Re: Zins und Deflation

Geschrieben von Gastronom am 09.02.2007 20:36:00:

Hallo Hr. Hannich,
Ich möchte mir erlauben, ihnen in einigen Punkten zu widersprechen:
Hr. Hannich:
>Das hat rein gar nichts mit Inflationb zu tun - dagegen sprechen klar die Zinsen, die auf Rekordtief notieren.
>Die Banken wären doch schön dumm, wenn sie nun billigste Kredite vergeben, die danach nichts mehr wert sind. Der Zinssatz korreliert EINDEUTIG mit Inflation und dEflation und niedrige Zinsen heißen DEFLATION!
Gastonom:
Banken sind gewinnorientierte Wirtschaftsunternehmen. Ihr Haupterwerb liegt in der Differenz zwischen bezahlten Zinsen für Guthaben und erhaltenen Zinsen für Darlehen, von denen wiederum die Risiken abzuziehen sind.
Grundvoraussetzung für ein Funktionieren dieses Gewerbes ist das Vorhandensein beider Seiten: des Schuldners und des Gläubigers bzw. korrekter des Sparers und des Kreditnehmers; dazwischen sitzt die Bank. Da aufgrund der Geldmengenausweitung der Sparer unausweichlich vorhanden ist (intelligente "sparen" nicht in Sparbuch oder KLV, sondern in Substanzaktien), muss dafür gesorgt werden, dass Anreize für Kreditnehmer da sind. Dies erfordert, den Gleichgewichtspunkt auf der Zinsachse möglichst weit nach links, d. h. Richtung Null zu schieben. Vordergründig erscheint dies als Deflation oder für die Banken als Verlustgeschäft.
Aber was ist die Wirklichkeit? Der Kreditnehmer steht in der Schuld, genauer, meist in der GRUNDSCHULD, auf der die Bank den Kredit vergab; nach einer gewissen Zeit läuft die Zinsbindung aus, und wie es heute Mode ist, wird sehr wenig getilgt. Dann ist der hochverschuldete Kreditnehmer auf Gedeih und Verderb auf die Bank angewiesen. Je nach Art der Sicherheiten und der Geschäftslage, bleiben dieser zwei Alternativen:
- Verwertung des Besitzes: Versteigerung, Einlösen der Sicherheit
- deutliche Erhöhung der Zinssätze (aufgrund Zinszyklus oder Bonitätsrisiko)
Die erste Runde geht vielleicht an den Kreditnehmer, in der zweiten räumt die Bank den Tisch ab und zeigt, wer Herr im Haus ist.
Das ist die Realität. Von Deflation oder Inflation ist dies praktisch nicht berührt. Nur eine unvorhergesehen einsetzende Hyperinflation würde diese Gesetzmäßigkeit umgehen.
Hr. Hannich:
>Nicht immer alles glauben, was einem die Medien vorkauen!
Gastronom:
Richtig, besser: arbeiten statt denken, das macht müde und zufrieden.
Gastronom



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