Re: Was ist Geld? Versuch einer Definition.

Geschrieben von Peter X am 18.02.2007 21:59:00:

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>>mmmmmmmmmmmmmmmmm
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>>Oldy denkt da ganz klar und er weiß da über die Historie des Fractional Reserve Banking durch die Goldschmiede sehr gut Bescheid.
>>Aber die Bretter vor Ihrem Kopf sind so dick, daß Sie Ihnen offensichtlich jegliche Klarsicht verwehren.
>>Es ist kein Problem für einen Nichtbanker (ich hingegen bin Inhaber einer amtlichen Banklizenz, erteilt durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gem. § 1 Abs. 1a Ziff. 3 KWG) etwas im Geldwesen nicht zu wissen. Es ist aber ein großes Problem lernresistent zu sein und über banktechnisch eindeutige Vorgänge Unsinniges zu verbreiten; dann wird man nämlich nicht mehr ernst genommen. :-)))))) Aber vieleicht will ja Krümel der Barbar hier der Forumsclown sein. :-))) Sein Nick deutet ja schon irgenwie in diese Richtung. :-)))
>>Peter_X
>Oldy $$$
>Peter, Du beeindruckst mich. Inhaber einer Banklizenz bist Du also auch. Wozu brauchst Du die eigentlich? Für die Schweiz? Ein normaler Vermögensverwalter, selbst wenn er Vermögen im dreistelligen Millionenbereich verwaltet, braucht so etwas doch nicht, oder?
>Hat eigentlich die Schweiz noch eine Mindestreservepflicht? So viel ich mich erinnere, war sie 2%. Wie hoh ist sie jetzt in Deutschland? Oder ist das einheitlich im Euroraum?
>Welche Bankgeschäfte machst Du eigentlich? Vergibst Du auch Kredite? Oder brauchst Du die Lizenz nur für Überweisungen? Du hast mich wirklich neugierig gemacht.

mmmmmmmmmmmmm

Lieber Hans
Gewerbsmäßige (!) Vermögensverwaltung durch Finanzportfolio-Management ist in Deutschland (auch in der gesamten EU) ein Bankgeschäft, nach dem Kreditwesengesetz und dem Wertpapierhandelsgesetz in D., das ohne Lizenz nicht ausgeübt werden darf (Strafbewehrung bei Zuwiderhandlung). (sh. § 1, Abs. 1a, Ziff 3 KWG i.V.m. §§ 32, 64e KWG und §§ 1 ff. WpHG. Du findest den vollen Gesetzestext in den Web-Seiten der Bafin. (Es darf auch z. B. niemand einem anderen einen Blinddarm entfernen, wenn er nicht approbierter Arzt ist. :-)))
In der Schweiz gibt es die Bestimmungen der Schweizer Bankiervereinigung mit den SROs. Für meine künftige schweizerische Vermögensverwaltungs-Aktiengesellschaft (ich werde ca. 90 % halten) gelten diese Bestimmungen.
Das Mindestreserve-Soll eines Instituts in der EU wird ermittelt, indem die Mindestreservebasis mit einem Mindestreservesatz multipliziert wird. Die EZB wendet einen einheitlichen positiven Reservesatz auf den überwiegenden Teil der in der Mindestreservebasis enthaltenen Bilanzposten an. Dieser Mindestreservesatz wurde zu Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion auf 2 % festgesetzt. Wie bereits erwähnt, wird das Mindestreserve-Soll jedes einzelnen Instituts durch Anwendung des Mindestreservesatzes auf die Mindestreservebasis berechnet. Die Institute können einen einheitlichen Freibetrag von ihrem Mindestreserve-Soll abziehen. Seit Beginn der dritten Stufe der WWU dürfen sie 100.000 abziehen. Mit diesem Freibetrag sollen die Verwaltungskosten bei einem sehr geringfügigen Mindestreserve-Soll verringert werden; für Slowenien ist es schon differenzierter. Geregelt ist alles in einer Verordnung http://www.eu-info.de/static/common/files/view/194/Mindestreservepflicht.pdf
Du sprichst mich vermutlich auf die Schweiz an, weil Du weißt, daß ich Aktionär der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bin. Aber mit Verlaub, ich kümmere mich zwar sehr um das schweizerische Aktienwesen aber nur im notwendigen Umfang um die Geldpolitik der SNB. Das geldpolitische Instrumentarium der SNB ist in den Richtlinien nach dem letzten Stande vom 29.6.2006 festgelegt. Die SNB kann Mindestreserven festsetzen (sh. Abschnitt 5 dieser Richtlinien http://www.snb.ch/d/snb/index.html?file=recht/content_recht.html%236 Das Hauptinstrumentarium der SNB beruht jedoch auf dem Reprogeschäft - Hauptfinanzierungsgeschäfte und Abschöpfungsgeschäfte, Feinsteuerungsgeschäfte, Innertagsfacilitäten, Engpassfinanzierungsfacilitäten, SNB-reprofähigen Effekten und einem Notfallverfahren. In Ziff. 3 der Richtlinien der SNB sind weitere Geldpolitische Instrumente (bitte am Link nachlesen) aufgeführt. Dann gibt es noch nach Abschnitt 4 außerordentliche Liquiditätshilfen.
Nein, die Zulassung Kredite zu vergeben habe ich nicht. Ich habe auch nicht die geringste Lust mich mit Geld- und Kreditgeschäften herumzuschlagen. Mir reicht der Betrieb des Bankgeschäfts in Form des klassischen Finanzportfolio-Managements vollauf. Man muß sich auch im Bankgeschäft spezialisieren um konkurrenzfähig zu sein; nur nicht verzetteln. Mit den Universalbanken, die "alles" machen, nehme ich es daher im Wertpapiergeschäft zu jeder "Tages- und Nachtzeit auf. Dafür kosten mich meine angestellten Spezialisten auch Super-Gehälter.
Gruß
Peter_X



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