Re: Wachstum der Gesamtschulden

Geschrieben von M.Raptis am 06.03.2007 22:21:00:

>Basti24: Bei einer Gesamtstaatsverschuldung von 1.203 Mrd. im Jahr 2000 und 1.491 aktuell (Quelle: Bund der Steuerzahler) sind die Schulden in den letzten 6 Jahren um weniger als 20% gestiegen. Man muss auch bedenken, das nach Art. 115 GG die Nettoneukreditaufnahme eigentlich die Neuinvestitionen nicht übersteigen darf. Dies wird zwar bei einfacher Erklärung einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts ausgehebelt (Sinn: antizyklisches Handeln ermöglichen!), aber tendeziell mindern die Investitionen ja logischerweise die Schulden im bilanziellen Sinne.
Ich rede nicht vom Wachstum der Staatsschulden, sondern vom Wachstum der Gesamtschulden, also Staat, Unternehmen und private Haushalte. Trotzdem vielen Dank für den Link, dann schätze ich das Wachstum der Gesamtschulden in den letzten 6 Jahren halt auf 20-30%. Das ist trotzdem viermal so schnell wie das Wachstum des BIP.
>Basti24: Zum Unterschiedlichen Wachstum von BIP und Geldmenge will ich noch anmerken, dass die Finanzmärkte, wo das Geldwachstum stattfindet, relativ getrennt von den Gütermärkten sind, was eine sehr niedrige Inflationsrate seit Jahrzehnten zeigt.
Das Geldmengenwachstum "auf den Finanzmärkten", das du ansprichst, bedeutet in erster Linie Kreditausweitung. Natürlich hat das was mit dem Gütermarkt zu tun. Ich glaube beispielsweise nicht, dass VW ohne die aufgenommenen 80 Milliarden Euro Schulden soviel Autos produzieren könnte, wie sie es heute tun. Die wären längst von Markt verschwunden. Die Schulden verdoppeln sich halt alle paar Jahre, während die wirklich nur Geld beinhaltetende Geldmenge (M0) in etwa gleich schnell wie das BIP wächst.
>MFG Basti
MfG - M.Raptis



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