Kausch - 2000 Jahre Kampf

Geschrieben von throne am 22.06.2018 08:42:32:

Ein Hoch auf die Ungarn!

Unabhängig davon, anknüpfend an unseren Disput, bitte hier unbedingt lesen! Das ganze Buch ist ein absoluter Augenöffner.
https://ia800107.us.archive.org/29/items/KauschDieUnbequemeNation2000JahreKriegeGegenDieDeutschen206S/Kausch_Die_unbequeme_Nation_2000%20Jahre%20Kriege%20gegen%20die%20Deutschen_206S.pdf

kleiner Auszug, die komplette Seite 46

Der Tod Edwards gab Herzog Wil- helm der Normandie einen Vorwand, mit einem Heere nach Eng- land überzusetzen (1066), Harold bei Hastings vernichtend zu schlagen und dann allen Widerstand der englischen Germanen brutal zu brechen. Wilhelm setzte die Bekehrung zum Christen- tum und zugleich die kapitalistische Wirtschaftsordnung in Eng- land mit Schrecken und Gewalt durch. Schamhaft verschweigen fast alle Geschichteschreiber, daß Wilhelm der Eroberer mit »ausdrücklicher päpstlicher Genehmigung«, und das heißt: Im Auf- trage der Kirche die germanische Wirtschafts- und Gesellschafts- ordnung Englands vernichtete. Wilhelms Freund und »Berater« – besser als Ohrenbläser und Aufseher zu bezeichnen – war der französische Priester Lanfranc, der zum Erzbischof von Canter- bury ernannt wurde(49). Man beachte das Urteil eines britischen Historikers: »Es war beinahe ein Heiliger Krieg«! (»beinahe«?) Verglichen mit den armseligen, verfälschten Eroberungsberichten Ottos sind wir über seine Methoden ziemlich genau im Bilde. »Alles Land wurde sofort als Eigentum der Krone erklärt. Land nicht innerhalb der königlichen Domäne wurde mit allen Pflich- ten und Lasten den feudalen Vasallen überlassen, wie es in der Normandie üblich war«. Wilhelm dankte seinen (französierten) Adligen (Raubgenossen), die in seinem Gefolge nach England strömten, »für ihre Dienste, indem er ihnen große Landschenkun- gen gewährte, die er den Engländern fortnahm, die ihm widerstan- den hatten. Er traute nicht den Engländern, das Land mit ihnen zu regieren. Bald gab keine anderen als normannische Fürsten, Her- zöge, Barone und Bischöfe. Die Engländer verloren den größten Teil ihres Landbesitzes ... sie wurden von ihren neuen Herren und Meistern oft grausam behandelt. Diese überzogen das Land mit starken Burgen, die für die Engländer uneinnehmbar waren. Fast jedes Dorf bekam einen (französischen) Landlord, dem das Volk dienen mußte. Die Engländer hatten teuer für den Frieden zu zahlen, den Wilhelm ihnen gab. Wilhelm war bemüht, so viele Steuern zu erheben wie er nur konnte. Mit großer Sorgfalt ließ er herausfinden, was jeder Mann besaß. Zu diesem Zweck befahl er ein Verzeichnis anzulegen, genannt das Domesday Book, in dem festgehalten wurde, wieviel Land in England war, wem es gehörte und wie viel er verpflichtet war, an den König zu entrichten. Die Engländer klagten viel darüber. »›Es gab nicht‹, sagten sie, ›eine Hufe Land, eine Ochse oder eine Kuh oder ein Schwein, das übersehen wurde‹«(50).
Nun konnte die Kirche wirken, sie brachte den enterbten, ausge- plünderten Germanen (hier Engländern) den Segen des Christen- tums, spendete Trost und machte die Hoffnung auf das zukünf- tige bessere Jenseits begehrenswert. Das kostete sie nichts. Die Kirche konnte freilich nicht umsonst bestehen. Bischöfe wollen herrschen, Priester wollen leben, besser als das Volk, und sie woll- ten nicht im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot verdienen. Meh- rere Dörfer wurden jeweils zu einem Kirchensprengel (parish) zu- sammengefaßt. Der Zehnte für die Kirche wurde eingeführt und obendrein der Peterspfennig für den Stuhl Petri oder Seine Hei- ligkeit.
Nicht genug damit. Für die Einrichtung der kirchlichen Monopol- wirtschaft brauchte man viele Klöster (abbeys), auch diese benö- tigten viel Land und Geld. »Die Gründung einer Benediktinerab- tei im 11. Jahrhundert, einer Zisterzienserabtei im 12. Jahrhundert war beinahe eine Selbstverständlichkeit für einen normannischen Baron. Ohne Zweifel war (Wilhelm) der Eroberer aufrichtig bestrebt, als kirchlicher Erneurer (!) in seinem Herzogtum (Nor- mandie) und Königreich (England) zu wirken«.
