Die Rache, Börsenzockerei usw.

Geschrieben von Beobachter-II am 01.02.2019 16:40:14:

Tagchen HG,
danke für deine recht persönlichen Mitteilungen.

Manche meine ja, Rache würde am Leben halten, also in extremen Überlebenssituationen. Ich meine allerdings, daß Rache doch eher tödlich ist, damit muß man WIRKLICH umgehen können. Keine leichte Sache, Nichts für Pfadfinder.

Zustimmung. Verzicht auf die Rache ist schon halbe Miete für die Himmelfahrt.
Beim Graf von Monte Christo scheint es aber doch irgendwie funktioniert zu haben, oder? Ich glaube aber nicht daran. Die Rachsucht kann eine Weile hilfreich oder gar lebenserhaltend sein, zumindest solange sie noch nicht gestillt werden kann, aber mensch muss davon RECHTZEITIG abspringen können. Sonst schafft es nur neues Leid und Elend, eigenes wohlgemerkt. Ich staune immer wieder, dass viele KZ-Insassen ihren Folterern verzeihen konnten.

Übringens, es gibt da noch eine andere schöne königliche Geschichte, u.z. das Gilgamesch-Epos:
https://www.youtube.com/watch?v=sQCeVf1h8Sc

Damit sind wir auch beinahe schon beim Königsmörder ...

Das könnte der Enkidu (s.o.) sein: https://de.wikipedia.org/wiki/Enkidu
Aber Frauen können es wohl "viel besser" - hier die Göttin Ishtar.

Ich wollte allerdings das Thema Finanzen mit einbeziehen, und hier speziell, den Blickwinkel als Investor einnehmen.

Okay, Du bist also ein "haumptamtlicher" Investor, sprich: Börsenzocker. Dann kennst Du sicherlich auch den Florian Homm und den (verstorbenen) Andre Kostolany:
https://de.wikipedia.org/wiki/Florian_Homm
https://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Kostolany

Bin selbst kein Investor und auch kein guter Kenner dieser Materie. Hatte allerdings in den 90-ern mit einem Demoaccount 1 Jahr lang Devisenhandel (Foreign Exchange) studiert, zunächst mit einem gewissen (fiktiven) Erfolg - mit einem "technischen System". Zum Schluss habe ich meinen Gewinn wieder verloren. Im Moment studiere ich, anhand eines persönlichen Demodepots, die Entwicklung bei den ETFs (Indexfonds) - mit Musterdepot bei dieser Bank:
https://www.comdirect.de/geldanlage/wertpapier-sparplan.html#Sparplan
https://www.comdirect.de/inf/etfs/selector/trefferliste.html

Vermutlich ist Dir bekannt, dass der Kostolany, auch ein "hauptamtlicher" Investor, sich fast ausschließlich mit Aktiendividenden zufrieden gab. Er behielt Aktien jahrelang und ver/-kaufte nur hin und wieder etwas. Und er lebte mit den Dividenden sehr gut. Er war halt ein Fundamentalist, die alte Schule der Investoren.

Ich habe Ende der 80er meine erste Erfahrungen an der Börse gesammelt. [...] Der Gewinn lag weit über meinem spärlichen Gehalt aus dem handwerklichen Beruf. Damals ahnte ich nicht welche Kariere ich hier noch machen sollte. Sadams Krieg gegen Kuwait überraschte mich im Ausland. Der Verkauf deckte nicht mal mehr die Gebühren.

Du scheinst inzwischen ein Investmentberater, Fondsmanager, Broker oder Vermögensverwalter geworden zu sein.

Ich weiß nicht was Die in der USA so alles machen... Aber ich weiß, daß man mit Aktien nur dann ein richtiger Aktionär ist wenn man das Papier hat. Und heute liegen die irgendwo und der Käufer bekommt einen Depotauszug. Er hat folglich nur einen Anspruch. Da gab es mal ein Gerücht, in den USA würden die Banken mehr Aktien verkaufen als emittiert wurden... Neeein, nicht doch ;) Keine Ahnung ob das stimmt, wundern würde mich das nicht.

