Beitrag über Goldwährung

Geschrieben von Oldy am 17.02.2007 00:13:00:

Weil derzeit wieder eine Rückkehr zur Goldwährung erwogen wird, stelle ich hier einen etwas älteren Beitrag von mir herein, der trotz etwas veränderten Goldpreis noch immer volle Aktualität hat, Es wird nie wieder eine Goldwährung geben.
Und wir stehen kurz vor dem Zusammenbruch des Petrodaollarsystems.

Eigenartige Folgen des Goldwahns.
Es ist schon eigenartig wie sich manche Goldbugs die Goldwährung vorstellen. Da erwarten sie einen Goldpreis von 800 bis 3000 Dollar und nehmen an, daß die Staaten dann eine Goldwährung einführen können. Manche etwas schlauere glauben zwar, daß die Staaten, oder einige von ihnen, schon früher eine Goldwährung einführen und daß dann durch die zusätzliche Nachfrage der Goldpreis, der dann dem Geldwert entspricht, steigen wird. Dieses Szenario ist auch etwas wahrscheinlicher, denn bei einem hohen Goldpreis kann sich kein Staat eine Einführung leisten. Vorher könnten sie vielleicht dumm genug dafür sein.
Was bedeutet aber eine angenommene Verteuerung des Geldes um das Dreifache? Es bedeutet nicht anderes, daß dann die Waren im Durchschnitt und Vergleich zum Goldgeld nur mehr ein Drittel kosten. Das wäre aber Deflation in einem Ausmaß wie es sie noch nie gegeben hat. In der Weltwirtschaftskrise waren 10 % jährlicher Preisverfall schon ein derartiges Resultat, daß die Wirtschaft dabei zum Erliegen kam. Wie stellen sich die Goldwährungsanhänger das vor wenn bei der von ihnen selber erträumten Steigerung des Gold(Geld)wertes die Preise aller Güter um 60 % oder mehr fallen?
Vom jetztigen Goldpreis auf 800 sind es drei mal und wenn das Gold wieder Geld wäre müssen die Preise der Güter dann auf ein Drittel fallen. Das ist einfachste Mathematik, welche ein Volksschüler nachvollziehen kann aber unsere Goldwährungsanhänger können es anscheinend nicht.
Früher einmal war eine Rückkehr zur Goldwährung noch immer möglich, wenn sie auch oft durch eine Deflation erkauft werden mußte, weil das System sich nie so weit aus dem Gleichgewicht entfernt hatte. Einige Jahre Deflation mit 10 % Preisrückgängen konnten die Sache wieder ins Gleichgewicht bringen. Daß die Deflationen in der Geschichte manchmal dabei große Reiche zerstörten, sah niemand als deren Auswirkung und es kam ja auch nicht immer so weit. Meistens beendete ein Krieg vorher die Deflation und man ging vom Goldstandard ab, um ihn zu finanzieren. Nach dem Krieg erzwangen die Sieger dann wieder die Rückkehr zum Goldstandard.
Heute ist es dafür schon lange zu spät. Eine Goldwährung kann heute nur mehr NACH der Auflösung des weltweiten Schuld-Guthabenpaares durch Hyperinflation eingeführt werden. Vor dem haben aber alle Politiker und die sie beeinflussenden Geldmagnaten eine gewaltige Scheu und versuchen sie zumindestens in einigen Ländern zu verhindern solange es geht.
Beim amerikanischen Dollar ist das durch den Reservewährungsbonus bisher gelungen und Europa hat durch den Euro den Zusammenbruch einiger europäischer Schwachwährungen auch verhindern können. Nun ist aber selbst Deutschland durch den währungstechnisch falsch gehandhabten Zusammenschluß schon angeschlagen nicht mehr der Wirtschaftsmotor, der den Eurowert erhalten kann. Die Inflation sowohl des Dollars wie auch des Euro wird kaum aufgehalten werden können. Die Flucht nach vorne mit einem Euro-Dollarzusammenschluß mag genau so wie beim Euro das böse Ende noch etwas hinauszögern, aber eine wirkliche Lösung wird es nur mit einer wesentlich umfassenderen Währungsreform geben können. Dafür sind leider außer den Gogos nicht einmal Ansätze zu erkennen.
Trotzdem ist Anlaß zu Hoffnung. Eine Deflationspolitik kann in den Industriestaaten nicht mehr für längere Zeit gemacht werden, ohne Gesellgeldalternativen auf den Plan zu bringen. Japan ging einen zehn Jahre langen Weg der Disinflation und ist jetzt gerade am Anfang einer Deflation, aber schon zeigen sich erste Ansätze für Gesellgeld. Argentinien versuchte sich an den Reservewährungsbonus des Dollars anzuschließen und erlitt Schiffbruch. Leider gingen dort die Creditos den falschen Weg, aber das wird nicht immer mit alternativen Wöhrungen passieren. Der richtige Weg, der Weg der Gogos, ist schon bekannt und wird irgendwann und irgendwo gegangen werden.



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