Sorry.. Korrektur: Der Nord-Euro würde natürlich aufwerten - owt

Geschrieben von Niederbayer am 19.05.2017 22:41:49:



Die Targetsalden sind nur buchtechnische Spielereinen auf der Notenbankebene Ich würde diesen Salden nicht allzuviel Wert beimessen wollen.

Die Target2-Salden sind Stellvertreter- oder Ersatzposten für ausgebliebenes Clearing mittels Hin- und Herschieben von Aktiva zwischen den nationalen Notenbanken der Eurozone. Positive Salden sind somit Netto-Forderungen auf Aktiva der Defizitstaaten, so z.B. auf deren Staatsanleihen, auf deren US-Dollars, auf Gold, oder ähnliches.

Denn die Exporteure haben ihre Giralgutschrift längst gutgeschrieben bekommen auf ihren Bankkonten. Ob sie dann weniger Kaufkraft hätten, wenn ein Defizitland aussteigt, ist doch sehr zweifelhaft.

Das schon, aber : Die BuBa hatte zwar die inländischen Zahlungsempfänger/-gläubiger mit frisch! gedrucktem! ZB-Geld vollends befriedigt, ABER ohne dafür irgendeinen Aktivposten zu besitzen und bilanzieren zu können .. Nichts, Null, Niente ! Das positive Target2-Saldo der BuBa ist reine Luftnummer, schlicht ein "bilanzieller Ausgleichsposten" für fehlende Aktiva .. welche aus den auftraggebenden Ländern hätten geliefert werden müssen, wie es sich im internationalen Handel und Zahlungsverkehr normalerweise gehört.
Das dürfte schon einmal der Tatbestand eines Gesetzesbruchs durch die BuBa und des Betrugs an den Eigentümern der BuBa sein, d.h. an den Bürgern und Steuerzahlern.

Und Ja, das mag so lange, rein monetär betrachtet, "unproblematisch" sein (.. siehe aber meine anderen Beiträge über die realwirtschaftlichen Folgen), wie die Eurozone weiter fortbesteht und die nationalen Notenbanken lediglich quasi Filialen einer Großbank sind, nämlich der EZB. Dies bedeutet, dass die der BuBa fehlenden Aktiva sich weiterhin im Besitz und in den ZB-Bilanzen der Defizitländer der Eurozone befinden. Aber wehe, wenn diese Zone zerfällt! ...

Zudem würden Länder, die den Euro verlassen, Devisen oder Staatsanleihen liefern müssen, um die Salden bzw. die Aktiva ggü. der EZB auszugleichen. Es würde da also auf Notenbankebene sicherlich eine Lösung geben.

Wenn die Eurozone zerfällt, machen sich die Defizitländer m.M.n. einfach aus dem Staub und zeigen den Überschussländern den Stinkefinger. Ich glaube nicht, dass in den Zonenverträgen klipp und klar drin steht, dass ein nachträgliches Clearing mit echten Aktiva zwischen den ehemaligen Zonenländern zu erfolgen hat.
Was bedeutete das für DE : Die BuBa müsste ihr positives Target2-Saldo (Aktivseite) ersatzlos ausbuchen, und zwar zu Lasten ihres Eigenkapitals. Dieses würde sofort negativ werden und die BuBa müsste via zusätzlicher Staatsverschuldung neu kapitalisiert werden. Zum anderen, der BuBa und damit den deutschen Steuerzahlern entgingen Devisenreserven in Höhe von aktuell etwa 800 Milliarden US-Dollars, womit ja üblicherweise im Außenhandel und allgemein im internationalen Geldtransfer bezahlt wird.

Nun wird auch verständlich, wieso ein Zerfall der Eurozone "auf gar kein Fall passieren darf". Denn das würde vermutlich einen Wirtschaftskrieg zwischen den Defizit- und den Überschussländern der zerfallenen Eurozone auslösen, wobei die Defizitländer sich neue starke Partner suchen würden, wie z.B. Russland und China. Der größte Verlierer dabei wäre DE.

Viel wichtiger sind doch die privatrechtlichen Forderungen ggü. einem Staat oder ausländischem Unternehmen und nicht die Notenbankebene. Auf der privaten Ebene spielt sich heute die Wirtschaft überwiegend ab.

Die Wirtschaft würde auch innerhalb Europas wieder auf ausländische Devisen z.B. in US-Dollars, GBP, CHF o.ä. angewiesen sein (z.B. wegen Rohstoffimporte, Auslandszulieferer etc.) .. die BuBa müsste also zusätzlich welche einkaufen. Aber womit denn ? Es würden erst einmal sofort 800 Milliarden US-Dollars, oder eine andere international akzeptierte Währung, in der Bilanz der BuBa fehlen. Das gäbe vermutlich eine ganz üble Kettenreaktion auf den Devisen-, Gold-, Aktienmärkten, bei den GBanken, usw. .. und politische Turbulenzen.

Gruß, Beo2  




Wieso sollte es einen Wirtschaftskrieg geben? Das macht wenig Sinn, zumal die Südländer ja weiter an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit und grenzüberschreitenden Güterverkehr (auch zu ihrem eigenen Interesse) mit dem Nord-Euro-Ländern interessiert wären. (Falls es ein Auseinanderdriften gibt, wird es eher zwei Währungen geben: Nord- und Süd-Euro - Einen Nord-Euro in jedem Fall).

Das wahrscheinlichste Szenario: Die EZB würde bestehen bleiben und die Target-Forderungen gegen den Süd-Euro oder die Südländer in ihre Bilanzen übernehmen. Dafür müsste sie allerdings die Geldmenge erhöhen, was den Nord-Euro dann zum Dollar abwerten würde. (Sie müsste allerdings nicht die gesamten 800 Mrd. sofort drucken. Deutsche Produkte würden dann in den USA billiger, Importe aber teurer. Die Südländer müssten ihre Forderungen nach und nach ausgleichen.


Gruß


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