Herr beschütze uns vor dem grausamen Saldenterminator

Geschrieben von Gunnar am 25.03.2016 19:05:34:

2. Sanktionen gegen Geldhaltung führen ja nicht zu weniger Sparen – es wird nur eben in (teilweise verbrieften) Sachwerten statt Geld gespart. Sachwerte werden neu geschaffen Da das Volksvermögen mit dem Sachvermögen identisch ist, werden wir auch in Summe reicher. Geldvermögen ist dagegen ein gesamtwirtschaftlicher Nullwert, Sparen in gesamtwirtschaftlichen Nullwerten muss logischerweise zu gesamtwirtschaftlicher Armut führen.


Als ob eine doppelte Menge an Sachen mit der halben Summe an Geld höher bewertet werden könnte. :-(

SACHWERTE sind neben Gold, Schmuck u.ä. Dinge zum anfassen (dich ich später eventuell in Geld umwandeln kann)
bspw. Unternehmerbeteiligungen (Anleihen, Immofonds, Aktien, Genussscheine etc.) und erhalten ihren WERT durch regelmäßigen Cashflow (Gewinnerwartung, real positiver Zins oder zumindest real Null für den Erhalt der Kaufkraft).

Auf welche Weise das Geld beim Sparen in den Transfer kommt, ist völlig egal, also ob über Rentenpapiere oder Sachwertfonds bzw. Banksparen. Beide Transferarten sorgen irgendwo für Einnahmenüberschüsse. (Beim Banksparen übernimmt die Bank die Anlage).

Und alle Sparformen erzeugen regelmäßige Forderungen für Eigner und Gläubiger (Dividenden, Zinsen). Geht das Unternehmen pleite, sind die Beteiligungen futsch und auch die Geldforderungen (Falls nicht vom Staat gerettet).

Nebenbei, falls Laien mitlesen:

Wenn die Haushalte/Unternehmer Geld (zurück-) „halten", dann sparen sie nicht, sondern „horten". SPAREN heißt anlegen, egal ob in verbriefte Sachwerte, Rentenpapiere oder bei der Bank. Wenn ich in SACHWERTFONDS spare, spare ich quasi auch in Geld, da ich regelmäßige monetäre Ausschüttungen haben will.
Der Unterschied ist, dass bei Rentenpapieren der Zins i.d.R. fix ist und zum Termin eine Tilgung erfolgt. Für die VoWi insgesamt ist es wie gesagt egal, denn bei beiden Sparformen wird nicht gehortet und wird Geld bewegt.

Längerfristig HORTEN hingegen (neben „Vorsichtskasse" oder Angsthorten nach einer bubble-Krise), also Geld halten, tut man nur, wenn es keine (den jeweiligen Risikopräferenzen entsprechenden) verzinste Nachfrage in der realen VoWi mehr gibt. Man hofft auf Zinssteigerungen.

KRISEN hingegen resultieren aber nicht aus dem Horten sondern bedeuten BEREINIGUNG, sprich Zurückhalten von Investitionen nach einer ÜBERINVESTITION (in Konsum Wertpapiere oder Beteiligungen). Da ist quasi schon alles ausgereizt, was (je nach Risiko-Rendite-Profil) noch Gewinn abwirft. Alte Schulden werden zudem erst mal amortisiert ---> Bilanzverkürzung.

Da nützen dann auch keine Sanktionen auf die gehorteten Guthaben mehr, weil die institutionellen Anleger keine verzinsten Sachwerte finden bzw. die jeweiligen Unternehmen fehlen, welche bereit sind, weitere Sachwerte (mit Renditeerwartungen) schaffen zu wollen. Es wird nur noch in den Bestand investiert, um die Renditen über Null zu halten.
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1. Sanktionen gegen Geldhaltung ermöglichen höhere gesamtwirtschaftliche Einkommen, deshalb regelmäßig auch höhere einzelwirtschaftliche Einkommen der Sparer


Es wird erst mal nur umverteilt von Haushaltskonto A nach Unternehmerkonto B oder von Unterehmerkonto B zu C. Die Eigenkapitalquoten verändern sich bloß bzw. teilen sich neu auf.(Saldenverschiebung).
Ob der (Überschuss-)Unternehmer sein zusätzlichen Gewinne an seine Arbeitnehmer verteilt, ist nicht ausgemacht. Es finden ergo erneute Akkumulationen bei irgendwelchen in- und ausländischen Unternehmen statt, welche du nur mit progressiven Gewinnsteuern mindern könntest ---> Progressive Steuern senken aber die erwartete Rendite gen Null, warum soll der Unternehmer ergo seine Gewinne erhöhen wollen? Er wird die Kosten senken (Entlassung etc.) bis zum Peak of ROI.

Verschuldete Unternehmer hingegen können eventuell schneller tilgen, was aber nicht heißt, dass sie sich dann neu verschulden.

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2) Zeitfaktor und Fehlallokation beachten

Nicht gesparte also gehortete Guthaben müssen nicht sofort sanktioniert werden, da sie Zeit haben bis zum Erfüllungstermin und den Schuldnern nicht in voller Summe fehlen (Anleihen laufen erst zum Termin aus, Ratendarlehen für Konsum oder Maschinen etc. amortisieren über die Zeit).
Es entstehen also keine deflationären Tendenzen, weil die Guthaben gehortet werden, sondern dies nicht dorthin kommen wo sie eigentlich erwartet werden (z.B. nach Griechenland, oder von China in die USA etc.)


und bestehende Sachwerte werden aufgewertet.



Bestehende Sachwerte werden nicht unbedingt aufgewertet, wenn die USA kein Angebot für chinesische Guthaben hat etc.

3. Sanktionen gegen Geldhaltung erhalten den Frieden – der Verlust von Gesundheit und Lebens ist der höchste Verlust, der einem Sparer droht. Wer rein vermögenstechnisch denken mag, darf hier auch noch an den Verlust des Sachkapitalstocks bei Kriegshandlungen denken.


Die Kriegskeule, die ständig für deine kausalverdrehte Theorie herhalten muss, ist nun langsam auch abgelutscht :-)


Möchten sie nicht in Frieden leben?


Wir wollen endlich Frieden vor gelb-schwarzen Saldenaggressoren, staatlichen Schräubchendrehern und Rohrverlegern

Dann verbreiten Sie doch mit mir die Idee von der Guthabenbremse.


Es gibt längst eine Guthabenbremse, nur der prozyklische Antizyklit verhindert sie ständig.

Grüße
Robert

Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.


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