Re: @FdA, @PeterX: Bitte um Antwort

Geschrieben von Francisco d-Anconia am 18.02.2007 22:21:00:

>Geehrte Kollegen, Francisco und Peter,
>>Soweit ich es erkennen kann, sind die einzigen hier im Forum (die neben mir:-)) FRB richtig erkannt haben, Oldy und Francisco d'A. Der härteste Leugner ist Herr Hannich.
>>Gruß
>>Peter_X
>
>so wie Sie schildern, verfügen Sie beide in etwa über einen ähnlich gelagerten Ausbildungsstand und Erfahrungshorizont, was sich z. T. sogar im literarischen Stil niederschlägt. Da FdA letztens sehr wenig Zeit hatte, auf eine praktische Frage meinerseits in Zusammenhang mit Fractional Reserve Banking ausführlich zu antworten, und der Diskussionstext mittlerweile im Archiv gelandet ist, möchte ich ihn noch einmal hereinkopieren:
>Hier der Dialog in gekürzter Form:
>Geschrieben von Francisco d-Anconia am 12. Februar 2007 01:01:12:
>Als Antwort auf: Re: Wo sind die Beweise? geschrieben von Gastronom am 11. Februar 2007 20:17:44:
>Gastronom:
>>Ich möchte trotzdem versuchen, aus Ihrer Zusammenfassung Schlüsse zu ziehen:
>>>Zusammenfassung:
>>>1. Eine aktive Geldschöpfung findet statt, wenn Banken (Geschäftsbanken oder Zentral-
>>>bank) von Nichtbanken Aktiva erwerben, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, und dafür Zahlungsmittel hergeben. Eine aktive Geldvernichtung findet statt, wenn Banken an Nichtbanken Aktiva abstoßen, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, und dafür von den Nichtbanken Zahlungsmittel erhalten.
>>Gastronom:
>>Das Beispiel ist für mich vereinfacht so: eine Bank erwirbt eine neue Geschäftsstelle und gibt dafür Zahlungsmittel her. Dies wäre aktive Geldschöpfung, aber an sich jedoch aus Wertschöpfungssicht eher negativ; wesentlich besser wäre es doch, wenn die Bank ihre Geschäftsprozesse so optimieren würde, dass sie die Immobilie nicht erwerben müsste, oder? Dieses Beispiel der Eigennutzung stell eine Verkürzung dar; in der Praxis ist die Bank in der Regel nicht gleich Eigennutzer, sondern Mittelsmann. Allerdings stellt sich die Frage, ob dieses Beispiel 1 in der realen Welt in Reinform überhaupt vorkommt, oder ob die Banken vielmehr über z. B. Immobilienfonds nur in der Rolle des Kreditgebers auftreten. Die Rolle der Bank als Makler (Kauf und dann wieder Verkauf) würde mit dem Verkauf gegen Zahlungsmittel die im Erstgeschäft erfolgt Geldschöpfung wieder neutralisieren. Es bliebe am Ende des Tages ausser der Provision nur die Nettodifferenz zwischen Kaufs- und Verkaufspreis als Gewinn für die Bank.
>>
>>>2. Eine passive Geldschöpfung findet statt, wenn Nichtbanken Forderungen an Banken,
>>>die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, liquidieren und dafür Zahlungsmittel erhalten. Eine passive Geldvernichtung findet statt, wenn Nichtbanken Forderungen an Banken, die keine inländischen Zahlungsmittel darstellen, von Banken erwerben und dafür Zahlungsmittel hergeben.
>>Gastronom:
>>Dies würde bedeuten, dass im Falle eines Vertrauensverlustes in das Bankwesen, wenn die Kunden massiv Bargeld von der Bank abheben, d. h. Forderungen liquidieren, eine passive Geldschöpfung betrieben würde, da sie im Gegenzug von der Bank Zahlungsmittel erhalten? Oder sehe ich hier was falsch? Wie lange hält die Bank diese passive Geldschöpfung durch? Vor allem am Beispiel 7 würde dies klar, wenn auf die Einzahlung auf das Girokonto verzichtet und alles in Noten abgehoben würde.
>>>3. In einem Mischgeldsystem resultiert die Geldschöpfung bzw. Geldvernichtung in einer
>>>Änderung des Bestandes an Giralgeld der Geschäftsbanken im Bereich der Nichtbanken.
>>Gastronom:
>>Dies ist mir zu hoch, da müsste ich mich von der Theorie deutlich tiefer einarbeiten, um diesen Satz richtig auslegen zu können. Dafür fehlt mir jedoch die Zeit, da ich meinen Beruf ausübe. Ich kann es nur so lesen: wenn z. B. Unternehmen (oder auch Konsumenten) zu Nettosparern werden, d. h. ihren Eigenkapitalanteil steigern, dann stellt dies eine Geldvernichtung dar. Umgekehrt führt eine steigende Summe an Verbindlichkeiten zu einer Geldschöpfung: Im Falle maximaler Geldschöpfung sind zum Schluss 98 % aller Teilnehmer vollkommen pleite. Im banalen Sprachgebrauch drängt sich hier die Verwandschaft zum Begriff "Blase" auf.
>>Dies stellt wie gesagt die Sichtweise des Laien und Nicht-Bankfachmannes dar.
>>Gastronom
>
>lllllllllllllllllllllllllllllllll
>Werter Herr Gastronmom
>Leider, leider habe ich heute Nacht und die nächsten Tage zu wenig Zeit, um ausführlich auf ihre Fragen einzugehen. Meine Darstellung war der ganz normale Lehrstoff an allen unseren Universitäten der volkswirtschaftlichen Fakultäten, vielleicht ein bißchen kompliziert aber unumstößlich durch die Buchungsbeispiele zum Fractional Reserve Banking.
>Etwas einfacher finden Sie es in den Seiten unserer Zentralbank dargestellt unter
>http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_04.pdf
>und auch bei Herrn Mensching unter: http://www.systemfehler.de/z-147-33-39.pdf Herr Mensching erklärt auch sehr schön den Unterschied zu einem exogenen und einem endogenen Geldsystem und warum wir deshalb Freigeld heutzutage gar nicht brauchen.
>
>Gastronom:
>Ich habe mir die Links von Francisco auch angeschaut, aber um eine kurze Ausformulierung, die auch Nicht-Volkswirtschaftler verstehen, wäre ich dankbar. Speziell die Punkte 2 und 3 würden mich besonders interessieren, gerade in Hinblick auf Krisen in Finanzsystemen, unter Einbeziehung wahrscheinlicher Verhaltensweisen der Massen in solchen Situationen.
>Vielen Dank vorab.
>Gastronom

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Ich werde es Ihnen beantworten. Leider muß ich da Vieles zerpflücken, da Sie die Zusammenfassung zur Geldschöpfung mit Sachverhalten vermischen, die da nicht hingehören.
Leider kann ich es auch heute abend aus zeitlichen Gründen nicht mehr.
Vielleicht findet Peter_X Zeit, der ist am Geschehen beruflich näher dran.
Guten Abend
FdA



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