Das Ende der Freiwirtschaft Gesells

Geschrieben von Oldy am 19.02.2007 05:26:00:


Freiwirtschaftsende.
Es ist gar nicht so schwer das Ende der Freiwirtschaftsidee Silvio Gesellss vorauszusehen, wenn man betrachtet, was die meisten seiner Epigonen daraus gemacht haben.
Es ist fast nichts mehr von seinen grundsätzlichen Ideen erhalten geblieben. Aus Ausgleich des Vorteiles von kaufkraftbeständigem Bargeld durch 5.2% im Jahr wurden 104% durch Irving Fisher.
Verstehen tut die Sache sowieso niemand mehr.Viele glauben, daß 5% Inflation auf den Wert allen Geldes und aller Geldwerte dasselbe sei als die 5% Gebrauchsgebühr auf vielleicht 3 bis 5% der heutigen Bargeldmenge, die bei Freigeld für den gesamten Güterverkehr ausreicht. Das sind zum Teil auch sogenannte Anhänger von Gesell, die damit Gesell`s Festwährung schmählich verraten.
So und so viel Arbeitsleistung oder andere Güter als Gegenwert für das Geld, weil andere das auch akzeptieren, versteht sowieso niemand, obwohl er es täglich erleben kann.

Jeder glaubt, was ihm die Banker erzählen, daß Geld deshalb etwas wert ist, weil es durch Gold gedeckt ist oder in letzter Zeit sagen sie, weil es durch Schuldverplichtungen gedeckt ist. Daß es das nur einmal ist, wenn es wieder zur Nationalbank zurückkehrt und der Schuldschein ausgelöst wird, es aber in der Zwischenzeit als zeitweiliger Gegenwert für Waren verwendet wird, sieht niemand. Noch weniger will jemand sehen, daß die Kosten auf Bargeld den Liquiditätsvorteil des Geldes aufheben und es deshalb nicht mehr als bevorzugtes Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden wird. Darum braucht man ja so viel weniger Freigeld. Seine Gesamtmenge läuft stetig um und die Gesamtkosten der Umlaufsicherung sind lachhaft minimal.
Also, Festwährung und Umlaufsicherung von Bargeld sind hiemit von der Agenda der meisten Freiwirtschaftler verschwunden. Das sind somit zwei der sogenannten drei F der Freiwirtschaft: Freiland, Freigeld, Festwährung.
Bliebe also noch Freiland aber darüber wird auch nicht mehr gesprochen, weil aus dem einfachem Vorverkaufsrecht der Gemeinden ein Vorschlag von Gesell als kommunistische Verstaatlichung angeprangert wird. Er wollte das Land zurückkaufen und die späteren Pachterlöse als Mutterrente verteilen. Das ist etwas utopisches Matriarchat und als solches ein durchaus symphatischer Vorschlag für eine Gesellschaft in der 70% der Menschen in der Landwirtschaft tätig waren. Nun muß natürlich dem Rechnung getragen werden, daß dies nicht mehr der Fall ist und daß es genügt etwas freies Freiland für diejenigen zu haben, die das Land nutzen wollen.
Das ist es also. Die alte Freiwirtschaft ist tot.
Nun beginnt sie aber langsam, wie Phönix aus der Asche zu steigen mit den alternativen zwei F, Festwährung und Freigeld schon fast flügge. Das dritte F, Freiland, ist ansatzweise auch schon vorhanden und wird bei alternativer Einführung der ersten beiden F`s gezwungenerweise weiter entwickelt werden. Zwingende Notwendigkeit wird das ja erst wenn der Zins zu sinken beginnt, was bei lokalem Freigeld erst passieren wird, wenn es sich ausgebreitet und wirkliche Kreisläufe gebildet hat. Allerdings wird durch Wegfall der Inflationsprämie und des Urzinsanteils Freigeldkredit sehr billig sein. Das Land wird im Gegenteil mehr wert werden. Deshalb ist es unsinnig, wenn die alten Freiwirte damit alle Bodenbesitzer abschrecken. Freiland ist nicht Staatssache sondern Gemeindesache und kann auf Gemeindeebene geschaffen werden.
Eine Umschichtung der Grundsteuer vom Gesamtwert von Boden und Gebäuden auf den reinen Bodenwert wird genügen Freiland zu schaffen. Die jetztigen Eigentümer werden gar nicht mehr Steuern zahlen müssen, aber ungenutzes oder wenig genutztes Land wird für den Eigetümer teuer werden und er wrd es daher verkaufen und damit steht es als Freiland zur Verfügung. Die Gemeinden können es auch aufkaufen und als Freiland verpachten.



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