Re: Widerlegung der d'Anconia Beispiele 1 und 2 zum Thema "Giralgeldschöpfung"

Geschrieben von Francisco d-Anconia am 20.02.2007 22:32:00:

>>Francisco d'Anconia: Ich werde die richtigen Buchungsbeispiele aus den Lehrheften unserer Universitäten nachstehend noch einmal einkopieren, jetzt, um die Taschenspielertricks von Herrn Raptis aufzudecken und allgemein, um die Geldschöpfungsmöglichkeiten der Geschäftsbanken in unserem zweistufigen Bankensystem innerhalb der Mindestreservevorschriften (Fractional Reserve Banking) erneut zu beweisen:
>Hallo Francisco d'Anconia!
>Soso, Sie kopieren also die "richtigen" Buchungsbeispiele noch mal rein, das heißt wohl umgekehrt, dass das Beispiel der Bundesbank "falsch" ist. Da bin ich ganz Ihrer Meinung, das Bundesbankbeispiel ist wirklich völliger Unsinn. Kommen wir zu Ihren Beispielen. Ich beantworte nachfolgend erst einmal die Beispiele 1 und 2:
>
>>Francisco d'Anconia: Beispiel 1: Die Bank erwirbt Sachvermögen, z.B. ein Gebäude, von einer Unternehmung im Werte von einer Million Geldeinheiten (GE) und zahlt mit Sichtforderungen auf sich selbst. In der Bankbilanz wird eine Zunahme von Sachvermögen und Sichteinlagen gebucht, es kommt zu einer Bilanzverlängerung; in der Bilanz der Unternehmen findet dagegen ein Aktivtausch statt (Buchung1 a):
>>Bank
>>(1a) Sachvermögen + 1 Mio. (1a) Sichteinlagen + 1 Mio.
>>(1b) Sachvermögen - 1 Mio. (1b) Sichteinlagen - 1 Mio.
>>Nichtbank
>>(1a) Sachvermögen - 1 Mio.
>>(1a) Sichtguthaben + 1 Mio.
>>(1b) Sachvermögen + 1 Mio.
>>(1b) Sichtguthaben - 1 Mio.
>>Der Ankauf von Sachvermögen durch die Bank führt also in dem Beispiel zu einer Erhöhung der Geldmenge (Geldschöpfung) in Form von Giralgeld. Das umgekehrte Ergebnis (also eine Geldvernichtung) stellt sich ein, wenn die Bank Sachvermögen veräußert und mit Sichtguthaben bei der Bank bezahlt wird (Buchung 1 b).
>Ihre Rechnung ist falsch, Francisco. Wenn die Bank bspw. ein Gebäude im Wert von 1 Million Euro kauft und dem Verkäufer dafür Sichteinlagen i.H.v. 1 Million Euro einräumt, dann sieht das aus Sicht der Bank richtigerweise so aus:
>+ 1.000.000 Sachvermögen
>- 1.000.000 Verbindlichkeiten gegenüber Gebäudeverkäufer
>-------------
>+/- 0,0000
>Hat sich das Vermögen der Bank erhöht? Hat sie dadurch Geld geschöpft? Nein!
>Sie haben den Fehler gemacht, sowohl das Sachvermögen als auch die Sichteinlagen als Vermögensplus der Bank zu buchen. In Wirklichkeit hat die Bank aber eine Verbindlichkeit in Höhe von 1 Million Euro gegenüber dem Gebäudeverkäufer.
>Wenn die Bank das Gebäude an den Verkäufer wieder für 1 Million Euro zurückverkauft, dann hat sie anschließend:
>+/- 0,0000 Sachvermögen
>+/- 0,0000 Verbindlichkeiten gegenüber Gebäudeverkäufer
>-------------
>+/- 0,0000
>Hat sich das Vermögen der Bank erhöht? Hat sie dadurch Geld geschöpft? Nein!
>Damit Sie es besser verstehen, übertrage ich den Sachverhalt einmal.
>Wenn ich ein Gebäude im Wert von 1 Million Euro von Ihnen abkaufe, Ihnen aber noch nicht sofort das Geld gebe, dann sieht das aus meiner Sicht so aus:
>+ 1.000.000 Sachvermögen
