Bemerkungen zur EU-Parlamentswahl ..

Geschrieben von Beobachter-II am 22.05.2014 20:38:26:

Ein wirklich mündiger Bürger nimmt an der alle 4-5 Jahre feierlich zelebrierten Verlängerung seiner politischen Entmündigung nicht aktiv teil .. sondern besteht unbeirrt darauf, seine politischen Mitbestimmungsrechte selbst und direkt auszuüben. Er nimmt es nur mit großem Bedauern und Trauer zur Kenntnis, dass er wieder seiner direkten Mitbestimmungsrechte über alle wichtigen Belange der Gesellschaft beraubt wird .. und zwar ganz egal, ob er der alternativlos geforderten und erzwungenen Abtretung seiner Mitbestimmungsrechte per Blanko-Vollmacht an die ihm vorgesetzten, persönlich völlig unbekannten politischen Vormünder und zwielichtigen Parteibonzen zustimmt oder nicht.

http://de.nachrichten.yahoo.com/europawahl-startet-großbritannien-niederlanden-050223998.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Europawahl_2014
http://de.wikipedia.org/wiki/Europawahl

Bei der EU-Parlamentswahl in diesen Tagen werden ca. 410 Millionen angeblich "mündige Bürger" feierlich politisch entmündigt und bekommen etwa 751 politische Vormünder (als EU-Parlament) vor die Nase gesetzt. Sie haben wieder mal ab sofort nichts mehr, d.h. rein gar nichts von gesellschaftlicher Relevanz zu melden und zu sagen, und das für weitere 5 Jahre. Diese 751 Personen werden in den nächsten 5 Jahren völlig frei und nach eigenem Gusto über die konkreten Lebensbedingungen der 410 Millionen stimmberechtigten "mündigen Bürgern" entscheiden (und von weiteren 100 Millionen Heranwachsenden) .. und sich selbst dafür fürstlich entlohnen, gegenseitig loben, hofieren und bejubeln lassen.

Eines ist ganz sicher : Diese 751 Personen werden in erster Linie ihren eigenen, ganz persönlichen und egoistischen Interessen dienen, ob materiellen und/oder machtpolitischen. Danach kommen ihre eigenen Parteibonzen und prominente Parteigänger an die Reihe und mit "Aufmerksamkeit" bedacht, denen jene 751 viel zu verdanken haben, und schließlich ihre übrige, ganz spezielle Klientel, die sie und ihre Partei (Seilschaft) an die Macht gebracht hatte. Da ist viel viel persönliche "Dankbarkeit" angebracht und angesagt .. denn die nun erlangte persönliche Machtfülle und die daraus erwachsenden Vorteile auf Lebenszeit sind gigantisch. Danach kommt nichts und niemand mehr.

Das nenne Deppenland; nix mit mündig !

Es ist auch ganz sicher, dass ganz egal, mit welchen programmatischen oder moralischen Vorsätzen und Versprechen jene 751 Personen die Machtfülle entgegennehmen werden, diese Macht wird sie korrumpieren (umdrehen) und sehr bald zu VolksZertretern machen, wenn sie es noch nicht sind. Dies ist der unvermeidliche Preis an jede Form der Diktatur, auch der parlamentarischen, den sie selbst und auch Diejenigen werden bezahlen müssen, die sie an die Macht gebracht oder gewählt haben. Dagegen ist keine Kraut und kein Charakter gewachsen, und wird niemals wachsen, es sei denn ...

Ich hoffe, dass das Bewusstsein und die "Mündigkeit" der Schreiber und Leser in diesem Forum, und in anderen, bald soweit herangereift ist, dass eine lange, ernsthafte und kreative Diskussion aller konzeptioneller und logistischer Fragen zur (schrittweisen) Einführung und Ausübung einer Direkten Demokratie beginnen kann, und zwar nicht nur betreffend die Politik, sondern auch die Betriebswirtschaft. Es ist machbar .. darüber habe ich nicht den geringsten Zweifel.
Ich selbst kann diesbezüglich mit einer Fülle an praktischen Vorschlägen und Lösungen dienen .. falls und sobald ich ernsthaftes Interesse an solchen Themen feststelle.

Übrigens, Ansätze für Direkte Demokratie, aber wirklich nur "Ansätze", gibt es in der Schweiz zu besichtigen, noch.

In einer Direkten Demokratie wird die Macht und Entscheidungskompetenz dorthin platziert, wo sie hingehört, nämlich gleichmäßig verteilt in die Hände aller stimmberechtigten Bürger. Nur in einer solchen, echten Demo'Kratie (Volks-/Bürger'Herrschaft) ist es letzten Endes nebensächlich, wer die Geschäftsführung im Lande ausüben darf. Die Frage nach der Begrenzung der Machtfülle Einzelner oder von Parteien stellt sich dann nicht mehr. Die Rolle und Befugnisse der weiterhin zu wählenden Parlamente sowie der geschäftsführenden Regierung müssen neu definiert werden.

Mit Gruß, Beo2


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