Re: Es läuft mehr und mehr auf die Begriffe Staat und Zentralbank hinaus .

Geschrieben von Gastronom am 18.02.2007 21:08:00:

Hallo Hr. Grek,
>Übersetzt in die heutige Zeit und aus den Fehlern der Vergangenheit lernend bedeutet das für mich, daß kein Staat mehr alleiniger Herausgeber einer Währung sein darf, sondern daß die Bürger und vor allem diejenigen, die an der aktiven Wertschöpfung sprich Bruttosozialprodukt, mit dem die jeweilige Währung gedeckt sein sollte, viel stärker an diesem Vorgang kontrollierend mitzugestalten haben.
>In diese Thematik gehört dann selbstverständlich auch ein adäquates Wahlrecht (z. B. Familienwahlrecht) und Volksabstimmungen mit mehr Mitspracherecht der Bürger statt der augenblicklichen medialen Parteiendiktatur.
Ihr Beitrag war sowohl inhaltlich als auch rhethorisch anspruchsvoll. Prinzipiell haben Sie mit Ihren Folgerungen Recht, allerdings sind diese vor dem Hintergrund der Realität in die Rubrik des romantischen Idealismus einzuordnen. Die Konsequenz, ein adäquates Wahlrecht bzw. Mitspracherecht einzuführen, scheitert an 2 Dingen sehr schnell:
1. Die bisherigen Machthaber sind auch bei wesentlich unbedeutenderen Dingen nicht gewillt, sich in ihre Machenschaften durch das Volk hineinreden zu lassen. Speziell in Deutschland ist das völlige Fehlen von Plebisziten auf Bundesebene ein schlagendes Beispiel; die pseudokommunistisch aufgebaute EU stellt hierzu noch eine groteske Übersteigerung dar.
Angesichts dieser staatlichen Strukturen muss es einem echt wundern, dass im Bankenwesen noch dermaßen geregelte und verlässliche Strukturen und Praktiken herrschen, wie dies momentan der Fall ist. Auch die Bilanzlegung sowie zugehörige Transparenz stehen hier auf einem ganz anderem Level, als es von den politischen Führungsriegen vorgelebt wird.
2. Wenn das Volk hier mitreden sollte, kann man die Augen auch nicht verschließen vor der weit verbreitenden tiefgreifenden Volks- und auch Betriebswirtschaftlichen Unkenntniss bei vielen. Solange dieser Mangel nicht behoben ist, und ich sehe keine Möglichkeit, diesen zu beheben (z. B. ist es bisher auch nicht gelungen, die wesentlich einfachere Problematik des Analphabetismus nachhaltig zu lösen), würde jegliche Veränderung hin zu mehr Volksmitsprache gerissenen Demagogen unabhängig welcher Färbung Tür und Tor öffnen; der Einzug offen krimineller Elemente und Praktiken in das Banken- und Währungswesen wäre vorprogrammiert, und gerade jene, die vorher mitgeredet haben, anschließend die Verlierer.
Diese beiden Punkte sollten bedacht werden.
Zum Thema Wertschöpfung:
Ein Großteil der Bevölkerung, die Wertschöpfung verrichtet, tut dies aus mehr oder weniger ausgeprägtem offenem oder verdecktem Zwang und nicht aus Verständnis für den Wertschöfungsprozess. Prinzipiell wird gearbeitet für Geld, und wenn man Geld auch ohne Arbeit bekäme, würden viele sicher diese Option wählen. Wenn man schließlich arbeitet (d. h. am Arbeitsplatz anwesend ist), würden wiederum viele die Option Nichtwertschöpfung bevorzugen (z. B. Internet surfen, Bildzeitung lesen, Karten spielen, Bier trinken, etc.), wenn sie nicht durch Gruppenzwang (Gruppenarbeit) oder durch entsprechende Disziplinarmaßnahmen der Vorgesetzten hierzu angehalten würden.
Wertschöpfend in dem von Ihnen genannten Sinne, wirkt in erster Linie der selbständig tätige Unternehmer, und vielleicht noch ein geringer Prozentsatz im abhängigen Beschäftigungsverhältnis. Wobei auch hier die Brücke zum Währungswesen oft nur sehr schwer zu spannen ist, da nehme ich mich nicht aus.
Gastronom

Gastronom



Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken um sich einzuloggen