Re: Wo sind die Beweise?

Geschrieben von Francisco d-Anconia am 11.02.2007 20:29:00:

>>Herr Hannich, Sie sind ganz schön unbelehrbar, aber es ist Ihr Ruf, der darunter leidet, nicht meiner.
>>Ich habe es Ihnen anhand ausführlicher Buchungsbeispiele BEWIESEN, daß Geschäftsbanken Geld schöpfen können. Es ist dies die Kreditgewährung nach Kreditgesuchen im Rahmen der Mindesreservevorschriften und hat an ALLEN volkswirtschaftlichen Fakultäten der Universitäten weltweit und bei allen an einem Zentralbanksystem angeschlossenen Geschäftsbanken den Titel: "Fractional Reserve Banking" -
>>Einfach mal mit irgendeinem Vorstand irgendeiner Geschäftsbank auf unserem Globus reden, dort wird man es Ihnen erklären incl, dem Gegenpart der Geldvernichtung durch Rückzahlung von Krediten.
>>FdA
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>Gar nichts haben Sie bewiesen - Sie kommen nur immer wieder mit den gleichen Behauptungen.
>zeigen Sie mir doch eine Bilanz einer Bank, aus der hervorgeht daß aus dieser Bank MEHR Geld als Kredit rauskommt als in diese an Einlagen reingehen.
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Aber Herr Hannich, gehen Sie mal auf die Web-Seiten der Deutsche Bank, der Dresdner Bank, der HypoVereinsbank, und diverser weiterer Banken und klicken Sie auf Investors Relations und schauen Sie sich die herunterladbaren Geschäftsberichte mit den Bilanzen an. Sie werden im Durchschnitt aller Banken in Deutschland ein Eigenkapital an der Bilanzsumme in Höhe von nur ca. 5 % feststellen und Einlagen von 4 % bis 10 % (bei den Sparkassen, den Raiffeisen und Volksbanken natürlich mehr) der größte Teil ist Geldschöpfung im Rahmen der Mindestreserven der BuBa - fractional reserve banking eben.
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>Meine Fragen haben Sie auch nicht beantwortet:
>- Warum kann es zu Bankenpleiten kommen wenn diese doch gEld selber "schöpfen" können?
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ja, wenn eine Bank durch Fehler in der Geschäftspolitik nicht mehr kreditwürdig ist, dann funktioniert das eben bei dieser speziellen Bank nicht mehr, weil die BuBa keine Kredite mehr gibt.
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>- Warum war es bspw. in Argentinien ein Problem, daß kein Bargeld mehr da war, wo doch alle munter überweisen und mit Karte zahlen könnten?
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Weil das gesamte Bankensysten marode war
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>- Warum gibt es wohl in jedem Land eine Bankenstadt, wenn nicht der Bargeldtransport zwischen diesen banken sichergestellt sein muß
>- Warum war es eine ernste Krisengefahr, als vor einem Jahr die Geldtransportfirma bankrott machte?
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Ist doch logisch, daß sich die Banken vor kriminellen Handlungen schützen müssen. Wenn für Geldtransporte keiner oder kein ausreichender Versicherungsschutz besteht geht ein Überfall eben zu Lasten der Bank.
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>Ihr Bankenvorstand hat samt den Volkswirten auch keine Ahnung vom Geldwesen.

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Ahaaaaa unsere Bankenvorstände in Deutschland haben keine Ahnung vom Geldwesen. Geht es noch etwas Überheblicher.
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>Kommen Sie endlich mit logischen Beweisen, nicht imme nur mit Behauptungen.
>Es hat auch einmal in allen Lehrbüchern gestanden, daß die eRde eine Scheibe sei.
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Also noch einmmal die Beweisführung an Hand unwiderlegbarer Buchungsbeispiele

