Geldblockaden und Massenarbeitslosigkeit würden natürlich trotzdem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Niedergang aller europäischen Volkswirtschaften bedeuten, das sind zwingende Folgen von Zinsgeldsystemen.


Muss nicht eine zwingende Folge sein. Es kommt auf die Verteilung der Überschüsse an, bzw. der Kreditallokation und der Vermeidung zu hoher Akkumulation.
In einer freien Marktwirtschaft mit Wettbewerb treten immer Finnazierungslücken auf.
Es muss also stetig ein Geldangebot da sein.

Man regt sich wie immer nur über altbekannte Symptome auf, anstatt einfach mal die offensichtliche Ursache mit dem hortbaren Geld und den daraus entstehenden, ständig positiven Zinsen anzusprechen. Natürlich ist es richtig, das Länder/Regionen mit unterschiedlich starker Wirtschaftsleistung, möglichst auch eigene Währungen haben sollten.


Positive Realzinsen kommen nicht durch Geldhortung zustande, sondern weil Geldnachfrage da ist für Investitionen. Sparen ist erst das Ende des Prozesses wie Prof. Heiner Flassbeck richtig beschrieben hat.
Am Anfang steht die Investition, (Kreditgeldschöpfung über die GBs), danach folgt dann die Akkumulation und der Zins. Ist die Akkumulation zu hoch, findet sie den Weg schwerer zurück in die VoWi, weil nicht alles verkonsumiert werden kann.
Solange gewirtschaftet wird und investiert wird, gibt es immer irgendwo positive Zinsen

http://finanzcrash.com/forum/read.php?1,112200,112208#msg-112208


Davon profitieren alle Marktteilnehmer gleich auf mehreren Ebenen. Nur zieht man damit keine festgefahrene Volkswirtschaft, die immer noch Zinsgeld benutzt, aus dem Schlamm.


Das Problem der heutigen VoWi ist nicht das Zinsgeld sondern die Überakkumulation und zu hohe
Leistungsbilanzdefizite, bzw Leistungsdefizite generell.
Prof. Flassbeck sagt das ebenfalls und er ist ein kompetenter Mann. :-)

Gruß


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