Parteien sind ganz normal in anonymen Massendemokratien

Geschrieben von Robert_B am 25.03.2016 00:41:35:


Dich macht schon der Umstand unglaubwürdig, daß Du und deinesgleichen euch überhaupt statt dem Leben selbst und der inneren Schulung einer Part-ei zugehörig fühlt.
Ihr habt so viel noch nicht verstanden, aber wollt diktieren.
Ihr seid die echten Separatisten. Ihr separiert euch vom Leben und nicht zu letzt von euch selbst. Ihr teilt und spaltet um diktieren zu können. Divide et impera. Und deswegen bleibt ihr auch selbst auf ewig unzufriedene Suchende. Es gibt nur ein einziges Leben im hier und jetzt und nur eine einzige Wahrheit. Solange Du das nicht erkennen kannst, bist Du auf dem falschen Weg. Und ich meine das keineswegs provokativ oder abwertend. Was ich Dir die ganze Zeit (als Du noch Robert warst) schon vermitteln wollte, was aber aussichtslos ist, denn diese tiefe Erkenntnis kann nur aus jedem selbst heraus kommen.
Da ist keine "Ambivalenz" -
Das ist hohe Lebensschule, Robi. Aber da Du noch jung bist, ist ja auch noch nicht aller Tage Abend.


....in denen zwangsläufig verschiedene Interessen und Wertevorstellungen kollidieren (liberal, sozialistisch, konservativ) und in denen kognitive und moralische Dissonanzen herrschen.
Massendemokratie ist die Herrschaft des Relativismus gesellschaftlicher Normen und Werte im Allgemeinen und des Verfalls des Verantwortungsgedankens im Besonderen. (Carl Schmitt), wobei die Masssen leicht manipulierbar sind.

Du verwechselst hier moralisch-individuelle Subjektivität und Massendemokratie/Willenseinheit der Massen, welche schon eine Ambivalenz beinhalten. Das scheinst du nicht begreifen zu wollen, weil du keine Zeit zum Denken hast zwischen dem ganzen cholerischen Geschimpfe und Polemisieren.

Anonyme Massengesellschaften stehen bspw. im Gegensatz zu „akephalen" nichtzivilsatorischen Solidargemeinschaften (alles schon zig mal im Gelben durchgekaut).
Früher waren es die Stammesältesten verschiedener Stämme, die miteinander verhandelten, und es gab einfache Hierarchien, heute sind es die Parteien und Institutionen.

„Seperatimus" wäre bspw. Regionalismus oder Nationalismus von Minderheiten, als Abspaltung vom Staat. Oder wenn sich eine Einzelperson/Kleingruppe dem Kollektiv entzieht und für sich sein eigenes autarkes Leben lebt.

Um aber überhaupt o.g. Widersprüche in Massendemokratien zu vereinen, braucht es Parteien, welche mit anderen Parteien repräsentativ für die Bürger die sie vertreten, Kompromisse aushandeln oder koalieren. Das zwingt sie dazu, Macht zu erhalten oder zu erringen, was mit einer Fraktionsdisziplin verbunden ist, um überhaupt den Willen ihrer Bürgergruppe vertreten zu können.

Dadurch entsteht automatisch ein Dualismus zwischen Entscheidungsträgern und anonymen „Mandanten". (Wähler).
Demokratie ist ein Mittel zur Ausbreitung gesellschaftlicher Kräfte, das genau so gut die zerstörenden wie die aufbauenden Kräfte fördern kann.

Alexis de Tocqueville beschrieb das Phänomen der Demokratie so: „Ich sehe eine zahllose Menge ähnlicher und gleicher Menschen, die sich rastlos um sich selbst drehen, um sich kleine und gewöhnliche Freuden zu verschaffen, die ihre Seele ausfüllen. Jeder von ihnen ist auf sich selbst konzentriert und verhält sich dem Schicksal der anderen gegenüber wie ein Fremder... Über ihnen allen aber erhebt sich eine ungeheure Vormundschaftsgewalt... Sie sorgt für ihre Sicherheit, sieht ihre Bedürfnisse voraus und sichert sie, fördert ihre Vergnügungen, führt ihre wichtigsten Angelegenheiten, leitet ihre Arbeit, regelt ihre Nachfolge, verteilt ihre Erbschaften.

Das ist halt der Nachteil von Massengesellschaften im Unterschied von kleinen Solidargemeinschaften. Alles schon zig mal geschrieben hier, aber anscheinend von Dir immer noch nicht wirklich begriffen.

Ihr habt so viel noch nicht verstanden, aber wollt diktieren.


Es gibt keine Diktatur, das ist ein überspitzter Ausdruck, sondern demokratische Aushandlungs- und Abstimmungsprozesse bzw. Meinungsbildungsprozesse in einem Parlament. Wobei die Mitbestimmung der Bürger allerdings eingeschränkt ist, das ist richtig. Der Bürgerwille wird allerdings durch die unterschiedlichen (!!) Parteiprogramme gewählt und repräsentiert, in denen unterschiedliche Lösungskonzepte gegenübergestellt werden.

Eine Alternative zu einer Demokratie gänzlich ohne Parteien ist kaum denkbar. Parteien sind für die Willensbildung des Volkes zuständig, sie sammeln Experten, um unseren Staat zu regieren, sie betreiben den gesunden Streit, die öffentliche Diskussion, die eine Demokratie am Leben erhält. Die Bürger selbst haben keine Zeit, Gesetze zu beschließen.

Der Nachteil ist, dass die soziale Kontrolle und Transparenz nicht so stark ist wie in einer kleinen Gesellschaft. Dies lässt Raum für Korruption, Vetternwirtschaft und Lobbyismus.

Das schließt aber nicht aus, dass mehr direkte Demokratie gewagt werden sollte, wofür sich die Grünen einsetzen. Doch was nützt es, wenn die Mehrheit der Bürger Parteien wählt, bei denen nicht direkte Demokratie im Parteiprogramm steht?
Der Fehler unserer repräsentativen Demokratie liegt nicht in der Existenz der Parteien an sich. Er liegt an ihrer Monopolstellung in Bezug auf die Ausübung der Staatsmacht, keine Frage und wurde auch nie bestritten.
Wer aber die Parteien oder Mitglieder als Opportunisten bezeichnet, sollte sich als Bürger erst mal selbstkritisch befragen.

usw. usf.. das reicht erst mal

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