Bringt so nichts, muss differenziert betrachtet werden

Geschrieben von Grek 1 am 09.11.2018 16:25:13:

Hallo,

das Thema hatten wir erst kürzlich; wenn die These untersucht werden soll, wer wen bedrohen oder angreifen könnte, muß man sich ansehen, welche Kräfte sich wo wie gegenüber stehen könnten. Für Europa, und nur darum kann es bei diesem Gedankenspiel gehen, kommt nur die Nordeuropäische Tiefebene in Frage. Daraus ergeben sich also folgende Fragen:

Wieviele Einheiten könnten sich so direkt gegenüber stehen? Wie ist die Logistik? Wie ist die Einsatzbereitschaft? Wie beurteile ich die Kampfkraft der sich gegenüber stehenden Teilstreitkräfte? Wie werte ich die Kampfkraft der ofensichtlichen Übermacht von z. T. sehr veralteten russischen Panzer gegen evtl. modernere, aber nicht einsatzbereite NATO-Panzer?

Für einen Angriff galt früher immer, daß der Angreifer eine wenigstens 3-fache Überlegenheit braucht, um den eingeigelten Verteidiger mit Heimvorteil (Gelände ist bekannt, Unterstützung aus der Bevölkerung usw.) zu bezwingen.

Erst wenn man diese Zahlen gegenüber stellt, kann man letztlich abwägen, ob die Situation bedrohlich ist oder nicht. Bei der letzten Diskussion kam man durch grobe Zahlenvergleiche darauf, daß das Zahlenverhältnis momentan weder für die eine oder andere Seite zum erfolgreichen Angriff ausreicht. Und jetzt kommt das Aber: Russland ist durchaus in der Lage, das beweisen die Einschätzungen der jüngst durchgeführten Großmanöver sowohl seitens der NATO als auch der russischen Militärführung, dieses Kräfteverhältnis binnen weniger Tage deutlich zu seinen Gunsten zu verändern. Seitens der NATO ist das vergleichsweise mau.

Ach ja, nicht zu vergessen: es bedarf möglichst gemeinsamer Grenzen, sonst wird das eher schwierig, wenn scheinbar neutrale Pufferstaaten dazwischen liegen. Klar wird dann auch, um was es in der Ukraine, Transnistrien usw. geht. Das beweist der Verlauf der letzten beiden Weltkriege nur zu deutlich. Belgienfeldzug und Stalins "Ich habe ihn hinters Licht geführt" nachdem das Deutsche Reich den Vertrag zur Aufteilung Polens und der baltischen Staaten unterzeichnet hatte. Nun, Barbarossa war die Antwort auf den vorbereiteten Angriffskrieg der SU, nachdem dieser friedliebende Staat Finnland nach dem bewährten Hilferuf überfallen hatte.

Was bedeutet das heute für uns? Unbedingt Gespräche mit Russland führen und doppelt genau hinsehen, um die auch in Russland vorhandenen Falken nicht ans Ruder zu lassen.

Nachdem die BRD zwar gerne die Großmacht vergangener Tage spielen möchte, letztlich aber nur als Vasall dank entsprechend unselbständiger Handlungen seitens des Hegemons gesehen wird, kann man sich auch fragen, unter welchem Hegemon es sich schöner leben lässt? USA, Russland/China sind die Optionen, wenn man sich nicht selbst zur eigenen Souveränität bekennen und diese auch erreichen und behalten möchte.

Gruß

Grek 1

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"Ich will, weil ich kann, was ich muß!"


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