Schwierigkeiten in unserer Diskussion ..

Geschrieben von Beobachter-II am 04.03.2019 16:44:52:

Nicht, daß du mich falsch verstehst.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Dich richtig verstehe. Ich werde nun nochmals versuchen, es Dir zu beweisen ...

Ich bin nicht gegen guten Pläne oder vorher Gedanken machen. Ein guter Plan erspart auch peinliche Momente (kommt mir bekannt vor :o..)

Eben. Wie gesagt, ich begreife die Gesellschaft als ein riesiges Kreuzfahrtschiff (Vehikel) .. als ein gemeinsames Unternehmen (Unternehmung) aller Beteiligten.
Da gibt es die Bediensteten (Mannschaften, Dienstpersonal), das Management (Kapitän, Offiziere), und die zahlenden Passagiere (Gesellschafter, Schiffseigner). Zu den letzteren zählen im Grunde genommen alle am Bord.
Und dann gibt es da noch den schiffseigenen Aufsichtsrat (Schiffsparlament) und die "Volksentscheide" der Gesellschafter. Alle Beteiligten entscheiden gemeinsam, wohin die Fahrt gehen solle, welche Häfen und Küsten anzulaufen sind, was am Bord erlaubt ist, was es zu essen gibt etc.. Wenn es dem Kapitän oder einem Dienstgrad nicht passt, muss er eben zurücktreten - es gibt genug qualifizierte Ersatzleute am Bord. Wenn sich niemand findet, dann wird weiter diskutiert, bis die Mannschaft und die Reiseroute stehen und die Mehrheit zufrieden ist.

Ich sehe die Aufgabe weniger als Baumeister als mehr die eines Kapitäns. Befehle ausgeben, Leinen los, Los gehts. Alle wuseln umher, es geht voran.

Auf welchem Schiff denn? In deiner Badewanne? Und wer entwirft, konstruiert und baut den Dampfer? Wer entwirft die minimale Hausordnung (Rechte & Pflichten), die festgeschrieben und an Alle verteilt werden muss, noch bevor die erste Kreuzfahrt losgeht? Was denkst Du, wieviele Detaillösungen werden dafür benötigt? .. Tausende? Zehntausende?
Jetzt erkennst Du vielleicht, warum wir beide ständig aneinander vorbei reden - was mir vom Anfang an klar war. Ich bin nämlich ein "Konstruktionsbüro für die Gesellschaftsentwicklung", ein freies Dienstleistungsunternehmen. Mein geistiges Team ist recht groß und multidisziplinär besetzt.

Und der Kapitän? Schaut sich das ganze Treiben an, sieht die Fehler und hoffentlich auch Gutes. Wenn es wirklich gut läuft, hat er Alles richtig gemacht.

Was solle da "gut laufen"? .. habe ich schon mal gefragt:

>> Was konkret solle mensch denn "laufen lassen"?

Also, wovon redest Du, von Profiten der Investoren? Was solle der Sinn und Zweck der gesamtwirtschaftlichen und der unternehmerischen Tätigkeit sein? - sowie der gesellschaftlichen Ordnung insgesamt? Was sind da deine Erfolgskriterien, bei dir als erklärter Gefühlsmensch?

Und wenn die Matrosen endlich durchatmen können... ...will der Chef eine Alarmübung, der Sack!

Ich merke es schon: gewisse Herrschsucht und eine Prise Schadenfreude schwingen da durchaus mit - sagen mir jedenfalls meine Sensoren.

Wäre aber Weniger zu verlangen angemessen? Ich denke mal an das Bildungssystem. Die Kriterien sollten massiv angehoben werden. Von der Zeit her gäbe es keine Verschlechterung, Die Jugend nimmt sich eh schon die Zeit. Das sollte aber viel mehr bei raus kommen. In jeder Hinsicht!!!