Ouh weia, das ist ja interessant! - das habe ich noch nirgends gelesen. Na klar, darauf hätte ich selbst kommen müssen! Da wird sicher hier und da ordentlich gemogelt - ist ja das Geschäftsmodell des ganzen Währungs- und Finanzsystems: Anspruch auf reichlich Luft.

Als Investor muß ich die rechtlichen Rahmenbedingungen einhalten, klar. Wenn es um Aktien geht komme ich an den Banken nicht vorbei. Ungleiche Vertragspartner und die eine Seite hält sich nicht an die Regeln. Gab es eine Betrugsmöglichkeit die nicht genutzt wurde?

Nicht das ich wüsste.

Was kann ich also in so einem unfairen Konstrukt erwarten? Doch als Investor muß ich Lösungen finden. [...]
Auf anderen Internetseiten wird mit der Deagel-Liste spekuliert und Berge von Leichen geschätzt. Entsteht da ein Markt? Ganz unkonventionell gedacht vielleicht eine Möglichkeit zur Energiegewinnung? Oder Ingredienzien als Tierfutter, soylent green? Pfui bäh!
*Sarkusmus AUS ;)

Du weisst doch: Keine Sünde bleibt am Ende ungesühnt. Am Ausgang steht immer die Kasse .. allerdings nicht deine.

Nur die Finanzen müssen stimmen, am Ende gibt es eine Bilanz [...]
Eine veröffentliche Bilanz, ob Staat, Behörde oder Großunternehmen, darf mich als Investor nicht beeindrucken. Zugegeben, ich staune manchmal ob der Dreistigkeit. Gutachter, Wirtschaftsprüfer, ein Garant für den Tatsachen entsprechende Zahlen? Nicht wirklich...

Na ja, die Bilanzposten geben ja die Bewertungen zu einem momentanen hypothetischen Marktwert wieder, und dieser hängt ja (immer) am seidenen Faden.

Wenn man nur so könnte wie man wollte! Oder, zu recht annehmend nach dem Recht? Wenigstens gerecht? Dem kleinen Investor haut die Realität da voll Eine rein, wieder und wieder. Als Investor muß man das wissen und sollte nichts Anderes erwarten.

Meine Vermutung ist: Die Großinvestoren MACHEN die Kurse, die kleinen laufen den Kursen hinterher. Ein völlig ungleiches Spiel mit immer dem gleichen Ausgang: Ein paar von den kleinen gewinnen, die meisten verlieren. Prinzip Staubsauger. Aber, niemand wird gezwungen mitzuzocken.

Denn irgendwie hängt dann doch Alles zusammen und dreht sich ums schnöde Geld. frech behauptet, quasi, das Blut der Wirtschaft, ...

Ja, es ist das Blut der Wirtschaft .. mit allem, was dazu gehört: Kreisläufe, Stauungen (Thrombosen), Blasen (Ödeme), das Herz, die Erzeugung und Tilgung etc.. Das Geld bringt die Nährstoffe zu jedem Individuum hin, oder auch nicht ...

... das Blut des Lebens.

So weit würde ich nicht gehen. Das Leben hat ja das echte Blut .. es braucht kein Geld.

Wir können auch zum Muscheltausch zurückgehen oder den blöden Schreiber einfach verbal steinigen. ;)

Ich denke, das Geld kann und wird noch lange nützlich sein, zumindest noch während einer (langen) Übergangszeit. Es ist das Blut der Wirtschaft. Es kann ja auch ordentlich erzeugt und korrekt geleitet werden. Das halte ich durchaus für möglich .. zumindest während einer langen Zeitspanne.

Mein Thema als Investor kommt immer wieder zu Erwartungen, Blickwinkel, Reihenfolge. Mein persönlicher Plan steht, mehr Vorbereitung geht nicht.
Ich breche mal an der Stelle ab. Ich muß mich erst mal „auskurieren“, war eine harte Nacht…

Scheinst wieder die Nacht vor den Charts verbracht zu haben ..? Hast Du auch einen Plan für den Fall, dass es nichts mehr zu kaufen gibt? Aber als guter Handwerker wirst Du dir vermutlich immer helfen können.

Mit Gruß, Beo2


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