ich sehe aber absolut keine Entwarnung

Geschrieben von Faultier am 12.02.2007 16:34:00:

Eine interessante Betrachtungsweise. Hab den Link in die Sammlung aufgenommen. Allerdings traue ich dem Frieden so nicht, denn angesichts der Volumina, die an den Finanzmärkten bewegt werden ist es wohl nicht mehr machbar, die Folgen großer Schieflagen einfach durch Einkommensverlust der Bevölkerung auszugleichen. Ich sehe also keine Entwarnung in Bezug auf einen möglichen Crash, der vom Derivatemarkt ausgehen könnte und die Banken hinwegrafft und anschließend viele kleine und große Unternehmen mitsamt ihrer abhängigen Beschäftigten und die von ihnen gespeisten Sozialkassen.

Zuzustimmen geneigt bin ich bei folgendem Gedanken: die arbeitenden und steuerzahlenden Menschen sind in der Masse nicht mehr in der Lage, sich gegen ihre Ausplünderung zu wehren. Darum ist es möglich, mit der Staatsmacht jedes Jahr Steuererhöhungen und Kostensteigerungen durchzusetzen und diese Einnnahmen dann elegant in die eigenen Taschen zu wirtschaften. Daß dieser Weg auch nicht immer so schwedisch glatt geht, zeigte ja die Staatspleite Argentiniens. Gleichzeitig zeigte diese Staatspleite aber auch, daß die Verursacher genug Zeit und Möglichkeit haben, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Bis hier hin ist für mich die Welt ja auch noch in Ordnung. Es gibt aber noch einen Pferdefuß: Volksverarmung bringt langfristig anarchistische Zustände. Diese beginnen sich in kleinen Schritten in den entstehenden Slums zu entwickeln und greifen immer weiter auf andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens über.

Dieser Umstand könnte aber dazu führen, daß in einigen Ländern wieder gewaltsame Umwälzungen vorgenommen werden. Es könnten religiöse, faschistische oder auch pseudosozialistische Diktaturen entstehen. Solche Diktaturen könnten wiederum allerlei Kriegs- und Krisenökonomien entwickeln und da gibt es nur eine vorsorgliche Maßnahme: rechtzeitiges Abtauchen. Man muß ja nicht gleich mit Kind und Ziege in die Berge umziehen. Es reicht aus, wenn man schon einmal einige Äußerlichkeiten langsam verändert, sich vom Job trennt, ein bescheidenes Haus auf dem Dorf kauft und den Protzschlitten gegen ein zerschrammtes Allzweckauto eintauscht.

Das Faultier



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