>- 1.000.000 Verbindlichkeiten gegenüber Francisco d'Anconia
>-------------
>+/- 0,0000
>Hat sich mein Vermögen erhöht? Habe ich dadurch Geld geschöpft? Nein!
>Wenn ich das Gebäude an Sie wieder für 1 Million Euro zurückverkaufe, dann habe ich anschließend:
>+/- 0,0000 Sachvermögen
>+/- 0,0000 Verbindlichkeiten gegenüber Francisco d'Anconia
>-------------
>+/- 0,0000
>Hat sich mein Vermögen erhöht? Habe ich dadurch Geld geschöpft? Nein!
>>Francisco d'Anconia: Beispiel 2: Die Bank kauft Devisen, z. B. Dollarguthaben, von einem Exporteur im Werte von zwei Millionen GE und zahlt mit Sichtforderungen auf sich selbst. Wie im ersten Beispiel ergibt sich in der Bankbilanz eine Bilanzverlängerung, in der Bilanz des Exporteurs ein Aktivtausch (Buchung 2 a):
>>Bank
>>(2a) Devisen + 2 Mio. (2a) Sichteinlagen + 2 Mio.
>>(2b) Devisen - 2 Mio. (2b) Sichteinlagen - 2 Mio.
>>
>>Nichtbank
>>(2a) Devisen - 2 Mio.
>>(2a) Sichtguthaben + 2 Mio.
>>(2b) Devisen + 2 Mio.
>>(2b) Sichtguthaben - 2 Mio.
>>Der Ankauf von Devisen durch die Bank führt also in dem Beispiel zu einer Erhöhung der Geldmenge (Geldschöpfung) in Form von Giralgeld. Das umgekehrte Ergebnis (also eine Geldvernichtung) erhält man, wenn die Bank Devisen an eine Nichtbank (z. B. an einen Importeur) veräußert und mit Sichtguthaben bezahlt wird (Buchung 2 b).
>Ihre Rechnung ist schon wieder falsch, Herr d'Anconia. Wenn die Bank bspw. Devisen im Wert von 2 Millionen Euro kauft und dem Exporteur dafür Sichteinlagen i.H.v. 2 Millionen Euro einräumt, dann sieht das aus Sicht der Bank richtigerweise so aus:
>+ 2.000.000 Devisen
>- 2.000.000 Verbindlichkeiten gegenüber Exporteur
>-------------
>+/- 0,0000
>Hat sich das Vermögen der Bank erhöht? Hat sie dadurch Geld geschöpft? Nein!
>Sie haben den Fehler gemacht, sowohl die Devisen als auch die Sichteinlagen als Vermögensplus der Bank zu buchen. In Wirklichkeit hat die Bank aber eine Verbindlichkeit in Höhe von 2 Millionen Euro gegenüber dem Devisenverkäufer.
>Wenn die Bank die Devisen an den Verkäufer wieder für 2 Million Euro zurückverkauft, dann hat sie anschließend:
>+/- 0,0000 Devisen
>+/- 0,0000 Verbindlichkeiten gegenüber Exporteur
>-------------
>+/- 0,0000
>Hat sich das Vermögen der Bank erhöht? Hat sie dadurch Geld geschöpft? Nein!
>Tja, mein sehr geehrter Herr d'Anconia, das war wohl nichts mit der Geldschöpfung, und ich muss auch wirklich sagen, dass wird wohl auch nichts mehr mit Ihrer komischen Theorie.
>MfG - M.Raptis

llllllllllllllllllllllll
Es hat auch keinen Sinn das Thema mit Ihnen weiter zu diskutieren.
Ich sagte schon, daß es nicht auf die Erhöhung des Vermögens der Bank ankommt, sondern auf die Bilanzverlängerung (sh. Buchungsbeispiele). Ihre Buchungsbeispiele entsprechen nicht "ordnungsgemäßer Buchführung".
Aber lassen wir das.
Die Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland und die Banker in Deutschland (Peter_X, Oldy, einige andere hier im Forum und ich auch :-)) wissen schon wie es funktioniert, ob Sie das zusätzlich wissen bzw evtl. lernen, ist ganz unerheblich.
FdA



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