Deutschlands Exportstärke hat 13 Gründe

Geschrieben von Niederbayer am 19.05.2017 13:39:21:

Dazu auch hier lesen. Sehr gut auf den Punkt gebracht.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/erfolgsgeheimnisse-deutschlands-staerke-hat-13-gruende-11925735.html



Die hohe Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist nicht-preislich. Deutsche Produkte verkaufen sich halt auch, wenn sie teurer sind. Zu vielen deutschen Exporten (bspw. Investitionsgüter wie Maschinen und Autos) gibt es auch keine ausreichenden Alternativen mit guter Qualität.

Du behauptest also sinngemäß, dass die deutschen Handelsüberschüsse nichts mit den Produktpreisen, sondern ausschließlich "mit der guten Qualität" deutscher Produkte zu erklären sind. Habe selten solch hausgemachten Unsinn gelesen.

Selbstverständlich spielen im Außenhandel die Produktpreise eine gleich wichtige Rolle wie die Produktqualität. Wer das bestreitet, hat entweder nichts verstanden, oder er ist ein Schlepper und Bauernfänger.


Preisfaktoren spielen sicherlich AUCH eine Rolle aber bzgl. der deutschen Überschüsse nur gering.

Wir sind halt Weltmarktführer was gute Maschinen (Investgüter), Elektrotechnik und Fuhrpark (und Fahrzeugteile), Flugzeugtechnik etc. angeht. Auch bei Medizintechnik und Pharmazie sind wir gut. Für Qualität, Service (vor Ort), Design und Zuverlässigkeit bzw. für immer wieder neue Innovationsvorsprünge geben internationale Kunden halt immer noch mehr Geld aus.
Für viele deutscheProdukte gibt es sogar oftmals kaum oder gar keine Alternativen und schon gar nicht von den Griechen, Franzosen oder Italienern.

Dr einzige, der tatsächlich mit Dumpinglöhnen punktet ist China, weshalb die auch Marktanteile in Europa erorbert haben. Wir konkurrieren alles in allem nicht so sehr mit Griechenland, Farankreich, Italien oder England sondern mit Japan, den USA und den aufstrebenden Schwellenländern China und Indien.



Es ist gerade ja das direkte Verhältnis von Preis und Leistung (Qualität), was für den erfolgreichen Produktabsatz entscheidend ist. Der Nachfrager schaut immer auf das sog. Preis-Leistungs-Verhältnis und stellt fest, ob es für ihn subjektiv stimmig ist oder nicht.


Richtig. Das eine schließt das andere nicht aus. (siehe oben)


Er sucht nach einem guten bis sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis und entscheidet sich lieber für ein Konkurrenzprodukt mit etwas weniger Leistung/Qualität, wenn er dabei ordentlich Geld sparen kann.


Sicherlich trifft das in gewissen Produktsegmenten auch zu (überwiegend bei niedrigpreisigen Konsumprodukten), aber nicht bei deutschen Exportgütern (Maschinenbau, Chemie, Automobilindustrie, Medizin-, Mess- und Steuerungstechnik).Dort überwiegen immer noch die Kunden, die gerne für deutsche Produkte mehr Geld ausgeben. Gerade das macht unseren Erfolg aus, weil wir wie gesagt bei Qualität, Service (vor Ort), Design und Zuverlässigkeit und Innovationsvorsprünge punkten. Du fantasierst hier irgendetwas zusammen, was mit der Realität nichts zu tun hat.

Erreichen Länder allerdings einen ähnlichen Qualitätsstandard und können mit ihren Preisen deutlich unterbieten, dann sind sie auch für deutsche Produkte eine Konkurrenz. Zu erwähnen wäre hier wie gesagtChina, die sogar auch im Maschinenbau und Elektrotechnik den Deutschen mittlerweile Konkurrenz machen und vor allem bestimmte Märkte bedienen, welche die Deutschen zu lange vernachlässigt haben (bspw. Brasilien und Indien). Zudem sind deutsche Produkte für Märkte der Schwellenländer oft zu teuer. Auch in Europa punkten die Chinesen mittlerweile ggü. Deutschland.

Die europäischen Defizitländern hingegen sind i.d.R. keine große Konkurrenz für Deutschland. Hier tobt keinesfalls ein Preiswettbewerb.