Aber wie konnten diese ungeheuren Tribute und Geldverpflich- tungen von den Engländern aufgebracht werden? Die germani- sche Volkswirtschaft hatte ja kein Geld benötigt. Der Umgang mit Geld und Finanzfragen waren ihr fremd. Auch dafür hatte die Planung der Priester vorgesorgt! »Die normannischen Eroberer brachten Juden aus praktischen Gründen gleich mit. Die Juden verwalteten die Finanzen des Königreiches und stiegen zu großer Macht auf. Vor den Gerichten des Königs wurde der Eid eines Ju- den dem Eid von zwölf Engländern gleichgehalten: Der Jude ge- noß königlichen Schutz«(53). Die jüdischen Geldverleiher liehen den Engländern das Geld, das König, Kirche und Barone von ih- nen kassierten. Selbstverständlich nicht umsonst, auch Juden wollten leben, gut leben nach Möglichkeit. Die germanisch-eng- lische Bevölkerung wurde auf diesem Umweg, wie ihre keltischen Nachbarn seit langem, zinsbar gemacht. So mußte sie die Bürde einer vierten Gruppe von Ausbeutern übernehmen. Wie hilflos fand sie sich, wenn Schuldtitel in einer fremden Schrift und Spra- che geschrieben wurden, gegen die sie sich nicht wehren konn- ten – es sei denn es waren mindestens zwölf von ihnen! Solche Erbitterung erwuchs aus diesem System, daß es bereits Ende des 11.Jahrhunderts zu wilden Judenverfolgungen in England kam. Hier ist die Ursache zu finden, wenn im 13. Jahrhundert scharfe Gesetze gegen jüdische Wucherer erlassen und schließlich die Ju- den aus England vertrieben wurden(54). Die Ausbeutungswirt- schaft war dadurch nicht zu treffen. An die Stelle der Juden traten reiche Christen.
Über den Zeitpunkt und nähere Umstände der Einführung der Feudalwirtschaft in der Normandie sind wir weit weniger unter- richtet. Die Kirche konnte selbstverständlich nicht normanni- sches Land zu Lehen geben, wenn es ihr nicht vorher zu eigen ge- worden war. Also sind darüber rechtskräftige Verträge zwischen den Normannenherzögen und der Kurie geschlossen worden. Unter Richard II. (996 bis 1026) fanden schwere Bauernauf- stände statt, die in langen Kämpfen ungeheuer blutig unterdrückt wurden. Soziale Unruhen sind ein mittelbarer Nachweis der ge- waltsam durchgesetzten kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Die künstlich errichtete unüberbrückbare Kluft zwischen Adel im Bund mit den Priestern einerseits und dem enteigneten Volke andererseits – genau das Herrschafts- und Wirtschaftssystem der vorchristlichen Druiden! – trat nirgends so deutlich in Erschei- nung wie in der Normandie des 11. und 12.Jahrhunderts. Wie einst im Frankenreiche, so stellte jetzt das bekehrte, unterworfene und ausgebeutete germanische Bauernvolk die Legionäre oder Söldner für weitere Eroberungszüge der Kirche, es hungerte, mar- schierte, blutete und starb »zum größeren Ruhme Gottes«.
Am 23. August 1059 hat Papst Nicolaus II. einen hohen norman- nischen Adligen, Robert Guiscard, »durch die Gnade Gottes und St. Peters zum Herzog von Apulien und Calabrien und zu- künftigen Herrn Siziliens ernannt« und ihn mit diesen Ländern be- lehnt. »Guiscard verpflichtete sich, eine jährliche Rente an den Heiligen Stuhl zu entrichten und dessen Sache zu vertreten«(55). Man kann der umfassenden, vielseitigen und weitsichtigen Politik der Priester eine gewisse Bewunderung nicht versagen. Denn im Jahre 1054 war es zum endgültigen Bruch zwischen katholischer und orthodoxer Priesterschaft gekommen(56). Für die abendlän- dischen (Druiden-)Priester ergab sich daraus, daß alle Versuche zur friedlichen, diplomatischen Anerkennung ihrer Vorherrschaft über die Ostkirche fehlgeschlagen waren. Für sie kam fortan nur Kampf und Krieg bis zur Vernichtung in Frage, die gleiche Be- handlung wie für alle Heiden und abgefallenen Ketzer, Protestan- ten oder wie sie genannt werden mögen.


Und jetzt noch mal in Ruhe über die Rolle der Druiden-Katholiken-Priester (später Jesuiten) dabei nachdenken.

Es gibt auch einen daran angelehnten YT-Vortrag von Jürgen Rieger https://www.youtube.com/watch?v=RLGEAYZ29kk

Nichts sollte einen Autor mehr irritieren als zustimmende Briefe mit Fehlern in der Syntax.


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