Geldschöpfung und Geldvernichtung
Aufgabe dieser Ausführungen ist es, Vorgänge aufzuzeigen, die eine Erhöhung bzw. Verminderung der Geldmenge (Geldschöpfung bzw. Geldvernichtung) zur Folge haben. Vorgänge dieser Art treten immer dann auf, wenn Nichtbanken (Haushalte, Unternehmungen und Staat) Transaktionen mit der Zentralbank und (oder) den Geschäftsbanken durchführen und dabei Geldbewegungen zwischen Nichtbanken und Banken stattfinden.
Geldbewegungen zwischen Haushalten, Unternehmungen und Staat bewirken im allgemeinen keine Geldschöpfung bzw. Geldvernichtung, sondern nur eine Umverteilung der Geldmenge innerhalb des Nichtbankensektors.
a) Einbanksystem mit ausschließlich bargeldlosem Zahlungsverkehr
aa) Einige Beispiele zur Geldschöpfung und Geldvernichtung. -
Wichtige Erkenntnisse über den Prozess der Geldschöpfung und Geldvernichtung lassen sich bereits gewinnen, wenn wir von der vereinfachenden Annahme ausgehen, dass in der Volkswirtschaft nur eine Bank existiert und alle Zahlungen mit Sichteinlagen bei dieser Bank durchgeführt werden, also bargeldlos erfolgen .
Es erleichtert das Verständnis, wenn wir hierzu einige Beispiele betrachten und den zahlenmäßigen Niederschlag der entsprechenden Transaktionen in Kontenform darstellen:
Beispiel 1: Die Bank erwirbt Sachvermögen, z.B. ein Gebäude, von einer Unternehmung im Werte von einer Million Geldeinheiten (GE) und zahlt mit Sichtforderungen auf sich selbst. In der Bankbilanz wird eine Zunahme von Sachvermögen und Sichteinlagen gebucht, es kommt zu einer Bilanzverlängerung; in der Bilanz der Unternehmen findet dagegen ein Aktivtausch statt (Buchung1 a):

Bank
(1a) Sachvermögen + 1 Mio. (1a) Sichteinlagen + 1 Mio.
(1b) Sachvermögen - 1 Mio. (1b) Sichteinlagen - 1 Mio.

Nichtbank
(1a) Sachvermögen - 1 Mio.
(1a) Sichtguthaben + 1 Mio.
(1b) Sachvermögen + 1 Mio.
(1b) Sichtguthaben - 1 Mio.

Der Ankauf von Sachvermögen durch die Bank führt also in dem Beispiel zu einer Erhöhung der Geldmenge (Geldschöpfung) in Form von Giralgeld. Das umgekehrte Ergebnis (also eine Geldvernichtung) stellt sich ein, wenn die Bank Sachvermögen veräußert und mit Sichtguthaben bei der Bank bezahlt wird (Buchung 1 b).
Beispiel 2: Die Bank kauft Devisen, z. B. Dollarguthaben, von einem Exporteur im Werte von zwei Millionen GE und zahlt mit Sichtforderungen auf sich selbst. Wie im ersten Beispiel ergibt sich in der Bankbilanz eine Bilanzverlängerung, in der Bilanz des Exporteurs ein Aktivtausch (Buchung 2 a):
Bank
(2a) Devisen + 2 Mio. (2a) Sichteinlagen + 2 Mio.
(2b) Devisen - 2 Mio. (2b) Sichteinlagen - 2 Mio.

Nichtbank
(2a) Devisen - 2 Mio.
(2a) Sichtguthaben + 2 Mio.
(2b) Devisen + 2 Mio.
(2b) Sichtguthaben - 2 Mio.

Der Ankauf von Devisen durch die Bank führt also in dem Beispiel zu einer Erhöhung der Geldmenge (Geldschöpfung) in Form von Giralgeld. Das umgekehrte Ergebnis (also eine Geldvernichtung) erhält man, wenn die Bank Devisen an eine Nichtbank (z. B. an einen Importeur) veräußert und mit Sichtguthaben bezahlt wird (Buchung 2 b).
Beispiel 3: Die Bank gewährt einer Unternehmung einen Kredit in Höhe von drei Millionen GE und schreibt den Gegenwert dem Girokonto der Unternehmung gut. Da sich mit der Kreditgewährung die Verbindlichkeiten des Unternehmens erhöhen, ergibt sich auch in der Bilanz der Unternehmung eine Bilanzverlängerung (Buchung 3 a):
Bank
(3a) Kredite + 3 Mio. (3a) Sichteinlagen + 3 Mio.
(3b) Kredite - 3 Mio. (3b) Sichteinlagen - 3 Mio.

Nichtbank
(3a) Sichtguthaben + 3 Mio. (3a) Verbindlichk. + 3 Mio.
(3b) Sichtguthaben - 3 Mio. (3b) Verbindlichk. - 3 Mio.

