Dazu

Geschrieben von Dieter68 am 25.07.2017 10:14:16:

The fact is, Germany is NOT Semitic. It IS “Aryan,” in terms of its linguistic and cultural values. So is Scotland and most of Europe, and the United States. Why should Aryans, like the Germans, and Jefferson, and most Europeans as well as Iranians, be forced to think of themselves as Semitic, as ‘children’ of the flawed character that is Abraham? And what are the real-world present-day consequences of this Elijah-like enforcement of religious belief?


Wie sich richtig schreibt, geht es um kulturelle Werte („in terms of its linguistic and cultural values“), denn es gab niemals eine „semitische“ oder gar „jüdische“ Rasse, schon deshalb nicht, weil die Benennung nach Sprachengruppen nichts mit Rasse zu tun hat. Als "semitisch" wurde eine Gruppe von Sprachen bezeichnet, die heute, ausgehend von der Arabischen Halbinsel, wo nahe an deren Westküste die Israeliten, Hebräer oder Juden lebten und heute die Israelis leben, bis zur Atlantikküste von Marokko im Westen und bis zur Küste des Indischen Ozeans in Nordost-Afrika verbreitet ist. Von "semitischer" Rasse der deutschen Juden zu sprechen war aber auch biologisch abwegig, weil ein rassischer Unterschied zwischen deutschen Juden und "nicht-jüdischen" Deutschen auch faktisch biologisch kaum bestand.

Beide waren einander überdies in allen möglichen Hinsichten, in Sprache, Kultur, Religion, sogar in Hinsicht auf Rassenmerkmale sehr ähnlich, weshalb Hitler den Judenstern einführte. Ohne dieses Zeichen wären sie gar nicht als „anders“ aufgefallen. Man kann kulturhistorisch belegen, dass es den Nazis eigentlich gar nicht um Rasse im biologischen Sinn ging, sondern um den Endsieg im Kampf um die Auserwähltheit. Sie selber wollten das auserwählte Volk sein, mit Hitler als dessen Erlöser, was vor allem sein Propagandist Joseph Goebbels selber glaubte und öffentlich bekannte.

Nun ist es aber so, dass christliche Werte sich heute (wie oben schon angedeutet), nicht mehr auf Abraham fokussieren bzw. die auf alten jüdischen Wertvorstellungen im AT.
Christliche Werte sind keine jüdischen, auch wenn Jesus von der jüdischen Kultur damals geprägt war und auch die Schriften kannte, sie jedoch neu auslegte bzw. ergänzte und ganz neue Werte in den Vordergrund stellte. Dass seine Lehre im Laufe der Historie von vielen (auch nicht-jüdischen) Machthabern missbraucht wurde (bspw. Karl der Große oder die Päpste, ist keine Frage mehr.


Abgesehen davon sind weder die Deutschen Arier noch war es übrigens Jesus, wie behauptet wurde. Der Mythos vom arischen Jesus feierte ja im 19. und 20. Jahrhundert seinen Urstände und diente Hitler dazu, den Holocaust ideologisch zu untermauern.

Dazu z.B. Hajo Goertz
http://www.deutschlandfunkkultur.de/der-mythos-vom-arischen-jesus.1278.de.html?dram:article_id=192376

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Nebenbei: Abrahams Glaubensgehorsam (bzw. diese Figur, falls sie überhaupt genauso existiert hat, was nicht eindeutig nachgewiesen ist und sie auch eine symbolische Figur sein kann) erscheint vielen modernen Theologen heute als übelster Kadavergehorsam und seine Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern, gilt ihnen als Zumutung, die in keiner Weise mit dem eigenen Gottesbild zusammenpasst. Wieso sollte ein guter und allbarmherziger Gott auch auf die Idee einer so sadistischen Prüfung verfallen?

Zudem hat er ja gerade NICHT seinen Sohn geopfert, hat also auf sein Gewissen gehört, ist also bei der „Prüfung Gottes“ durchgefallen.

Anknüpfen kann diese Deutungslinie am Wortlaut des Befehls in Gen 22,2d, der demnach nur besagt, dass Abraham seinen Sohn zu einem Brandopfer hinaufbringt, nicht aber, dass er ihn opfert. Diese bereits in der rabbinischen Textauslegung bekannte Bestreitung, dass es sich überhaupt um einen Befehl zu einer Opferung handelt, ist beispielsweise in der Exegese der so genannten Amsterdamer Schule aufgegriffen und vertieft worden. So angenehm diese Deutung ist, so sehr steht sie jedoch in Spannung zum Verlauf der Erzählung.

So vermag sie kaum noch sinnvoll die spätere Engelrede in Gen 22,12 („Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tu ihm nichts zuleide! […]“) verständlich zu machen (vgl. Thomas Naumann, Die Preisgabe Isaaks. Genesis 22 im Kontext der biblischen Abraham-Sara-Erzählung, in: Bernhard Greiner, Bernd Janowski und Hermann Lichtenberger [Hg.], Opfere deinen Sohn! Das „Isaak-Opfer“ in Judentum, Christentum und Islam, Tübingen 2007, 19–50, 36). Da außerdem in Vers 13b im hebräischen Text die gleiche Wendung vom „Hinaufbringen“ gebraucht wird, wenn es um die Opferung des Widders geht, vermag diese Deutung vom biblischen Wortlaut her kaum zu überzeugen (vgl. Bernd Willmes, Die Prüfung Abrahams nach Gen 22,1–19, in: Helmut Hoping, Julia Knop und Thomas Böhm [Hg.], Die Bindung Isaaks. Stimme, Schrift, Bild, Paderborn 2009, 39–59, 57).

Passender scheint sich diese Deutetradition in die koranische Umformung des Textes einzufügen, weil hier der Befehl Gottes Abraham im Traum erreicht, so dass von vornherein unklar ist, ob es sich wirklich um eine Anweisung Gottes handelt (Sure 37, Vers 102). Entsprechend gibt es eine sufische Auslegungstradition, die Träume als Ausdruck tiefer Sehnsüchte der Menschen ansieht und den angeblichen Auftrag an Abraham als dessen innigen Wunsch deutet, seinem „Gott, der ihn reich beschenkte und stets begleitet hatte, etwas Besonderes zu schenken“
https://www.herder-korrespondenz.de/heftarchiv/67-jahrgang-2013/heft-4-2013/eine-annaeherung-aus-dem-gespraech-von-judentum-christentum-und-islam-abrahams-opfer


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