Ableitung aus Französisch-Englischer Geschichte

Geschrieben von Gastronom am 11.02.2007 19:36:00:

Hallo Hr. Hannich,
>Man darf nicht vergessen, daß England von den Normannen eingenommen wurde und da die Sprache deutlich verändert wurde.

Detailliert wurde das keltisch besiedelte Britannien zuerst von den latinischen Römern eingenommen; diese bedienten sich wiederum Gallischer Hilfstruppen. Nach dem Verlassen durch die Römer kamen erstmals die westgermanischen Angeln und Sachsen dorthin. Davon zeugen u. a. die Namen Sussex, Middlesex und Essex (Süd, Mittel und Ostsachsen). Dann wiederum kamen die Wikinger, Dänen und Norweger, wiederum germanische Stämme.
Die Eroberung durch die Normannen ging zwar von Frankreich aus, jedoch waren die Normannen an sich Nachfahren der Wikinger. Ihre Sprache war anglonormannisch, ein mit Lehnwörtern durchsetzter Abkömmling des Altfranzösischen. Der Satzbau blieb jedoch unberührt westgermanisch. Die Bevölkerungen mischten sich im Übrigen erst Ende des 12. Jh nennenswert.
Im weiteren Verlauf ergab sich das Kuriosum, dass die normannischen Könige als Untertanen der französischen Krone als Könige von England Herr über halb Frankreich waren, was erst durch den Hundertjährigen Krieg beendet wurde. Die Rivalität dauerte allerdings danach noch über 550 Jahre an, bis zum 1. Weltkrieg, als Frankreich seine Rolle als Großmacht ein für alle mal abgeben musste.
Zieht man aus der französich-englischen Geschichte seine Ableitungen, so kommt man zu dem Schluss, dass die Epoche vom siebenjährigen Krieg bis zum Sezessionskrieg im wesentlichen der normannischen Eroberung entspricht: einerseits wurde die neue Nation englisch geprägt, gleichzeitig wurde jedoch der Same gelegt, der voll aufgegangen die eigene Position untergräbt, wie seinerzeit die normannischen Herren jene der französischen Krone. Das Gegenstück zum Hundertjährigen Krieg scheint mir hier die Zeit von 1914 bis zur Gegenwart zu sein; die neue Großmacht scheint die alte Welt völlig zu beherrschen, die Unterdrückten finden sich jedoch mit dem Zustand nicht mehr ab und denken über neue Allianzen nach, den Unterdrücker aus dem Land zu jagen (Deutschland - Russland, Deutschland - Türkei, ja auch EU - Iran oder Europäisch- Schwarzafrikanische Modelle werden diskutiert).
Das Ende des amerikanischen Imperiums auf europäischem Boden ist unausweichlich, genauso wie damals der Rückzug der normannischen Könige aus Frankreich. Es kommt nur darauf an, wie die Welt nachher aussieht. Von den genannten Modellen sind aus Sicht eines überalterten mitteleuropäischen Staates die Modelle mit der Türkei und Schwarzafrika die angenehmsten; das Erstere würde eine Übergabe (Staatsgebiet incl. Vermögen) an eine relativ ähnliche Ethnie darstellen, von der man sich noch einen angenehmen Austrag ausbedingen könnte, das andere würde eine Art Herren-Sklaven - Beziehung zum gegenseitigen Nutzen bedeuten (die Überalterung könnte hier noch eine Zeitlang sich übersteigern). Die Modelle Russland und Iran sind aufgrund der turmhohen militärischen Überlegenheit (Russland) bzw. des aggressiven Charakters der dann manifestierten islamischen Führungsmacht Iran mit dem unmittelbaren Untergang der europäischen Restkultur gleichzusetzen.



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