Mit der Kreditgewährung durch die Bank ist also in dem Beispiel eine Erhöhung der Geldmenge (Geldschöpfung) in Form von Giralgeld verbunden. Das umgekehrte Ergebnis (also eine Geldvernichtung) stellt sich zwangsläufig ein, wenn zum vereinbarten Tilgungszeitpunkt die Rückzahlung des Kredites erfolgt (Buchung 3 b).
Beispiel 4: Ein Bankkunde löst eine längerfristige (Nicht-Geld darstellende) Forderung an die Bank in Höhe von vier Millionen GE auf (z. B. eine Termineinlage mit vierjähriger Festlegungszeit) und erhält dafür Sichteinlagen. In der Bilanz der Bank ergibt sich ein Passivtausch, in der Bilanz des Bankkunden ein Aktivtausch (Buchung 4 a):
Bank
(4a) Termineinlagen - 4 Mio.
(4a) Sichteinlagen + 4 Mio.
(4b) Termineinlagen + 4 Mio.
(4b) Sichteinlagen - 4Mio.

Nichtbank
(4a) Terminguthaben - 4 Mio.
(4a) Sichtguthaben + 4 Mio.
(4b) Terminguthaben + 4 Mio.
(1b) Sichtguthaben - 4 Mio.

Die Umwandlung einer längerfristigen (Nicht-Geld darstellenden) Forderung an die Bank in eine Sichteinlage durch einen Bankkunden bewirkt also eine Erhöhung der Geldmenge (Geldschöpfung) in Form von Giralgeld. Das umgekehrte Ergebnis (also eine Geldvernichtung) ergibt sich, wenn ein Bankkunde ein Sichtguthaben in eine längerfristige Forderung an die Bank umwandelt (Buchung 4 b).
bb) Einige Folgerungen aus den Beispielen.-
Die vier Beispiele stimmen darin überein, dass sich die Bankbilanz verändert und dadurch eine Geldschöpfung bzw. Geldvernichtung eintritt. Unterschiede im Geldschöpfungs- und Geldvernichtungsprozess werden deutlich, wenn wir die ersten drei Beispiele und das vierte Beispiel vergleichen. In den ersten drei Beispielen (Erwerb eines Gebäudes, Ankauf von Devisen und Gewährung eines Kredits) werden Vorgänge dargestellt (jeweils unter a), bei denen die Bank Aktiva erwirbt, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, diese mit Sichtforderungen bezahlt und so die Geldmenge erhöht. Die Bank schafft (also) neues Geld, indem sie Nicht-Zahlungsmittel darstellende Aktiva monetisiert . Der umgekehrte Vorgang, also eine Verminderung der Geldmenge, findet statt, wenn die Bank Aktiva, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, veräußert und dabei von den Nichtbanken mit Sichteinlagen bezahlt wird.
Das vierte Beispiel beschreibt einen Vorgang, bei dem Nichtbanken über ihre Forderungen an die Bank disponieren. Offenbar ergibt sich eine Geldschöpfung, wenn Nichtbanken Forderungen an die Bank, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, liquidieren und dafür Sichteinlagen erhalten. Umgekehrt tritt eine Geldvernichtung ein, wenn Nichtbanken Forderungen an die Bank, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, erwerben und dafür Sichteinlagen hergeben.
Die sich zwischen den ersten drei Beispielen und dem vierten Beispiel abzeichnenden Unterschiede in der Geldschöpfung und Geldvernichtung bedürfen einer weiteren Präzisierung. Wir werden die erforderlichen Ergänzungen jedoch noch zurückstellen und erst am Ende des folgenden Unterabschnittes vornehmen.

