Zur Erinnerung an Reinhard Deutsch

Geschrieben von Oldy am 17.02.2007 03:59:00:

Ich weiß nicht einmal mehr, ob dieser Beitrag noch aus dem F.D.P. Forum stammt, wo ich gerade den Nick Oldy begann, aber ich glaube kaum, daß ich damals schon die Gogos entwickelt hatte. Nur mit Reinhard Deutsch kreuzte ich damals schon die Klingen. Er war, wie Dottore jemand, der mir half, die Gogos zu entwickeln. Eigentlich geht er mir nun ab.
Lest selber, wie friedlich wir eigentlich gestritten haben.


Geschrieben von R.Deutsch am 21. Dezember 2001 15:16:30:
Lieber Dimi,
Du schreibst:
Ich möchte Deckung und gesamtwirtschaftliche Geldproblematik (m.E. relative Geld- und Kreditmenge) lediglich getrennt analysieren
kann es sein, dass Du die Auffassung vertrittst, die Geldmenge müsse der Gütermenge angepasst werden? Zum Gedanken der Deckung gehört, dass die Geldmenge nicht aktiv gesteuert wird. Weiter schreibst Du:
Oldy: Zum Gedanken der Golddeckung gehört, daß sich die Wirtschaft gefälligst an das Gold zu richten hat. Wenn zu wenig davon als Geld auf dem Markt ist, weil es die Leute verschatzen, haben sich gefälligst die Preise danach zu richten und zu fallen. Daß dann kein Geschäft mehr möglich ist, macht dem Gold gar nichts aus. Man bekommt ja dann mehr Waren dafür und die Arbeitslosen sollen sich um sich selber kümmern.
Du weichst aus. Wenn, sagen wir, 90% des Warenwertes bei Warengeld aus dem Geldgebrauch bzw. aus administrativer Handlung (Festlegung Goldstandard) stammen, erhälst Du auch bei Warengeld nur 10% 'sofortige Gegenleistung' und 90% Luft.
Gold wird derzeit mit etwa 300 Dollar bewertet. Dies ist reiner Warenwert - denn Gold ist ja kein Geld. Ich habe also 100% sofortige Gegenleistung, wenn ich heute für eine Unze Gold etwas hergebe.
Oldy: Da es keinen Wert einer Ware gibt sondern nur einen Preis, der für einen Händler Einstandspreis oder Verkaufspreis sein kann, wobei aber der Verkaufspreis nur ein verlangter Preis ist. Das ist auch etwas, was die Fibu Buchhalter und Debitisten bei ihren Spielchen immer vergessen, wenn sie fragen, woher das Geld für die Zinsen der Schulden herkommt. Es kommt vom höheren Verkaufspreis her.
Die Ware Gold ist soviel wert, weil sie glänzt, schön ist, oder aus welchen Gründen immer die Menschen diesem Gold subjektiv soviel Wert beimessen. In dem Maße, in dem Gold wieder Geld wird, entsteht der Zusatznutzen der Liquidität (Tauschbereitschaft). In geringerem Ausmaß macht das unser jetztiges Geld auch, wie sich gerade jetzt beim Euroumtausch gezeigt hat.
Oldy: Gold ist sehr selten Tauschbereitschaft weil laufend mehr als 95% als Wertaufbewahrungsmittel oder Pfand verwendet wurde solange es Geld war. In geringerem Ausmaß macht das unser jetztiges Geld auch, wie sich gerade jetzt beim Euroumtausch gezeigt hat.

Wenn Gold dann als Geld bei 3000 steht (könnte ungefähr hinkommen :-)), sind die 2700 keine Luft, ebenso wenig, wie die Schönheit jetzt Luft ist, sondern die Menschen messen dann dem Gold subjektiv diesen höheren Wert bei, weil es nicht nur den Nutzen Schönheit, sondern zusätzlich den Nutzen Liquidität stiftet. Dieser Nutzen ist aber unmittelbar mit der Ware verbunden, etwa wie bei einer alten Münze, die nicht nur einen Goldwert, sondern auch einen historischen Zusatzwert hat. Er ist eine Eigenschaft der Ware selbst, anders als bei einem Geldschein. So wie Wolle Wärme verschafft, so verschafft Gold Tauschbereitschaft.
Oldy: Schon wieder diese spuriose Tauschbereitschaft. Die dem Goldgeld gegenüberstehende Ware ist es, die gezwungenermaßen tauschbereit sein muß. Das Gold währt ewig und kann sich ewig dem Tausch verweigern.
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Ebensowenig wie Wärme bei Wolle von Staatswegen wegverfügt werden kann, ebenso wenig kann Tauschbereitschaft bei Gold von Staatswegen wegverfügt werden. Es ist eine Eigenschaft, die mit der Ware verbunden ist und mit der Ware übergeben wird. Während mit einem Geldschein nur die Information weitergereicht wird - ich habe etwas geleistet und kann eine Gegenleistung erwarten.
Oldy: Und schon wieder die nicht existente Tauschbereitschaft des Goldes. Auch ein Geldschein, der allgemein akzeptiertes Tauschmittel ist, ist nicht nur Information , weil auch er die Infomation ist, daß der Besitzer dafür etwas geleistet hat und diese Leistung jetzt in Form einer Ware auf dem Markt für den Geldschein zur Verfügung steht. Was der Geldschein wert ist kann jeder an den angebotenen Preisen der Waren ermessen und er hat das schon vorher beim Preis seiner Leistung bedacht.
Daß sich der Wert mit den Preisen im Laufe der Zeit verändern kann, ändert die Sachlage nicht, denn dasselbe passiert ja auch mit dem Goldgeld. Damit allerdings meist in die Richtung, daß es im Verhältnis zu den Preisen der Güter mehr wert wird. Darauf hoffen ja die Goldbugs schon seit Jahren. Sie werden sich dann allerdings wundern. Wenn Gold 3000 Dollar kostet - und das könnte schon kommen - dann ist aber das Gold nur viel mehr Dollar wert und das besagt noch lange nicht wieviel der Dollar dann im Verhältnis zu den Waren wert ist.



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