Ich wüsste auch nicht, warum und wie er "zurückkommen" sollte.

Geschrieben von Niederbayer am 06.04.2017 10:51:29:

Gaddafi konnte nicht unterscheiden zwischen der beduinischen Stammesgesellschaft und der repräsentativen Demokratie bei uns. Er behauptet aber, wenn er sein System der Welt überstülpt, wären alle Probleme gelöst. Das ist eine illusionäre Deutung der Welt und total naiv. Er hat das Grüne Buch immer nur für seine Zwecke instrumentalisiert und las es vor wie ein Evangelium, dem man nicht widersprechen kann. :-)

Ich wüsste von daher nicht, warum und wie er "zurückkommen" sollte. Selbst wenn der Globalismus bzw. imperialistische Kapitalismus wie auch immer scheitern wird, wäre es naiv zu glauben, die Menschheit organisiere sich dann wieder wir Stämme/Clans.

Es ist ja schön, dass Du die Wohltaten nun wieder aufzählst, doch war Gaddafi nun mal de facto ein autokratischer Militärdiktator.


[...]eines Staates der Krieg zum Selbsterhalt braucht wie die Luft zum atmen.[...]

Nein. Staaten können durchaus auch friedlich kooperieren bzw. die Beziehungen zwischen Staaten sich immer mehr vertiefen, wie Europa in der Nachkriegszeit gezeigt hat. Zudem haben sich Stämme auch schon immer bekriegt, Gaddafis Modell ist also kein Garant für Frieden. Was dabei allerdings im Wege steht, sind u.a. Ideologien aber nicht die parlamentarische Staatsform an sich. Wie ich bereits sagte, braucht es möglichst eine Balance zwischen administrativer Macht, (liberaler) Subsidarität und gesamtgesellschaftlicher Solidarität. Falls der Kapitalismus zukünftig irgendwann nicht mehr taugen wird, wird es ebenfalls administrative Macht brauchen, um die Arbeitsteilung und Ressourcenaufteilung neu zu organisieren. Du bist mit deinem gesellschafts-utopischen Gesellianismus (kleinbürgerliche Klitschen-Kapitalismus), dem Du dich verschrieben hast, sowieso völlig auf dem Holzweg.

Gruß


.. kann zwar identitätsstiftend sein, doch ich wage zu bezweifeln, dass die Welt zukünftig eine Art "akephaler Stammesverband" mit Subsistenzwirtschaft und "verwandschaftlicher Beziehung" sein wird, wie es Gaddafi vorschwebte.

Es braucht möglichst eine Balance zwischen administrativer Macht, (liberaler) Subsidarität und gesamtgesellschaftlicher Solidarität, um zukünftige Weltprobleme zu lösen - ähnlich einem "organischen Staat" (im platon'schen Sinne), wobei allerdings die Organe und Zellen ständig in Wechselwirkung sind und die Organe und Zellen keine eigenen Wünsche, Wertvorstellungen und Interessen haben, dass sie einerseits nicht wie Individuen frei und verantwortlich handeln können, und dass der Staat andererseits keinen Willen hat, der nicht die Funktion des Willens wenigstens einiger der Individuen ist, die ihm angehören.

Jeder der aber meint, überlegene Ideen zu haben, die er der Gesellschaft aufzwingen möchte (Islam, Sozialismus, Kommunismus oder Mischungen daraus), damit es ihr (scheinbar) besser geht, ist relativ realitätsfremd. Denn genau diese Ideen sind diejenigen, die scheitern werden. Weil sie nicht angenommen werden und sich daher langfristig nicht durchsetzen.

Gruß


Vertraue nur deinem eigenen Arsch. Er steht immer hinter dir.


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