Was für "Kriterien"? Habe nicht den Schimmer, was Du meinst. In meinen Konzepten wird nichts "angehoben", sondern fast alles völlig neu gestaltet. Das "Anheben" geschieht dann ganz von allein.

Als GF muß ich das "Gras" wachsen hören. Zahlreiche Risiken, Variablen die ich nicht beeinflussen kann. Gedanklich dem Plan Jahre voraus...
Als Chef muß ich das in 24h hinbekommen, 24/7 Und muß dabei das Mensch sein nicht verlernen!!!

Was Du mir hier erzählst, steht in jedem BWL-Lehrbuch für Fortgeschrittene und in jedem Managermanual. Ich habe viele davon gelesen - und hatte auch reichlich privaten Umgang mit solchen Leuten. Mit diesen Eigenschaften kann man sehr gut auch ein Sklavenhalter und Menschenschinder sein. Das alles sind "Sekundärtugenden eines Bauern", der möglichst viel Milch von seinen Kühen gewinnen will.
Du argumentierst ausschließlich aus dem heutigen System heraus und stellst es gar nicht in Frage. Du merkst anscheinend gar nicht, wie morsch, verlogen, asozial und destruktiv es ist. Und darin möchtest Du ein CEO sein? Dies ist ein weiterer Grund, warum wir beide aneinander vorbeireden.

Hast du das in deinem plan auch berücksichtigt?

Und was habe ich denn geschrieben:

>> Dieses Vehikel muss sorgfältig geplant, gebaut und immer weiter entwickelt bzw. angepasst werden, sonst kann es nicht nachhaltig funktionieren.

Steht da etwas von "immer Weiterentwicklung und Anpassung"? Bekommst Du denn immer nur die Hälfte meiner Beiträge mit? - oder rede ich spanisch?

>> Dies alles hängt davon ab, was die Menschen wertschätzen und erreichen wollen - und dies liegt an ihrer geistigen Verfassung (Mentalität, Reife), an ihrem Gefühl von Schönheit, Güte und Qualität.

es sind halt Menschen. Und oft nützt der beste Plan nix. Den einen muß man zügeln, den Anderen ins kalte Wasser werfen...

Ich sage es ja: Du möchtest den Einen zügeln, den Anderen ins kalte Wasser werfen, Alle kommandieren usw.. Das ist überhaupt nicht mein Thema. Ich mache lediglich Vorschläge und lasse Andere entscheiden.

Vom großen Plan (oder groben Plan) ins Detail... wieviel willst den Allen ihre Arbeit abnehmen?

Ich zeichne Konstruktionspläne für potentielle Interessenten. Beim Wunsch kann ich sie anpassen und tiefer ins Detail gehen. Das ist mein Angebot. Nicht sehr viele Menschen besitzen mein spezielles Knowhow und meine Ressourcen (Quellen, Lieferanten).

ich eben ein Gefühlsmensch, was juckt mich die Nachkommastelle, wenn es sich gut anfühlt. Im Großen braucht es mehr Geduld, dafür gibt es keine Konkurrenz.

Eben. Die "Nachkommastelle" ist meine Sache. Das macht schon mein Büro.

Nehmen wir mal an wir bauen neue Kindergärten. Sollziel erreicht aber die Damen hatten mehr "Spaß" wie geplant. Und nu??? Ich würde mich freuen auch wenn es eine Problem ist, das gelöst werden will und soll. man kann nicht Alles vorausplanen.

Dann muss eben unterwegs umdisponiert und angepasst werden. Oder solle mensch es gleich ganz sein lassen? .. weil ja etwas Unvorhergesehenes passieren kann? Wo kämen wir dann hin?

Und dann planst du die Welt von Morgen. Und nachher kommt es dann doch anders... :)

Schauen wir mal. Aber eigentlich arbeite ich an meiner eigenen Zukunft, nicht an deiner. An deiner arbeitest Du ja selbst, jeden Tag.

Mit Gruß, Beo2


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