Eine Kopfnuss ...

Geschrieben von Beobachter-II am 06.03.2019 18:59:42:

Also @mitnick, ich muss Dir wieder eine harte Kopfnuss geben, damit Du aufwachst ...

Investition anstelle von Subvension - ist das Zauberwort.

Warum nicht beides? Was für "Investition", von Wem?

Mindestlohn oder Lohnzuschüsse sind Subvensionen!

Unsinn. Den Mindestlohn zahlen die Arbeit"geber", inklusive der AG-Staat. Das ist keine Subvention. Lohnzuschüsse können ganz wegbleiben, wenn der Mindestlohn ausreichend ist.

Man muss also anders an die Sache herangehen um dieses Problem zu lösen. Der Staat wird mit Nichten eine Lohnzuteilung regeln können.

Da weiss ich aber etwas besseres: Der Staat KANN eine Gewinn- & Verlustbeteiligung der Arbeit"nehmer" in den Unternehmen gesetzlich verordnen, was natürlich nur Sinn macht im Gefolge paritätischer Mitbestimmung von Kapital- und Arbeitserbringern. Fangen wir mit 10% Erfolgsbeteiligung an, gesetzlich vorgeschrieben - zuzüglich 5% Aufstockung alle 5 Jahre bis zu einer Höhe von 50% der Netto-Erträge. Auch das wäre keine staatliche Subvention, sondern Wirtschaftspolitik. Ich habe schon mehrmals darüber geschrieben und ein etwas komplexeres Modell vorgestellt. In diese Richtung muss gegangen werden. Dann wird auch die chronische innere Kündigung der Arbeit"nehmer" beendet werden.

Das ist weder durchsetztbar noch sinnvoll, denn bspw. führt ein Mindestlohn zu mehr Arbeitslosigkeit.

Also jetzt reicht's mir! Lieber @mitnick, wann wirst Du anfangen, Dich mit der Realität zu beschäftigen und zu recherchieren, anstatt hier solchen neoliberalen Dünnschiss aus dem hohlen Darm zu versprühen? Zeig mir bitte ein Land, in welchem dank dem Mindestlohn die Arbeitslosenquote gestiegen ist! Es sind immerhin 21 der 28 EU-Staaten, aber auch Japan, USA, Schweiz usw.:
https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/BevoelkerungSoziales/Arbeitsmarkt/Mindestloehne.html
https://de.tradingeconomics.com/country-list/minimum-wages

Setzt dich hin und recherchiere, bevor Du solchen Stuss absonderst. Der Sonnenkönig Macaron hat gerade den gesetzlichen Mindestlohn (gML) in FR um 100€ angehoben. Und das ging plötzlich ganz schnell und fix:
https://www.tagesspiegel.de/politik/frankreich-macron-kuendigt-erhoehung-des-mindestlohns-um-monatlich-100-euro-an/23743608.html

Was glaubst Du, warum all die Industrieländer das getan haben? Etwa aus Nächstenliebe zu den Arbeit"nehmern"? Ich sage es dir: Weil ihnen die Wirtschaft sonst längst in die Rezession abgekackt wäre. Es hätte überall Aufstände gegeben, so wie zuletzt in FR.
In DE wurde der gML zum 1.01.2015 eingeführt. Und was ist die Folge? - gucke doch einmal richtig hin: Belebung beim Konsum und Wachstum, AL-Quote auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten, Fachkräftemangel, explodierende Handelsüberschüsse, explodierende Managergehälter und Kapitaleinkünfte. Sie mussten das tun, weil die Reallöhne in die DE sich fast 15 Jahre lang im freien Fall befanden und das Wachstum zum Erliegen kam:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1251/umfrage/entwicklung-des-bruttoinlandsprodukts-seit-dem-jahr-1991/

Aber das hängen sie Dir nicht an die Nase; das geben sie niemals zu. Statt dessen erzählen sie Dir, dass sie das einfach so, den lieben verarmten Arbeitnehmern zuliebe gemacht haben, damit es auch ihnen besser geht. Du Trottel!
Der gML kann in DE locker das Doppelte von Heute betragen, ohne das es zu einem Einbruch käme. Im Gegenteil, das wäre ein richtiges Kunjunkturprogramm. Aber dann würden sie ja sich selbst Lügen strafen - es würde offensichtlich werden, dass sie Jahrzehnte lang gelogen haben; dass ihre neoliberale Agenda erstunken und erlogen ist. Es würde offensichtlich werden, welch enorme Bedeutung der Einkommensverteilung in einer Volkswirtschaft zukommt. Es ist die stärkste Variable überhaupt .. und die am härtesten umkämpfte.