Sooo, und selbstverständlich haben Preise sehr viel mit den Löhnen zu tun. Bei den Löhnen kommt es auch gar nicht auf deren absolute Höhe im internationalen Vergleich an, sondern: Es kommt auf die relative Höhe des Lohnniveaus im Verhältnis zu der durchschnittlichen Arbeitsproduktivität im Ländervergleich an. Als Maß für diese kann genommen werden :

BIP pro geleistete Arbeitsstunde (= BIP : Gesamtheit geleisteter AS)

So ist es sehr wohl möglich, dass DE z.B. im europäischen Vergleich ein Billiglohnland ("Dumpinglöhner") sein kann, selbst dann, wenn der Durchschnittslohn hierzulande höher sein sollte als im Rest von Europa .. wenn eben die Arbeitsproduktivität einen deutlich höheren Abstand zum Ausland aufweist. Dies dürfte betreffend DE der Fall sein .. woraus folgt, dass die deutschen Arbeits"nehmer" (.. die in Wirklichkeit "Arbeitslieferanten" sind) im Vergleich zum europäischen Ausland unterbezahlt sind, während die durchschnittliche Kapitalrendite in der deutschen Realwirtschaft vergleichsweise höher als im Ausland ist bzw. logischerweise sein muss.


Nix „soo“. Informiere dich bitte erst umfassender, bevor du dich großer Schreibarbeit befleißigt. Das spart auch Zeit. :-) Lieber einmal das richtige schreiben als mehrmals das falsche.

Wie gesagt spielen die deutschen Lohnstückkosten Im Wettbewerb keine Rolle. Eher umgekehrt: Sie sind zu hoch ggü. China so dass wir dort Anteile verlieren. Deutschland punktet wie gesagt nicht mit Dumpinpreisen. Dieses Märchen haben die Keynesianer bzw. die gewerkschaftsnahen Ökonomen verbreitet.


Weiter: Die hohen deutschen Handelsüberschüsse schädigen eine große Mehrheit der hiesigen Wirtschaftsteilnehmer, nämlich insbesondere die Arbeit"nehmer" (neben der Binnenmarktwirtschaft) .. es ist ein großer Betrug : Die deutschen AN werden hierbei buchstäblich um die Früchte ihrer Arbeit betrogen, denn diese Früchte gehen ja ins Ausland, ohne dass sie eine reelle, konsumierbare Gegenleistung dafür bekommen. Im Gegenteil, sie bekamen in der exportierenden Wirtschaft ihre Reallöhne gesenkt, denn diese Unternehmen benötigen die Kaufkraft der inländischen Beschäftigten überhaupt nicht oder kaum. Dies hat negative Auswirkungen auch auf die Binnenmarktwirtschaft, denn gesenkte Reallöhne in der Exportwirtschaft führen zu verminderten Konsumausgaben derer Beschäftigten gerade in diesem Sektor. Deshalb gilt als empirisch-statistische Allgemeinregel : Wo die Exportwirtschaft boomt, da lahmen die Reallöhne und die Binnenmarktwirtschaft


Alles unwichtig denn das Verhältnis der Unternehmergewinne zu den Löhnen war nicht das Thema. Das sind inländische Verteilungsprobleme. Es ging darum, ob die deutschen Reallöhne eine große Rolle spielen im Wettbewerb und die hohen Leistungsbilanzdefizite verursacht haben, und dem ist nicht so, wenn man sich anschaut, wo und wie Deutschland punktet. Gegen deutsche Innovation und bspw. „die schwäbischen Mittelstandstüftler“ ist nicht genügend Kraut gewachsen.

Zudem ist auch nicht gesagt, dass die Deutschen durch Reallohnsteigerungen nun speziell Produkte aus Defizitländern kaufen. Sie kaufen selbstverständlich auch deutsche Produkte. Zudem wissen wir, dass höhere Löhne auch die Sparanstrengungen erhöhen, besonders in unsicheren Zeiten.

Dein Argument der höheren Inflationsrate und der Einkommensverteilung können Sparanstrengungen nicht verhindern. Die Leute sparen auch bei Nullzins.
Und wie willst du die Einkommensverteilung „regulieren“ und dafür sorgen, dass die Lohnempfänger nun ausgerechnet Produkte aus Defizitländern kaufen?

Eine Belebung des Binnenmarktes ist schön und gut, löst aber das Problem nicht, dass das Ausland sich zu hoch verschuldet und zu viele deutsche hochpreisige Produkte kauft.

Und selbst, wenn wir höhere reale Löhne gehabt hätten, wäre nicht ausgemacht, dass die Leistungsbilanzdefizite entscheidend geringer wären

Die deutschen Überschüsse wären gewiss geringer ausgefallen, was die hiesige Wirtschaft stärker auf die Binnenmärkte und die Zunahme des Wohlstands (der Reallöhne, des Konsums) bei der inländischen Bevölkerung orientiert hätte.

Es geht hier um die Auslandsnachfrage, welche „zu hoch“ ist. Eine erhöhte Inlandsnachfrage kann das nicht kompensieren. Es ist nämlich nicht so, dass die Deutschen nun mehr französische oder italienische Autos kaufen.

Dazu auch.
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article108954998/Made-in-Germany-Das-ganze-Land-ein-Guetezeichen.html
http://www.deutschlandfunk.de/deutsche-exportwirtschaft-konkurrenz-aus-fernost-steigt.766.de.html?dram:article_id=339784


Vertraue nur deinem eigenen Arsch. Er steht immer hinter dir.


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