b) Mehrbankensystem unter Verwendung von Mischgeld
Obwohl ein Einbank-Modell von der wirtschaftlichen Wirklichkeit weit entfernt ist, führt eine sich der Realität annähernde Betrachtungsweise bezüglich der Geldschöpfung und -vernichtung nur zu relativ wenigen zusätzlichen Erkenntnissen. Unterschiede entstehen lediglich dadurch, dass ein Zentralbanksystem und ein Geschäftsbankensystem nebeneinander existieren und Geldschöpfungsprozesse durch beide Institutionen möglich sind. Die Zahlungsmittel bestehen demzufolge aus Zentralbankgeld in Form von Noten und Sichtforderungen an das Zentralbanksystem sowie aus Giralgeld der Geschätfsbanken (Sichtforderungen an die Geschäftsbanken). Die nunmehr zugrundegelegte Geldwirtschaft ist also ein Mischgeldsystem.
aa) Einige Beispiele zur Geldschöpfung und Geldvernichtung .-
Geldschöpfungsprozesse, die zu einer Erhöhung des Zentralbankgeldbestandes und (oder) des Bestandes an Giralgeld der Geschäftsbanken im Nichtbankensektor führen, können aus Transaktionen zwischen Nichtbanken und Zentralbank (Beispiel 5) und (oder) aus Transaktionen zwischen Nichtbanken und Geschäftsbankensystem (Beispiele 6, 7 und 8) hervorgehen. Betrachten wir zur Illustration die in den Beispielen 5 und 8 dargestellten Geldschöpfungsvorgänge:
Beispiel 5: Die Zentralbank erwirbt Sachvermögen (z. B. ein Gebäude) von einer Unternehmung im Wert von fünf Millionen GE und zahlt eine Million GE in bar (d.h. also in Form von Noten), den Rest in Form von Giralgeld. In der Zentralbankbilanz kommt es zu einer Bilanzverlängerung, in der Bilanz der Unternehmen zu einem Aktivtausch.
Zentralbank
Sachvermögen + 5 Mio. Sichteinlagen + 4 Mio.
Notenumlauf + 1 Mio.

Nichtbank
Sachvermögen - 5 Mio.
Sichtguthaben + 4 Mio.
Noten + 1 Mio.
Kauft die Zentralbank Devisen von einer Nichtbank oder gewährt sie einen Kredit an eine Nichtbank, dann tritt in den Bilanzen an die Stelle der Sachvermögensänderung lediglich eine Änderung des Bestandes an Devisen oder Krediten. In jedem dieser Fälle kommt es durch den Ankauf von Aktiva durch die Zentralbank zu einer Erhöhung der Geldmenge (in Form von Zentralbankgeld), also zu einer Geldschöpfung.
Beispiel 6: Eine Geschäftsbank gewährt einer Unternehmung einen Kredit in Höhe von sechs Millionen GE und zahlt davon eine Million GE in Form von Noten aus. In der Bankbilanz ergibt sich ebenso wie in der Bilanz der Unternehmung im Endergebnis eine Bilanzverlängerung
Geschäftsbank
Kredite + 6 Mio. Sichteinlagen + 5 Mio.
Noten - 1 Mio.
Nichtbank
Sichtguthaben + 5 Mio. Verbindlichkeiten + 6 Mio.
Noten + 1 Mio.
In entsprechender Weise wird der Erwerb von Sachvermögen oder Devisen durch eine Geschäftsbank gebucht. Ähnlich wir in den Beispielen 1, 2 und 3 erfolgt also in jedem Fall eine Geldschöpfung; der Unterschied gegenüber den Beispielen 1, 2 und 3 besteht nur darin, dass die Geschäftsbank auch Noten abgibt und die Nichtbanken auch Noten erhalten.
Beispiel 7: Ein Bankkunde löst eine längerfristige Forderung an eine Geschäftsbank (z. B. eine Spareinlage mit vierjähriger Kündigungsfrist) in Höhe von sieben Millionen GE auf und läßt sich den Gegenwert in Höhe von einer Million GE in bar auszahlen; der Rest wird seinem Girokonto gutgeschrieben. In der Bankbilanz ergibt sich ein Passivtausch sowie eine Bilanzverkürzung und in der Bilanz des Bankkunden ein Aktivtausch.
Geschäftsbank
Noten - 1 Mio. Spareinlagen - 7 Mio.
Sichteinlagen + 6 Mio.


