Aus vedischer Sicht: Die Dynamik der Geldenergie

Geschrieben von Grek 1 am 14.04.2019 17:05:36:

Hallo,

aus der Vergangenheit sind mir die lebhaften Diskussionen mit dem leidenschaftlichen Sammler und anderen noch gut in Erinnerung, in denen wir versuchten, dem Mysterium des Geldes näher zu kommen, wobei wir uns an einer Definition versuchten, die jedoch wenig zufriedenstellend blieb. Ein anderer Forianer wollte z. B. unbedingt dem Geld noch eine digitale Information als besondere Eigenschaft unserer Zeit einimpfen. Sammelleidenschaft und ich sprachen dabei gerne von der Magie des Geldes und den verwendeten Symbolen, während bei rein nüchterner Betrachtung oft nur das Tauschhilfsmittel übrig blieb. Der gleiche Nebel um das Geld fand sich auch in den nicht enden wollenden Diskussionen um die Geldentstehung. Hatte man das eine klar definiert, verschwand oft der andere Teil ins Unscharfe. Von manchen wurde formaljuristisch vom Zentralbankgeld, von anderen wiederum buchungstechnisch mit dem Fractional Reserve Banking, also einer Geldschöpfung bedingt durch die Kreditausweitung, argumentiert.

Vor kurzem wurde wieder der eher theoretische Teil in einem Ansatz wiederbelebt, dem ich nun auch eine Interpretation aus uralter Zeit hinzufügen möchte: Die Dynamik der Geldenergie aus vedischer Sicht.

Er beruht auf dem Kapitel 9 aus „Die Kraft lebendiger Räume Das Kompendium vedischer Baukunst“ von Marcus Schmieke, das ich aus beruflichem Interesse gelesen habe.



https://www.veden-shop.de/veden-shop-buecher/vasati-buecher/schmieke-vasati-kraft-lebendiger-raume

Ich war einigermaßen überrascht, ein solches Kapitel in einem Buch auf den Seiten 160 bis 183 über Baukunst zu finden, das gemeinhin im Westen oft nur als esoterischer, zeitgeistiger Hokuspokus gilt. Nach vedischer Auffassung hat Geld selbstverständlich ein eigenes Energiefeld und ist auch voller Magie (Mantras, Mandalas usw.), das dem Zeitgeist und der Technik angepasst wird und in engem Zusammenhang mit dem Karma und dem Bewusstsein der Menschen steht. Geld, und damit auch die Entstehung, wird als göttliche Energie verstanden, die einer weiblichen Gottheit wie Lakshmi oder Shri, einer Gemahlin Vishnus, zugeschrieben wird. Der Versuch, sie von Gott zu trennen, führt zu einer Transformation in Maya, also in die Illusion, die das Lebewesen mehr und mehr in das materielle Dasein verstrickt.

Die vedische Gesellschaft unterteilt sich je nach Bewusstsein in die folgenden vier sozialen Schichten, die vom Bewusstseinszustand her von oben nach unten verlaufend wie folgt aussehen:

A.) Die finanziell unabhängigen Brahmanen (Lehrer, Priester usw.) als geistige Führungselite, die aus Selbstlosigkeit handeln.
B.) Kshatriyas als Verwaltungs-, Polizei und Militärangehörige für den Erhalt der göttlichen Ordnung
C.) Vaishiyas, die selbständig als Händler und Landwirte für die Ernährung zuständig sind und schließlich die
D.) Shudras, unter denen sich alle gegen Lohn und Tätige finden wie Arbeiter und Handwerker, deren Hauptinteresse darin besteht, ihre Sinne zu befriedigen (Hedonismus)

Nun darf mal geraten werden, in welcher sozialen Schicht wohl heute die allermeisten Menschen eingeordnet werden können und welches Bewusstsein wohl dahinter stehen wird.

Ich fand daher diese Erklärung, wie Geld aus vedischer Sicht entstehen könnte, sehr erhellend. Sie mag viele Ereignisse, die uns bei dem Versuch, Freigeld als Komplementär- oder Alternativwährung von unten in Graswurzelmanier einzuführen, zuteil wurden, bestens erklären. Und nicht nur diese Schwierigkeiten lassen sich einordnen, sondern es liefert auch eine recht gute Begründung über das allgemeine Unverständnis und Desinteresse gegenüber dem Wesen des Geldes und seiner Entstehung.

Den Rest des Kapitels stellt die Umsetzung dieses Wissens bei der Errichtung von Gebäuden dar, denn für diejenigen, welche den Weg der vedischen Theorie praktisch begehen wollen, ist klar, dass Gebäude immense Auswirkungen auf unser Dasein haben müssen – gerade dann, wenn diese grundsätzlichen Erkenntnissen aus dieser Lehre mißachtet werden. Hier sei nur das Sick-Building-Syndrom genannt.

Abschließend möchte ich auch noch auf das Geldverständnis der alten Chinesen hinweisen, die dies in ihren Lehren wie dem Feng Shui noch heute praktizieren. Diese sind dem vedischen Vastu sehr ähnlich. Wer sich dafür interessiert, dem seien die Schriften von Andre Pasteur empfohlen.

Und selbstverständlich gibt es auch Entsprechungen in der abendländischen Tradition: willkommen in der Geomantie! Hier seien die Arbeitsbände von Prof. Eike Georg Hentsch empfohlen.

Gruß

Grek 1

_____________________________

"Ich will, weil ich kann, was ich muß!"


Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken um sich einzuloggen