Präzisierungen helfen weiter

Geschrieben von Maja am 07.06.2018 22:50:31:


Wehretaterhöhungen bzw. Erhöhung der Ausrüstung ... Rüstungserhöhung sind alles (quasi) Synonyme.


So haben Sie das gesagt.


Die Bundeswehr rüstet (...) seit Jahren real ab, und zwar massiv.


Wir haben also vorher gelesen, dass Sie den Wehretat mit dem Stand der Rüstung der Armee gleichsetzen.
Nun sagen Sie: "Real" rüstet die Bundeswehr sehr stark ab. Das heißt: Der Wehretat ist nicht der Stand der Rüstung.
Es kann die Ausrüstung schwächeln, selbst wenn die Etatentwicklung eine Aufrüstung suggeriert.

Sie widersprechen sich also.

Aber die zweite Aussage ist gut. Die geht in die reale Richtung.

Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Verteidigungsetat#Deutschland

Wir lesen, dass die Etats zwar seit Ende der 1990er Jahre fast durchweg gestiegen sind, aber jeweils nur
geringfügig, vereinzelt sind sie auch ganz leicht gefallen. Da ja immer alles teurer wird, wird der reale
Stand immer mal gerade so gehalten. Einige Bereiche müssen darunter leiden. Und die werden dann
propagandistisch in die Öffentlichkeit gezerrt. Die Ausrüstungsmängel haben aber auch oft mit Fehl-
planung und vor allem der "Vielzahl der Aufgaben" (= Auslandseinsätze) zu tun. Man verzettelt sich
und vernachlässigt die Grundlagen, also die Werkstätten, Materialersatz etc.

Aber die Zahlen reichen nicht bis in die Gegenwart. Seit 2015 haben die Zuwäche zugenommen. Bis
2021 sollen aus den 32,3 Mrd. Euro 2015 42 Mrd. pro Jahr werden. Das ist keine große Aufrüstung,
aber eine bedenkenswerte.

Aber das ist ja nicht das Einzige: Auch die strategische Ausrichtung wird verändert. Von den Einsätzen
in aller Welt wird zwar nicht abgegangen, aber man will sich mehr auf die "Landesverteidigung" ausrichten.
Das ist eine Chiffre für: Man konzentriert sich mehr auf Russland als Gegner.

Also spürbar mehr Geld, wenn auch nicht extrem mehr, und dieses Geld wird sozusagen mehr "gegen den Russen"
gerichtet. Damit gewinnt die mäßige Aufrüstung eine strategisch größere Dimension. Gut, nach einer eiligen
Kriegsplanung sieht es nicht aus, aber das habe ich auch nie behauptet.

Also: Auch wenn es seitens Deutschlands nicht nach einem großen Aufmarsch aussieht. Es scheint
um eine strategische Langfristplanung zu handeln, die ungut ist

Zu den anderen Punkten sage ich vielleicht noch etwas, falls Zeit ist.


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