Meine Formel für den gML lautet: Erhöhung alle 2 Jahre um "(Infla.rate/Jahr + 1%) x 2" - und zwar so lange, bis der Median und der Mittelwert aller! Brutto-Einkommen zur Deckung kommen. Erst dann bekommen wir eine ausgeglichene, gesunde Einkommensverteilung. Der Mittelwert aller Netto-Jahreseinkommen beträgt heute etwa das Doppelte des Median, trotz der Steuerprogression. Die relative Differenz ist ein gutes Maß für die Schiefe der Einkommensverteilung.

Wobei man dann sagen müsste "gerechtfertigt eine höhere Arbeitslosigkeit", denn es entfallen die Arbeitsplätze mit einer niedrigeren Produktivität die nicht mehr bezahlt werden können - ist gleich übrigens, zunächst weniger Wohlstand für alle, weil einige Dienstleistungen wegfallen würden.

Entscheidend für den allgemeinen Wohlstand ist das BIP-pro-Kopf, und dessen Verteilung, und nicht die Arbeitslosenquote. Arbeitslose in fast beliebiger Anzahl können problemlos mittels einem bedingungslosen Mindesteinkommen durchgefüttert werden, wenn die Produktivität/Kopf der Wirtschaft stimmt. Niemand bräuchte zu hungern und zu darben.

Oder der Staat subvensioniert eben die Niedriglöhne durch Lohnzuschüsse.

Nein, das ist nicht nur überflüssig, sondern zudem äußerst bürokratisch. Brauchen wir nicht.

Fallen einige BullshitJobs bspw. in der Finanzbranche weg, dann würde automatisch die Produktivität einiger "weniger anspruchsvoller Jobs" wieder höher bezahlt werden - lösbar ist das alles also nicht über Mindestlohn sondern durch eine Marktgerechtigkeit die Bullshitjobs verhindert welche parasitär anderen Jobs die Kaufkraft klauen!

Es sollte m.M.n. ausschließlich den Unternehmen überlassen werden, welche Jobs sie aufrecht erhalten und welche nicht. Starke Anhebungen des Mindestlohns erzwingen langfristig, dass die Spitzeneinkommen sinken müssen - denn der zu verteilende Kuchen hat ja nur eine bestimmte Größe. Auch eine Deckelung "von oben her" kann zusätzlich in Betracht gezogen werden. All das ist machbar. Anfangen würde ich im öffentlichen Dienst: Maximaleinkommen = das Achtfache des gML. Später auch in der Privatwirtschaft: das Zehnfache. Der Rest wird wegversteuert oder muss gemeinnützig gespendet werden. Es gibt so viele Lösungen!

Man müsste sogenannte "Bullshit Jobs" abschaffen/vermeiden/durch Roboter austauschen,, dazu gehört auch der heutige reine Kassenpiepjob, und statt dessen weniger Piepjobangestellte ins Land holen und dafür investieren anstatt zu Subvensionieren!!! (dafür kann man "be-Steuern") Sprich: Bildung für eine Produktivität!!

Also bessere Ausbildung, besseres Bildungssystem. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Zudem braut es eine Lohn-Kaufkraftgerechtigkeit. Dein Vorschlag "Kapitallohn statt Arbeitslohn" geht doch schon in die richtige Richtung!

Na also! Das kann aber nur schrittweise kommen.

Also entweder es kommt alles in einen Topf und davon gibt es dann nach einem Schlüssel eine Lohnzuteilung oder es gibt eben Regeln für Unternehmen WIE der Lohn VERTEILT wird!

Nicht "der Lohn", sondern die Erträge eines Unternehmens .. nach Abzug der Kosten (ohne die Personalkosten). Solche Formeln liegen seit vielen Jahren in meiner Schublade.

Für eine gewisse Zeit, können Mindestlöhne sinnvoll sein, bspw, um eine Arbeitszeitverkürzung zu erzwingen - wobei ich habe auch schwere Zweifel das dies aufgehen würde.

Nein, Du kannst mit dem gML keine Arbeitszeitverkürzung erzwingen. Dafür brauchst Du flankierend ein angepasstes Arbeitszeitgesetz über die Regelarbeitszeit, über Zuschlagsregelungen für Überstunden, Samstag-/Sonntag-/Nacht-/Feiertagsarbeit. Letztere müssen erheblich verteuert werden.

Ich sehe die Lösung viel tiefer zu suchen.

Ich sehe bisher gar keinen konkreten Lösungsvorschlag von Dir, nicht einen einzigen. Es werden aber Hunderte benötigt. Die Volkswirtschaft ist nämlich kein monokausales Geschehen, sondern ein multikausales.

Mit Gruß, Beo2


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