Nichtbank
Sparguthaben - 7 Mio.
Noten + 1 Mio.
Sichtguthaben + 6 Mio.
Wie in Beispiel 4 besteht das Endergebnis in einer Geldschöpfung, die allerdings (anders als im Beispiel 4) mit einer Abnahme des Notenbestandes der Geschäftsbank verbunden ist, sobald die Nichtbanken den Gegenwert der liquidierten Forderung teilweise in Form von Bargeld verlangen.
Beispiel 8: Eine Unternehmung lässt zu Lasten ihrer Sichteinlagen bei einer Geschäftsbank eine Überweisung in Höhe von acht Millionen GE auf ihr Konto bei der Zentralbank durchführen. In der Bilanz der Geschäftsbank wird eine Abnahme von Zentralbankeinlagen und von Sichteinlagen gebucht, es kommt also zu einer Bilanzverkürzung; in der Bilanz des Bankkunden erfolgt ein Aktivtausch:
Geschäftsbank
Zentralbankeinlagen - 8 Mio. Sichteinlagen - 8 Mio.
Nichtbank
Sichtguthaben - 8 Mio.
Zentralbankeinlagen + 8 Mio.
Die Buchungsvorgänge verlaufen in der umgekehrten Richtung, wenn der Betrag von acht Millionen GE vom Zentralbankkonto der Unternehmung auf ein Girokonto bei einer Geschäftsbank überwiesen wird. In keinem der beiden Fälle ergibt sich eine Veränderung der Geldmenge; eine Geldschöpfung bzw. Geldvernichtung findet also nicht statt. Lediglich die Struktur der Geldmenge wird eine andere. Im ersten Fall steigt der Anteil des Zentralbankgeldes, im zweiten geht er zurück.
bb) Folgerungen aus den Beispielen. -
Die Beispiele 5 und 6 entsprechen weitgehend den Beispielen 1, 2 und 3. In allen Fällen werden Aktiva, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, von einer Bank erworben. Solche Geschäfte, die bei einer Bank zu einer Änderung ihres Bestandes an Nicht-Zahlungsmittel darstellenden Aktiva führen, bezeichnet man als Aktivgeschäfte der Banken. Führt ein Aktivgeschäft zu einer Geldschöpfung oder Geldvernichtung, dann spricht man von aktiver Geldschöpfung oder Geldvernichtung.
Die Vorgänge, die zu einer aktiven Geldschöpfung oder Geldvernichtung führen, lassen sich weiter klassifizieren, wenn die Bilanz der Bankkunden, also der Nichtbanken, näher betrachtet wird. Beim Verkauf von Sachvermögen und Devisen (Beispiel 1, 2 und 5) erhält der Bankkunde Zahlungsmittel, ohne dass sich seine Passiva verändern; im Beispiel 3 bzw. 6 (Aufnahme eines Kredites) gelangt der Bankkunde dagegen in den Besitz von Zahlungsmitteln, indem er sich verschuldet. Die aktive Geldschöpfung ist also in den Beispielen 1, 2 und 5 von einer Erhöhung der Nettoforderungen des Bankkunden gegenüber der Bank (Forderungen an die Bank minus Verbindlichkeiten gegenüber der Bank) begleitet. In diesem Fall erwirbt die Bank primäre Aktiva. Im Fall der Kreditaufnahme (Beispiel 3 bzw. 6) bleiben die Nettoforderungen des Bankkunden gegenüber de Bank dagegen unverändert; die Bank erwirbt in diesem Fall sekundäre Aktiva (also Aktiva, deren Erwerb durch die Bank, anders als bei primären Aktiva, mit keiner Änderung der Nettoforderungen von Nichtbanken verbunden ist) .
Das Gegenstück zu Aktivgeschäften bildet ein Bankgeschäft, das durch die Beispiele 4 bzw. 7 oder 8 illustriert und als Passivgeschäft bezeichnet wird. Einem Passivgeschäft liegen Dispositionen der Nichtbanken über ihre Forderungen an Banken zugrunde. Hieraus resultiert in der Bankbilanz eine Änderung der Passivseite, ohne das gleichzeitig der Bestand an Aktiva, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, verändert wird. Führen solche Passivgeschäfte zu einer Änderung der Geldmenge (wie in den Beispielen 4 und 7), dann bezeichnet man diesen Vorgang als passive Geldschöpfung bzw. Geldvernichtung.

Zusammenfassung:
1. Eine aktive Geldschöpfung findet statt, wenn Banken (Geschäftsbanken oder Zentral-
bank) von Nichtbanken Aktiva erwerben, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, und dafür Zahlungsmittel hergeben. Eine aktive Geldvernichtung findet statt, wenn Banken an Nichtbanken Aktiva abstoßen, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, und dafür von den Nichtbanken Zahlungsmittel erhalten.
2. Eine passive Geldschöpfung findet statt, wenn Nichtbanken Forderungen an Banken,
die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, liquidieren und dafür Zahlungsmittel erhalten. Eine passive Geldvernichtung findet statt, wenn Nichtbanken Forderungen an Banken, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, von Banken erwerben und dafür Zahlungsmittel hergeben.
3. In einem Mischgeldsystem resultiert die Geldschöpfung bzw. Geldvernichtung in einer
Änderung des Bestandes an Giralgeld der Geschäftsbanken im Bereich der Nichtbanken.
FdA



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