zum Artikel von Krogmann und zu Gender-Mainstream allgemein

Geschrieben von paideia am 27.03.2016 20:54:16:

:

Die Regenbogenfamilie
Und das ist, was von Rot/Grün als Sexualaufklärung in der Vorschulphase und für zukünftige Lehrpläne vorgesehen ist:

"...Was hieraus unweigerlich folgt, sind Kinder und infolge dessen Menschen, die bereits im frühestem Alter der Behandlung mit Psychopharmaka bedürfen..."
Und raus kommt dann sowas, wie die GMRs - die Geneticly Modified Roberts - drogenabhängige, empathieunfähige Zombies mit einem IQ <90



Ich setze mal den durchaus lesenswerten Text von Mercury rein.

[...]... der Unsinn in dem Artikel von Dieter Krogmann. ist schnell auf den Punkt gebracht. Da habe ich schon intelligentere Propaganda gegen die Gender-Ideologie gelesen.

Natürlich bräuchte ich jetzt nicht auf solch billige Provokationen eingehen, tue es aber dennoch, weil es für mich als geübter Schreiber nicht viel Zeit kostet und im Sinne der Aufklärung, damit die (vor allem stillen) Leser hier nicht nur einseitige Schmalspurkost vorgesetzt bekommen, wie jetzt schon wieder dieser plumpe Artikel von Krogmann, sondern auch andere Perspektiven.
Es ist auch erstaunlich und immer wieder die Ambivalenz zu betonen, wie stereotyp und indifferenziert bestimmte Themen behandelt werden, aber gleichzeitig implizit verlangt wird, man möge doch die eigenen Themen bitte etwas differenzierter und fairer beurteilen.

Bevor ich kurz auf einzelne Aussagen in dem Artikel eingehe, möchte ich doch noch zum Gender-Mainsstreaming etwas ausholen, um eine gemäßigte Perspektive anzubieten. Es wird nämlich gerne im-/explizit unterstellt, dass z.B alle Grünenwähler die gleiche Meinung bzgl. Genderpolitik haben und dass es hier keine Differenziertheit gäbe.

Das Problem bei „Gender-Mainstreaming" ist nicht der Gedanke selbst dahinter, sondern die hysterische Ideologie und Übertreibung auf beiden „Fronten".

Der Gedanke definiert sich wie folgt:

Den Blick (weg von den Rollenstereotypen z.B. der Frauen – also s.g. „frauenspezifischen“ Problemen oder Politikfeldern) [...] auf „die Geschlechter“ allgemein zu richten, damit eine geschlechtersensible Perspektive in alle sozio-politischen und wirtschaftlichen Bereiche integriert werden und somit eine GLEICHSTELLUNG der Geschlechter von allen in allen Bereichen gefordert werden kann[...].

Mit anderen Worten, die DISKRIMINIERUNG z.B. von Frauen durch verbindliche Gesetze zu verhindern, wie das Recht der Frau auf gleichen Lohn, Zugang zu allen Berufsfeldern/Bildungsbereichen (Chancengleichheit) etc. Allein die GleichBEAHNDLUNG (auf freiwilliger Basis) reicht leider nicht aus, um faktische Chancengleichheit für alle (Mann und Frau !!) herzustellen.
Dazu braucht es auch eine juristische BeRECHTigung, da der Gedanke der Gleichbehandlung der Frau leider noch nicht bei allen im BEWUSSTSEIN angekommen ist. (Das gleiche gilt natürlich auch für Männer z.B. im Sorgerecht, wo Männer ebenfalls lange auch zum Schaden des Kindes ggü.Frauen benachteiligt wurden).

Nun könnte man hier wieder eine Grundsatzdiskussion anfangen, inwieweit es überhaupt staatliche Gesetze braucht, wo sind sie sinnvoll und wo nicht. Retrospektiv bin ich aber der Meinung, braucht es in unserer Gesellschaft einen gesetzlichen garantierten Schutz oder GleichSTELLUNG für „Minderheiten" (schreckliches Wort, das klingt, als ob sie minderwertig wären) und prinzipiell gesetzlich garantierte Bildungsarbeit gegen Diskriminierung, unabhängig wieviel MINORITÄTEN :-) es im jeweiligen Teil der Gesellschaft tatsächlich gibt. Und zwar auch wenn es gegen den Willen eines Teils der Gesellschaft ist. Das mögen nun einige zwar für aufdringlich finden (was hat der Staat sich einzumischen), doch so einfach ist das imho nicht.

