Wachstum der Geldvermögen durch Zins und Zinseszins? Pustekuchen!

Geschrieben von Beobachter-II am 04.02.2019 19:42:41:

Die Freiwirtschaftler schwafelten - und tun es immer noch - ständig vom Zins, Urzins und Zinseszins und vom dadurch bedingten, angeblichen exponentiellen Wachstum der privaten Geldvermögen .. bis zum Zusammenbruch irgendwann. Dies war zwar, rein mathematisch betrachtet, logisch, entsprach aber nicht der Realität, weil marktwirtschaftliche Mechanismen dies zwangsläufig verhindern. Darauf habe ich immer wieder hingewiesen.

Die Realität sieht folgendermaßen aus: Die verzinslich geparkten Geldvermögen in DE insgesamt! - also die Geldmenge "M3 - M1" (da "M1 = Liquidität") - stiegen in den Jahren 1950-70 allmählich bis auf 39-40% des Jahres-BIP. Danach stiegen sie zwar weiterhin absolut - da auch das BIP weiter wuchs - jedoch sanken sie relativ zum BIP immer weiter ab, bis sie heute nur noch bei ca. 16-17% des Jahres-BIP liegen .. also nichts Dramatisches an dieser Stelle. Gleichzeitig stiegt die Liquiditätsmenge (M1) allerdings von damals 20% auf die heutigen knapp 70% des Jahres-BIP. Es wächst also in sehr bedenklicher Weise die gehortete Liquiditätsmenge (= liquides Geldvermögen), was ja nicht zinsbedingt sein kann, da sie nicht verzinst wird.
Dieses liquide Geldvermögen lümmelt sich unverzinst auf den Bank-/Girokonten von Konsumenten, Unternehmen und Vermögensverwaltern (Invest.fonds, Immo.fonds, Rentenfonds, LV u.ä.) und dient überwiegend dem Zocken an den Aktien-, Rohstoff- und Währungsbörsen o.ä., um bloß irgendwie Rendite zu erzielen. Es stammt durch Abfluss aus der (kreditnehmenden) Realwirtschaft, also aus dem verweigerten Konsum von Einkommen in der Realwirtschaft (= Horten von Liquidität), was ja nur etwa 20-25% der Bevölkerung betrifft.

Der nicht existierende Guthabenzins interessiert niemanden mehr - außer vielleicht @BigR und @Grek1. Auch redete ich immer wieder von der zweistelligen "Inflation bei den börsengehandelten Wertpapieren" aller Art, u.z. aufgrund des ständigen Zuflusses von Liquidität aus der Realwirtschaft. Diesen Abfluss hat der Staat durch wachsende Staatsverschuldung ständig kompensiert .. weil "er" (d.h. die korrupten Politiker) sich nicht getraut hat, hier mit Besteuerung richtig zuzulangen.

Auch hier volle Bestätigung meiner damaligen Beobachtungen, meiner Prognosen und meines Verständnisses.

Mit Gruß, Beo2


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