Es ist ja gerade die Überbetonung der individuellen Freiheit…

Geschrieben von Niederbayer am 11.05.2017 12:39:18:

.. welche uns immer mehr Probleme wirtschaftliche und soziale schafft. Denn ein Maximum an individueller Freiheit ist i.d.R. verbunden mit einem Minimum an kollektiver Verantwortung, was zusätzlich durch das Rechtssystem zementiert ist.

Es braucht auf allen Ebenen immer wieder neue Abwägungs- und Aushandlungsprozesse zwischen Kollektivismus und Liberalismus (trial& error-Prozess) bzw. welche Aufgaben staatliche Institutionen u.U. besser bewerkstelligen können als private Individuen oder kleinere soziale Einheiten (Kommunen, Genossenschaften etc.)
Was es imho nicht braucht und sich bis jetzt nicht bewährt haben, sind Extreme wie Totalitarismus/Autokratie oder Libertarismus (bspw. Anarchie oder Minimalstaat, „Unsichtbare Hand des Marktes“ u.ä.) - Wobei Libertarismus ja verschiedene Strömungen hat in Bezug auf Eigentumsrechte

Diskussionswürdig ist auch die Prämisse, dass jeder Mensch nur sich selbst gehört und nicht der Gemeinschaft und ein Recht auf Selbsteigentum hat. Von der Natur ist das nicht abgeleitet sondern es ist eine bürgerliche Idee.
(Es gibt kein „Naturrecht“ sondern nur positives menschengemachtes Recht)

Ich bin der Meinung, dass sich die großen globalen Probleme (Umwelt, Verteilung der Ressourcen, Überwindung nationaler Egoismen und Interessenskonflikte, Konkurrenzparadoxon etc. ) nur noch auf höheren politischen Ebenen lösen lassen.

Mit einer rein flachen Hierarchie wird es nicht mehr gehen. Auch kommunistisch-anarchistische Ideen halte ich für zu utopisch als Antwort für gegenwärtige/zukünftige Probleme.


Gruß





Hallo Freigeldpraktiker,
ich hoffe Du erwartest kein Promotionsarbeit von mir an dieser Stelle ?! ;)
Bin grade etwas im Zeitdruck, aber um es kurz zu machen:
Das große Stichwort ist Freiheit. Ist schon klar, über dieses hehre Ziel sabbeln viele. Freiheit bedeutet mir größtmögliche selbige für jeden Menschen, was natürlich auch das entsprechende Maß an Eigen-/Selbtsverantwortung mit sich bringt.
Und schon beginnt das Dilemma, da zumindest im derzeitigen Stadium der Entwicklung (ich spreche hier von unserer "westlichen"), der Bedarf in der breiten Masse überhaupt nicht zu erkennen ist. Und ich denke, daß dies bestenfalls in einem sehr frühen Stadium einer Gesellschaft überhaupt möglich ist = wenn sich der nächste Nachbar in mind. fünf Km Entfernung befindet, die ohne technische Hilfsmittel zu überwinden sind.
Ein Allheilmittel, wie eine optimale Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung aussieht, habe ich noch nicht gefunden, was wohl auch so schnell nicht geschehen wird. Bin also weiter auf der Suche und lasse mich gerne zum Weiterdenken anregen. Tendiere seit einiger Zeit zunehmend in die libertäre Richtung.
Ich denke einiges wird sich in Zukunft hier im Forum noch ergeben.
Lasse mich bei entsprechender Argumentation auch gerne zu anderen Gedanken überreden.
GS


Vertraue nur deinem eigenen Arsch. Er steht immer hinter dir.


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