Über das WIE (Methodik) allerdings sollten die Bürger mitbestimmen dürfen (vgl. den unsäglichen Bildungsplan in BW). Es braucht eine Mischung aus ERziehung und BEziehung. Konstruktive und friedvolle BEziehungen ergeben sich in einer offenen Gesellschaft aber nicht von selbst, sondern dazu bedarf es auch der ERziehung sprich die HINziehung zu dieser Idee, denn es geht auch um Prävention. Hier bedarf es allerdings mehr konstruktiver Dialoge zwischen Bürger und Politiker, was für die Umsetzung tatsächlich notwendig ist und was nicht, oder dass es gar wieder zu einer Übervorteilung von Minoritäten kommt.

Gesellschaft heißt letztlich gemeinsame Verantwortung für das gemeinsame gegenwärtige und zukünftige Zusammenleben.

Das heißt, Gesellschaft bedeutet nicht, z.B. die Bildung nur den Individuen zu überlassen. Ich habe mal irgendwo gelesen, für die
(Werte-)Erziehung der Kinder braucht es ein ganzes Dorf. Doch nun haben wir kein abgegrenztes Dorf mehr sondern eine offene Gesellschaft. Keiner lebt mehr autark vom anderen. Es muss also gemeinsame gesetzliche Richtlinien geben, wie wir die Kinder bilden, ohne Diskriminierung von Minderheiten. Wie diese Richtlinien dann methodisch oder gestalterisch umgesetzt werden, ist wiederum die Sache der Eltern und ErzieherInnen.
Die LEITLINIEN müssen sich aber nach dem Motto AUSRICHTEN, dass jedes Kind eine CHANCENGLEICHHEIT und Recht auf Gleichberechtigung hat. Diese Chancengleichheit bezieht sich nicht nur auf sachliche sondern auch auf SOZIALE KOMPETENZEN

Wobei Gruppen, die von Diskriminierungen wenig betroffen sind, sensibilisiert werden sollen und auch müssen im Sinne der Gesamtgesellschaft. Das heißt also das Aufdecken von Quellen offener und verdeckter Diskriminierung (welche schwieriger zu erkennen ist), und das Erlernen von sozialen Kompetenzen, um Diskriminierung abzubauen und somit Möglichkeiten der Veränderung und Gegenwehr zu entwickeln.

Dieses MÜSSEN von Verhaltensregeln und Handlungsweisen, um zu überleben, gibt/gab es in jeder sozialen Gemeinschaft, schon seit Anbeginn der Menschheit. (Das andere Extrem wäre wieder die Anarchie).

Was im Gegenzug auch wichtig ist: Die Grenzen von Antidiskriminierungsarbeit sollen erkannt werden und der Bürger muss mitgenommen und darf nicht überrollt werden.

Dennoch kann zum Beispiel mal plakativ gesagt ein Teil der Bürger (z.B. die Thüringer oder die Muslime) in einem föderalen Staat nicht einfach für sich beschließen, dass sie ihre Kinder nun wieder „chauvinistisch" und intolerant erziehen oder das Recht haben, sich generell der Präventionsarbeit gegen Diskriminierung von Minoritäten in den Schulen und Kitas zu entziehen, selbst wenn es in der betroffenen Schule keine Diskriminierung gibt, weil es die Minoritäten dort nicht gibt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Kinder irgendwann auf diese treffen bzw. mit denen zu tun haben in unserer offenen Gesellschaft, und dann betrifft es wieder uns alle. Und da kann eine gewisse theoretische Sensibilisierungsarbeit gegen Diskriminierung schon eine Menge ausmachen, auch wenn die Praxis natürlich der beste Lehrer ist, um soziale Kompetenzen zu erlernen. Eine Schüler der viel Kontakt mit Minoritäten hat, wird auch besser die sozialen Kompetenzen erlernen/erproben können (dazu gleich mehr).

