Re: Gutschein

Geschrieben von M.Raptis am 18.02.2007 17:16:00:

>Hallo MR,
>das Gutscheinthema hatten wir schon so oft.. :-)
>Wenn ein Gutschein für Etwas emittiert wird, dann bleibt der Gutschein während seiner gesamten Laufzeit ein Platzhalter für dieses Etwas. Der Gutschein ist damit unabhängig von einem evt. veränderlichen Preis dieses Etwas, gemessen in GZ.
>Bitte nennen Sie ein Beispiel warum das so nicht funktionieren soll.

Gerne nenne ich ein paar Beispiele.
Erstes Beispiel: Angenommen Regioemittent X ist der einzige Regio-Herausgeber und gibt Gutscheine im vergleichbaren Wert von 100.000 Euro heraus. Die Gutscheine deckt er mit seinem Warenlager. Eines Tages verbrennt sein Lagerraum, weil X die Versicherungssumme kassieren will. Die Versicherung erfährt das und zahlt nix. Wo ist die "Sicherheit" der Gutscheine?
Zweites Beispiel: Es befinden sich Gutscheine im vergleichbaren Wert von 100.000 Euro im Umlauf. Die Umlaufgeschwindigkeit ist konstant, genauso der Wert der dafür aufkaufbaren Warenmenge. Die Inflationsrate liegt bei 0%. Das Problem ist nur, dass es nicht nur einen, sondern viele Regio-Herausgeber gibt. Nun entscheidet sich einer von denen nicht 500 sondern 550 Gutscheine herauszugeben. Mögliche Folge: Inflation. Oder ein anderer gibt nur 400 Gutscheine heraus. Mögliche Folge: Deflation. Selbst, wenn die Kaufkraftstabilität im Gegensatz zu Oldy's Ansicht doch zentral überwacht werden sollte, gibt es Probleme mit der Kaufkraftstabilität. Denn die "Regio-Überwachungszentrale" kann nicht voraussehen, inwieweit sich die aufkaufbare Warenmenge zum Beispiel durch Wirtschaftswachstum, Steuererhöhungen, Naturkatastrophen, Rohstoffmangel oder sonstwas in Relation zur Regiomenge verändert. Die Regiowert-Überwachungszentrale kann die Regiomengen nur im Nachhinein angleichen. Wenn man das vorhersehen könnte, dann würde auch die EZB die Inflationsrate bei weniger als 0,1% halten. Die Kaufkraftstabilität bezieht sich nicht darauf, wodurch das Geld gedeckt ist (Ob Gold, Silber, Wertpapiere oder Rinder ist egal), sondern auf die Relation zwischen der Geldmenge und der dafür aufkaufbaren Gütermenge.



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