Zins- und Zinseszins reichen nicht zur Erklärung von Krisen

Geschrieben von Niederbayer am 19.05.2017 09:02:36:



Weder der Neukeynesianismus noch der Monetarismus oder die Neuklassik (bürgerliche Mainstreamökonomien) oder die marxsche Krisentheorie erklären die Krise vollständig bzw. bringen FÜR SICH ALLEIN geeignete Ursachenerklärungen und Lösungen.


Ja warum denn!!!

Weil es sich bei all den genannten Theorien nur um Vernebelungsversuche der Zinseszinsproblematik handelt.

Für den der die Zins,- und Zinsesproblematik verstanden hat, ist es nicht schwierig Wirtschaftskrisen zu verstehen.

mfG Geor


…falls du Zins- und Zinseszinsen rein auf den Geldmarkt bzw. Rentenmarkt/Kapitalmarkt reduzierst, wovon ich einfach mal ausgehe. Die Zinsproblematik ist sicherlich ein wichtiger Baustein u.v.a. Problematiken.

Geld- und Kapitalmarktzinsen sind reine Flussgrößen (innerhalb einer gesamtwirtschaftlichen Bestandsgröße/Geldsumme x) wie viele andere Arten von Flussgrößen bzw. Einkommen, egal ob Geldzinsen (auf nominal fixierte Geldvermögen), Sachkapitalzinsen, alle Arten von Arbitragegewinnen, Unternehmergewinne aber auch Lohneinkommen. (Was Gesell übrigens nie verstanden hatte ist, dass Geld nominell fixierte Nominalforderungen sind, denen nominell variable Vermögenstitel gegenüberstehen).

Der Zins (Geldmarkt, Kapitalmarkt) hat sicherlich Einfluss auf das Verhalten der Geldhalter aber nicht nur der Zins allein. Und Nachfragelücken und damit verbundene Abwertung von Assets bzw. von nominellen Beleihungswerten (für Kreditprozesse) entstehen auch, wenn wir uns den Zins nur mal hypothetisch wegdenken würden. Wie wir wissen, sparen Haushalte bzw. entstehen Nachfragelücken auch ohne positive Zinsen, da eine Wirtschaft, die auf Wettbewerb und „Verteidigung der Eigentumswerte bzw. des Eigenkapitals“ basiert, zu Geldhortungen zwingt. Keynes nannte es die s.g. „Vorsichtskasse“. Haushalte halten aber auch unverzinstes Geld, um sich etwas anzusparen. Positive Zinsen haben zwar Sparanreize, was aber im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass Nullzinsen oder Strafgebühren auf liquide Geldhaltung zur Auflösung der (oftmals auch notwendigen) Kassenhaltung führt. Ganz im Gegenteil, es kann sogar Sparbemühungen erhöhen, um die Strafgebüren zu kompensieren.

Ebenfalls existieren Aufschuldungszwänge hypothetisch ohne Zins, was ich hier nachvollziehbar aufgeführt habe - Da das einigen Herren nicht in ihr enggefasstes theoretisches Denkmuster passt, lesen sie es erst gar nicht. :-)

Auch Leistungsbilanzdefizite zwischen Staaten entstehen ganz ohne Zins.

Um Krisen zu verstehen, müssen wir uns also die von mir im Beitrag genannten Aufschuldungszwänge insgesamt anschauen und warum in Folge Beleihungswerte zusammenbrechen können, und nicht nur den Zins fokussieren.


Von daher hatte ich die Plurale Ökonomie betont, die sich halt nicht einseitig auf Erklärungsmusster reduziert wie die Ideologen (Gesellianer, Monetaristen, Keynesianer u.a. Garküchen des Geistes) sondern sich mehr auf die Mikrofundierung konzentriert

Gruß

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