Irrationaler Überschwang und/oder Krieg?

Geschrieben von Seriola am 19.02.2007 22:36:00:

Irrationaler Überschwang und/oder Krieg?

Die Autobauer General Motors (vor ca. 20 Jahren noch das größte Unternehmen der Welt) und Ford erwirtschaften schon seit geraumer Zeit keine Gewinne mehr mit ihren Automobil-Sparten. Die Geschäfte sind hochdefizitär.
Artikel vom April 2005 (kein Aprilscherz!).
Artikel: GM und Ford/Apr. 2005
Eine phantastische Story - Drehbuch wie nach Hollywood
Die Verschuldung von GM übersteigt die des ganzen Landes Argentinien vor dem Staatsbankrott um das ca. 2,5 fache.
Nach Jahr 2005 stieg der berüchtigte Großspekulant Kirk Kerkorian gönnerisch als weißer Riese mit großen Sanierungsplänen ein. Laut Medien hat er im Jahr 2006 seine Anteile wieder veräußert. Der Aktienkurs fiel zwischen dieser Zeit von seiner historischen Unterstützungsmarke um 30 nach idealtypischen Mustern eines Fakes bis auf 18$ herab und hat nun allen Unkenrufen zum Trotz einen langfristigen, mustergültigen Boden ausgebildet. Seitdem befindet sich GM in einem nachhaltigen Aufwärtstrend.

Das Unternehmen wird aktuell mit 20 Mrd. US-$ bewertet. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung von Google liegt ca. 16 mal so hoch!
GM ist ein gigantisches Traditions-Unternehmen und dürfte bedeutende assets sowie human power unterschiedlichster Art gehortet haben.
Seit einigen Tagen berichten die Deutsche Bank und Goldman Sachs von Sanierungs-Fortschritten und, wie sollte es anders sein, empfehlen die Aktien ihren Kunden zum Kauf.
Artikel: GM und Ford/Feb. 2006
Das mit solchen Empfehlungen nur Dumme gesucht werden liegt erstmal auf der Hand. Andererseits wäre ein Bankrott des größten oder gar der zwei größten US-Autobauer (vielleicht fusionieren beide irgendwann einmal?) eine Bankrotterklärung der USA schlechthin und so eigentlich unvorstellbar.
Wenn die USA sich noch auf Jahrzehnte geplante, immens steigende Kosten für immer neues Kriegsmaterial und overkill leisten können, obwohl sie bereits der mit Abstand größte Schuldner der Welt sind, warum sollten sie dann nicht auch zwei defizitäre Multi-Milliarden Dollar Unternehmen nebenher künstlich im Koma halten?
Auch die deutschen Autobauer und auffällig viele Kriegsprofiteure befinden sich in höchst beeindruckenden, spezifischen Aufwärtstrends.
Die Konsum-Stimmung in den USA ist derweil wie eh und je hervorragend...
Ich kann mich deutlichen Parallelen zu den 30er Jahren nicht erwähren - vom Krieg zum Frieden zur "Schein-Prosparität", vom Crash zu einem inszenierten kontraproduktiven "Aufschwung", als Leichenschmaus zum 2. Weltkrieg.
Wird hier gerade ein neues US-Wirtschaftswunder inszeniert?



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