Um dann auch auf den Lückentext zurückzukommen, ist daran keinesfalls etwas, was den Kindern schaden kann. Sie lernen nur, das es in unserer offenen Gesellschaft ganz viele andere Konstellationen von Familien gibt, über das eigene kleine Umfeld hinaus. Das gehört nun mal zur Bildung, und Bildung bedeutet auch über den eigenen Horizont hinauszuschauen.
Problematisch wird es nur, wenn man „gewaltsam" versucht, natürliche intime Schamgrenzen zu übertreten

Mit anderen Worten, Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität an der Schule verbindlich zu thematisieren, ist nichts was den Kindern generell schadet oder Schamgrenzen überschreitet, sondern beschreibt eine vielfältige Umwelt, die bereits existiert. Insofern ist dieser Lückentext total harmlos im Rahmen der Aufklärung.

Genauso wie Kinder auch das Recht haben zu erfahren, dass es ganz viele verschiedene Ansichten über Gott gibt, auch wenn ihr Umfeld überwiegend katholisch ist. Wichtig dabei ist nur, dass keine (Ab-) Wertung im Bildungsmaterial vorhanden ist.
Wenn ich etwas aber immer nur tabuisiere, egal ob das Thema Sexualität o.a., erreiche ich letztlich gar nichts, denn Kinder sind so oder so neugierig, und können heute alles im Internet nachlesen (incl.Pornografie), was immer schwieriger wird zu kontrollieren.

Der Vorteil in der Schule ist nur, es findet eine Reflexion statt, so dass die Kinder dem ganzen Müll nicht völlig ausgeliefert sind.
Eine Beeinträchtigung ihrer eigenen Identitätsentwicklung findet über solche Tests nicht statt.
Man sollte allerdings sorgfältig abwägen, was man genau in die Klassenzimmer hineinträgt. Kinder müssen in einem gewissen Alter auch noch nicht alles wissen, hier finden dann auch Übertreibungen statt.

Nochmal zu Mann und Frau:
Anzumerken ist, dass die ungleiche Situation von Mann und Frau in vielen beruflichen Zweigen nicht immer die Folge direkter Diskriminierung ist.
Es gibt durchaus auch geschlechtsspezifische Stereotypen, was sich ja in den Studienfächern schon zeigt. Zum Beispiel im Bereich Technik schreiben sich 10 mal mehr Männer ein, bei Germanistik umgekehrt (und viele andere Beispiele). Und in bestimmten Berufen, wo grosse körperliche Robustheit und Ausdauer gefragt sind (z.B. Baugewerbe, Feuerwehr), sind ebenfalls weniger Frauen zu finden, ebenso im Kita- oder Pflegebereich.

Aber auch das, wage ich zu behaupten, ist nicht immer naturbedingt auf die biologischen Unterschiede der beiden Geschlechter zurückzuführen, als dass man nun stereotyp sagen könnte, alle Frauen sind „von Natur aus" mehr prädestiniert z.B. für kommunikative oder soziale Berufe und Männer mehr für technische und Bauberufe u.ä.
Es ist sowieso auch eine Frage des Bildungsumfelds schon von Kita an.

Es geht allgemein um einen entspannten Umgang mit dem Thema und Gendermainstreaming und darf nicht in „ideologische Hysterie" ausarten, wo Kinder in Rollen hineingepresst werden.

So wie es traditionell immer das eine Extrem gab (Tabuisierung) gibt es mit der Gender-Bewegung nun das andere Extrem. Die Wahrheit liegt mal wieder irgendwo in der goldenen Mitte.

Stereotype dienen ja angeblich dazu, Informationen über eine Person schneller zu verarbeiten und den Aufwand fürs Denken möglichst gering zu halten. Meist beinhalten diese Schubladen unserer Vorstellung zwar ein Quäntchen Wahrheit, keine Frage, pauschalieren jedoch und werden deshalb der individuellen Eigenarten eines Menschen keinesfalls gerecht.

Man erkennt z.B. in Kitas, dass Mädchen ab einem bestimmten Alter andere Interessen wie Jungen haben. Die Mädchen spielen in der Überzahl mit Puppen, malen/ basteln und tanzen häufiger gerne, und Jungen eher Konstruktionsspiele (Playmobil, Lego etc) , mit Autos oder spielen gerne „typische" männliche Rollen der Erwachsenen nach wie Feuerwehr, Polizei, Starwars-Krieger u.a. Helden aus den Medien. (Wobei es auch hier Schmittmengen gibt).

