Buchgeldfragen

Geschrieben von Oldy am 19.02.2007 04:14:00:

Die Bedeutungslosigkeit von Buchgeld.
Anscheinend hat keiner der heutigen Buchgeldfreiwirte Gesell gelesen. Er stellte ganz klar fest, daß nach der Einführung von umlaufgesichertem und kaufkraftbeständigen Freigeld, welches bei ihm ganz klar NUR Bargeld war, die Bedeutung ALLER Geldersatzmittel verschwinden würde. (NaWO Seite 168, 321, 368)
Daß nur umlaufendes Geld als Gegenspieler der Waren auf dem Markt wirksames Geld ist, welches nach dem Gesetz von Angebot die Warenpreise bestimmt deren Gesamtheit dann den Wert des Geldes bestimmen, scheint auch niemand zu sehen.
Daß Geld mit einer Umlaufgeschwindigkeit von selbst nur 20 im Jahr mehr Wirkung hat als Geldersatzmittel mit einer viel langsameren Umlaufgeschwindigkeit berührt niemand. Daß Wörgl bewiesen hat, daß umlaufgesichertes Geld auch 500 mal im Jahr umlaufen kann, wird unterschlagen. Daß normaler Menschenverstand sehen kann, daß ein Geldschein jeden Tag öfters den Besitzer wechseln kann und zum Einkauf von Waren oder Dienstleistungen verwendet werden kann, wird unterdrückt. Warum im Durchschnitt Bargeld nur an zwanzig Tagen des Jahres bewegt wird, kommt niemand eigenartig vor.
Daß das heißt, daß dieses Geld nur 20 mal im Jahr Waren bewegt, während das Wörgler Geld dies 500 mal tat - da ist komplette Mattscheibe bei allen Buchgeldtheoretikern. Sie konzentrieren sich auf die Buchgeldbewegungen, die oft rein spekulativer Geldwechsel sind und nicht mit Warenbewegungen und Warenzahlungen verbunden sind und behaupten, daß es heute eben anders sei als in der Zeit von Wörgl.
Es hat wenig Sinn diesen Leuten klar machen zu wollen, daß umlaufgesichertes Geld spielend so schnell umlaufen kann, um alle Waren und Dienstleistungen vom Markt zu räumen und daß dann ALLE Geldersatzmittel überflüssig sind, zugleich mit dem nicht umlaufgesichertem Geld. Man wird es ihnen zeigen müssen. Wenn dann erst die Gogos, welche ja angeblich nicht angenommen werden ihre Kaufkraft erhalten, während sich die Wertlosigkeit des anderen Geldes herausstellt, werden sie es vielleicht sehen.
Unterguggenberger hat es ihnen gezeigt und wenn sogenannte Freiwirte das nicht sehen wollen, muß man an ihren wahren Motiven zweifeln. Sie wollen sicherlich nicht Freigeld im Sinne Gesells einführen. Kaufkraft des Geldes haben sie genau so wie die Umlaufsicherung nicht mehr auf ihrer Agenda und man muß sich wundern, was sie überhaupt noch an Gesell bindet.
Gesell hat sehr viel erkannt, nur eines nicht. Nämlich, daß die Poltiker und der Staat nie Freigeld einführen werden. Er war auch nicht bei Wära beteiligt, obwohl das schon zu seinen Lebzeiten entstand und Wörgl war ja erst nach seinemTod und ebenso die verfehlten Experimente in Nordamerika. Meines Wissens das letzte 1936 in Alberta Canada.
Erst 2001 begannen neue Experimente in Deutschland. Im Rest der Welt gab und gibt es keine Freigeldexperimente. Alle, wie die Creditos in Argentinien sind nicht Freigeld. Der Bremer Roland war anscheinend der erste, aber er ist als Listengeld mit nur einem Schein im Wert von 5 Euro eine Fehlkonstruktion..Listengeld ist auch der KannWas und dieses System ist umständlich und eignet sich nicht als paralleles Tauschmittel, dafür eignen sich nur das Marken und das Ablaufgeld. Beide werden in verschiedensten Variationen erprobt, Dabei wird oft für die heutige Zeit eine viel zu hohe Umlausicherung von 1% im Monat verwendet und so ein Freigeld wird oft nicht akzeptiert.
Der Chiemgauer ist auch ein Markengeld und hat eine Umlaufsicherung von 2% im Vierteljahr, also 8% im Jahr und ist relativ erfolgreich, aber der Waldviertler in Österreich, der das genau so machte ist wieder eingegangen. Der Volmetaler ist auch ein Markengeld und anscheinend hilft die niedrigere Umlaufsicherung von 1% alle zwei Monate, also 6% im Jahr ihn recht erfolgreich zu machen. Seit Oktober 2006 geben sie auch einen leistungsgedeckten Gogo-Volmetaler heraus und das scheint recht erfolgreich zu sein.
Ebenfalls seit Oktober 2006 gibt es das Rheingold. Das ist ein Ablaufgeld mit 5% Gebühr und scheint sich recht schnell zu verbreiten. Auch das ist leistungsgedeckt. Auf derselben Basis gibt es noch einige andere, aber die haben noch keine wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Das ist im großen und ganzen die Situation heute. Es sind aber noch viele Initiativen in den Startlöchern und jede Woche hört man wieder in den Zeitungen von neuen Experimenten, die begonnen haben oder kurz vor dem Beginn sind.
Da habe ich doch tatsächlich nicht gesagt, daß es in Canada doch auch ein Freigeld gegeben hat. Die Gogos. Die haben sich aber nicht durchgesetzt, weil die globalen Monople schon die Hälfte der Gewerbetreibenden ruiniert hatten und es nicht mehr genug für Kreisläufe gab, aber sie waren beispielgebend für einige Experimente in Deutschland, unter anderen für Rheingold und den Gießener Justus, der leider. im Jänner 2007 aufgehört hat, weil auch er nicht die notwendigen Kreisläufe aufbauen konnte.



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