Warum der immer wieder proapgierte Vergleich Militärausgaben Nato/Russland falsch ist.

Geschrieben von Fragenderx am 07.04.2019 16:13:46:

Ein Experte dazu:

diese Statistiken sind völliger Unsinn. Wo sollen denn zum Beispiel die 18115 Kampfpanzer versteckt sein, über die die NATO angeblich verfügt?! Die Bundeswehr hat aktuell 244 Kampfpanzer, von denen nicht einmal 100 einsatzbereit sind. Außerdem möchte ich einmal wissen, was das für eine Quelle sein soll, aus der diese Daten stammen. Häufig entstammen solche Zahlen ursprünglich der Desinformationsküche des KGB, die dann über die Organe der linken Friedensbewegungen (sogenannte "Friedensforschungsinstitute" wie z.B. SIPRI) verbreitet werden, um genau diesen Eindruck zu erwecken, die NATO sei militärisch stärker, aggressiver usw. als der Osten.

Bei derartigen Statistiken wird gleich auf mehreren Ebenen manipuliert. Erstens ist der Vergleich der Rüstungsausgaben in absoluten US-Dollarbeträgen völlig unsinnig, da im Osten Rüstungsgüter sehr viel billiger (u.a. mit Zwangsarbeit) produziert werden als im Westen. Zweitens besteht das US-Verteidigungsbudget wie Nyquist zurecht schreibt, "weitgehend aus aufgeblähten Gehältern, fetten Pensionen, Wohlfahrtszuschüssen für Veteranen und aus teurer medizinischer Versorgung" während die russischen und chinesischen Militärbudgets solche Ausgaben gar nicht enthalten.

Drittens verschleiern Moskau und Peking ihre wirklichen Rüstungsausgaben sowieso, echte Zahlen werden dort gar nicht veröffentlicht. Auch der Vergleich der Truppenstärke ist Unsinn, da z.B. in Russland auch der Geheimdienst und das Innenministerium eigene Truppen haben, die in solchen Statistiken häufig unterschlagen werden. Hinzu kommt, dass dort auch im Schulunterricht eine militärische Ausbildung stattfindet, so dass Russland seine "schlafenden Divisionen", von denen nur die Organisationsstruktur existiert, sehr viel schneller mit Rekruten auffüllen kann, als es irgendwo im Westen möglich wäre. Ähnliches gilt für den Zivilschutz. Viertens werden in Russland ausgemusterte Waffen häufig eingelagert und nicht verschrottet wie hierzulande. Der GRU-Überläufer Viktor Suworow hat in den 1980er Jahren berichtet, dass er in den Depots fein säuberlich konservierte Waffen gesehen hat, die sogar noch aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammten. Ende der 1990er Jahre sind zum Beispiel in der Slowakei aus einem Bunker Mittelstreckenraketen aufgetaucht, die laut INF-Vertrag gar nicht mehr existieren dürften. Niemand weiß wirklich, wie viele Kernwaffen Russland und Rotchina produziert haben. Es kommen nur gelegentlich Informationen ans Licht, die darauf hindeuten, dass die offiziellen Angaben nicht stimmen können.

Die Chinesen stellen aktuell Mittelstreckenraketen in Dienst, die äußerlich der Pershing-2 zum verwechseln ähnlich sehen. Bis 2014 galt sogar unter westlichen "Militärexperten" der Mythos, das russische Militär sei mit veraltetem Material ausgestattet, bis dann plötzlich bei der Krim-Besetzung ganz neues Material auftauchte. Russland und China rüsten nicht nur ihre Armeen, sondern ihre ganze Gesellschaft strategisch für einen Weltkrieg, während der Westen seine Verteidigungsbudgets für humanitären Blödsinn und internationale Polizeieinsätze wie z.B. in Afghanistan, in Mali und vor Somalia verplempert.

Militärisch existiert die Sowjetunion und bedingt auch der Warschauer Pakt nach wie vor, denn Russland hat ein Netzwerk bilateraler Verteidigungsabkommen mit den "früheren" Sowjetrepubliken und den "früheren" Warschauer-Pakt-Staaten geschlossen und es gibt Berichte, dass seit Beginn der 1990er Jahre ein gemeinsames militärisches Oberkommando die Armeen der "früheren" Sowjetrepubliken koordiniert. Hinweise darauf geben gelegentliche Manöver, über die aber auch nur das bekannt ist, was die Russen in ihrer Propaganda selbst veröffentlichen.


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