Sie mehmen also von sich aus bestimmte Rollenverteilungen ein und bilden Peer-groups, weil in ihrem Gedächtnis das System Junge/Mädchen bereits genetisch vorhanden ist. Das kennt jeder aus dem Alltag, bei Jungen herrschen ab einem gewissen Alter mehr Hierarchien, Rivalität etc. und bei Mädchen geht es oftmals intimer zu.

Die Kommunikation ist oft auch anders, d.h. Mädchen sind kooperativer und meiden eher Konflikte und das gemeinsame Spielen wird durch Rückfragen und Einbeziehung der Äußerungen der anderen in Gang gehalten. Unter Jungen ist der Ton oftmals eher herrischer und die Interaktion bricht schneller ab. Dabei hat sich ja schon so einiges verändert, je nachdem, was sie im Elternhaus oder den Medien vorgelebt bekommen. Denn die Eltern sind immer noch das wirkungsvollste Vorbild für die Kinder. Erst danach kommen die Medien u.a. Bezugspersonen.

Die Kinder sortieren die Infos aus der Umwelt somit nach einem geschlechterspezifischen Ordnungssystem, handeln aber ihre Rollen im Spiel untereinander immer wieder neu aus, das ist wichtig. Das kann ja jeder selbst bei seinen eigenen Kindern beobachten. Die Kinder pushen sich ja teilweise selbst mit Jungen-und Mädchen-Kram.
Dabei lernen die Kinder, sich entsprechend den Geschlechter-Regeln in der Gruppe zu verhalten.

Es gibt ganz klar nicht nur eine individuelle, sondern auch eine gruppenbezogene soziale Geschlechtsidentität. Diese sollte sich ganz natürlich entwickeln dürfen ohne offene oder versteckte Diskriminierung durch das Umfeld (was natürlich nur ein Ideal ist). Wir sollten Kinder also nicht in Rollenschubladen hineindrängen/ oder gar -zwängen sondern eine Vielfalt von Rollen vorleben.
Sie haben auch das Recht zu erfahren, dass es nicht nur das traditionelle Familienbild gibt sondern dass es normal ist, dass es auch Abweichungen (Regenbogen, Patchwork) geben kann.
Dadurch werden Kinder auch nicht psychisch krank wie behauptet wird (siehe unten).

Das heißt praktisch, lass die Jungen Jungen und die Mädchen Mädchen sein, gestaltet das (Bildungs-)Umfeld und die Kommunikation aber so, dass keine Diskriminierung bestimmter Rollen stattfindet (ständig Rollenstereotype vermittelt werden). Das heißt auch, Jungen brauchen nicht unbedingt Vorbilder von kämpfenden Vätern oder das Klischee, dass immer nur Männer die Helden sind und keine Gefühle zeigen dürfen, zielstrebig, ehrgeizig und durchsetzungsstark sind. Oder nur Männer können gute Handwerker etc. werden. Jeder kennt ja auch die typischen Stereotypen: Ein Mann, der auf seinem Recht besteht, ist hartnäckig, eine Frau penetrant. Ein sexuell aktiver Mann ist ein Draufgänger, die Frau eine Schlampe. Der Mann setzt sich vehement durch, sie wird hysterisch, Sie ist sensibel, er jedoch nicht belastbar und und und...alles Ballast aus der „traditionellen" Vergangenheit.

Das heißt weiter, dass auch Regenbogen- oder Patchworkeltern gute Eltern sein können bzw. sind und eventuell sogar besser. Es gibt mWn keinen einzigen Beweis, dass Kindern aus anderen Familienkonstellationen sich bzgl. ihrer Identität schlechter entwickeln. Ganz im Gegenteil, sie entwickeln sich bzgl. ihrer Identität normal. Und sie hassen deswegen auch nicht traditionelle Familien. Jungs werden dann weder weibisch noch werden die Mädchen zu Männerhassern, was man so hört, sondern finden ihre eigene Geschlechterrolle.
Hass gegen Männer (oder umgekehrt) entsteht aus ganz anderen Gründen.
Sind sie aber nun mal homosexuell veranlagt, dann ist das halt so, das passiert aber unabhängig, in welcher Familien-Konstellation das Kind aufwächst. Homosexuelle u.a. stammen doch überwiegend aus heterosexuellen Familien.

Es ist natürlich verständlich, dass diese Familien gegen das traditionelle Idealbild verstoßen, das die Mehrheitsgesellschaft in sich trägt - Vater, Mutter, Kind. So sind die meisten Menschen sozialisiert worden, davon können sie nur schwer wieder Abstand nehmen, was die Toleranz erschwert.

Regenbogenkonstellationen werden von Kindern eigentlich ganz normal aufgenommen, da Kinder von Natur aus nicht diskriminieren. Es wird ihnen beigebracht durch das Umfeld, durch die Erwachsenen, die das aus irrationaler Angst/Aversion machen (eine meist unbewusste Angst vor der Infragestellung der eigenen Identität), auch wenn sie es oftmals nicht zugeben und nach außen tolerant tun. Aber letzteres ist ja schon mal vernünftigerweise viel wert.


Heterosexismus ist ein Thema, welches sich für gleichgeschlechtlich Empfindende tagtäglich stellt, so müssen sie sich z.B. ständig damit auseinandersetzen, dass sie den heteronormierten Rollenerwartungen nicht entsprechen. Vor einem Coming-out bedeutet dies eine stetige Aushöhlung der eigenen Identität. Zwangsläufig werden von Lesben, Schwulen und Bisexuellen heterosexistische Wertvorstellungen verinnerlicht, was sich bei Ihnen natürlich besonders selbstdestruktiv auswirkt, da es ihrem psychischen Erleben schlicht widerspricht.

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Und wenn ein Junge z.B. auch gerne mit Puppen spielt oder sich gerne Kleider anzieht in der Kita, ist das ebenfalls natürlich (und vlt. wird er später ja ein guter und sensibler Pfleger oder Arzt, Schauspieler u.a.) und darf nicht diskriminiert werden. Wird er aber ständig von der Peer-group/Familie oder durch Medien manipuliert in dem Sinne, du bist nicht in Ordnung, wenn du nicht dem Klischee entsprichst, dann kann das erst recht zu psychischen Störungen führen. Kinder sollen also wie gesagt in überhaupt keine Rollen hinein gedrängt werden sondern es muss ein Umfeld der Selbstverständlichkeit und Toleranz da sein, dass Kinder alles machen können, was sie in dieser Hinsicht fühlen und denken (Du bist immer in Ordnung).


Momentan werden mit den Kindern in der Kita unserer Tochter Vogelhäuschen gebaut. Sie dürfen hämmern, sägen, bohren etc. Ein Mädchen sagte allerdings, ihre Mutter darf die Werkzeuge nicht benutzen und nur der Vater darf mit Werkzeug arbeiten.
Fakt ist, dass sich unsere Tochter besser anstellt als mancher Junge. Wer also glaubt, Jungen allein sind die geborenen Handwerker, der irrt. Vieles ist nur stereotype Erziehung von daher sollen sowohl Jungen als auch Mädchen sich in allen Rollen spielerisch ausprobieren dürfen, ohne schief angeguckt oder als nicht in Ordnung abgstempelt zu werden.
Und in einer Kita wo viel getanzt wird, tanzen irgendwann auch die Jungen gerne mit, wenn sie sehen, das z.B. ein männlicher Erzieher gerne viel tanzt. Und wo eine Erzieherin auch mal mit Fußball spielt oder Konstruktionsspiele macht.

Leider haben Frauen heute auch in typischen Männerdomänen immer noch wenig zu lachen: Als Kundinnen in Elektro- und Baumärkten oder z.B. in der Werkstatt fühlen sich Frauen einer Umfrage zufolge immer wieder schlecht behandelt (von oben herab bedient).

Von vielen Diskiminierungen in der Arbeitswelt, weil halt die Frauen schwanger werden, ganz zu schweigen.

Aber auch Männer werden diskriminiert, um hier gerecht zu bleiben.

Leider wird durch Propaganda gegen Gender-Mainstream immer wieder impliziert, dass nun ebenfalls die typischen männlichen und weiblichen Unterschiede aus der Bedeutung verschwinden sollen (die sich auch rein biologisch schon ergeben). Doch das ist Unsinn, es geht immer nur um das Gender also die soziale Rolle. Eine Frau bleibt genauso typisch weiblich in ihrem natürlichen Charakter, wenn sie auch
ehemals „typische Männerrollen" annimmt, wie Fußballspielen, Handwerksberuf, Justiz, Polizei etc. und umgekehrt: Ein Mann in einer Kita oder Pflegeberuf behält seinen männlichen Charakter.

Und wenn ein Mann oder Frau homosexuell ist o.a. sexuelle Neigungen hat, ist das nicht anerzogen durch gesellschaftliche Rollen. Auch die Angst vor Schwulenpropaganda u.ä. ist irrational.
Es ist die Angst vor der Tatsache, dass Lesben die männerdominierte Gesellschaftsstruktur und Schwule patriarchale Männerbilder in Frage stellen, der Angst, dass Lesben eine selbstbestimmte weibliche Sexualität einfordern und Schwule der Sexualität an sich einen Sinn geben (im Sinne von Sexualität als Genuss und nicht nur in Bezug auf die Fortpflanzung), der irrationalen Angst, dass Lesben und Schwule die traditionelle Ehe ins Wanken bringen. Homophobie wird in den Sozialwissenschaften zusammen mit Phänomenen wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder Sexismus unter den Begriff der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit gefasst.

Ich wiederhole:
Es braucht als weder von der Gender-Mainstream-Seite eine Hysterie, welche den Bürgern etwas aufdrängen will, noch die gezielte Unterdrückung seitens der reaktionären Gegenfront.

Abschließend noch kurz zum Artikel von Dieter Krogmann

...einschließlich der traditionellen Rollenverteilung von Mann und Frau, sowie das Sexualverhalten in allen menschlich sozialen Gesellschaften auf unseren Planeten infrage gestellt.


Genderpolitik stellt nicht das Sexualverhalten zwischen Mann und Frau infrage, wie oben schon beschrieben, sondern die klischeehafte Rollenverteilung aus einer TRADITION heraus:
„Tradition" heißt („Übergabe, Auslieferung, Überlieferung“), doch nicht alles was uns übergeben wurde, ist automatisch gut. Wir sollten einer Tradition bzw. bestimmten Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen nicht „ausgeliefert" sein. Woraus aber auch nicht folgt, dass alles schlecht ist, was uns überliefert wurde. Die Gesellschaft wie auch die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft ist aber nicht starr, sondern dynamisch und beständig Veränderungen unterworfen und Traditionen werden immer wieder von neuen „geprüft".


"...Was hieraus unweigerlich folgt, sind Kinder und infolge dessen Menschen, die bereits im frühestem Alter der Behandlung mit Psychopharmaka bedürfen..."


Erstens: Viele Kinder brauchen oftmals keine Psychopharmaka, vgl.Fehldiagnosen bei AD(H)S u.a. und zweitens
ist die Entstehung der meisten psychischen Störungen von Kindern von vielen unterschiedlichen gänzlich anderen Faktoren abhängig, die in Wechselwirkung zueinander stehen, wie z.B. Ernährung, Umweltgifte, Veranlagung, Stress u. Überforderung (z.B i.d. Schule), Traumata (Gewalt, sexueller Missbrauch meistens in Familien oder Verwandtenkreis), Verwahrlosung.

Das Thematisieren von verschiedenen Familienkonstellationen und Geschlechteridentitäten wie in diesem Lückentest hingegen ist allerdings völlig harmlos. Über den Sinn von Lückentesten an sich lässt sich allerdings streiten. Ich persönlich halte eher mehr von anschaulichem Material, z.B. kleine Filme über Regenbogen-/Patchworkfamilien und anschließende Besprechung.

Das Problem vom psychischen Konflikten sind neben den eben genannten Punkten nicht die Existenz von Regenbogenkonstellationen oder solche Lückentests sondern generell Scheidungsfamilien bzw. fehlende Bezugspersonen. Kinder in Patchwork- und Regenbogenfamilien haben gesunde Bindungen und feste Bezugspersonen. Entscheidend ist die Qualität der Ehe bzw. das vorgelebte Verhalten der Eltern/Bezugspersonen untereinander und zum Kind.


mit österlichen Grüßen
paidaia


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