Besinnliches zu Pfingsten Teil 1 von 3

Geschrieben von Phil H. am 10.06.2019 09:36:09:

Osho über die Unterschiede der Religionen:

Auszug aus Osho: "Buddha. Sein Leben. Seine Wirkung. Seine Lehre":
Das beste und auch schönste Buch, das ich über den Buddhismus finden konnte. Und ihr könnt mir glauben, ich habe schon viele Bücher gelesen. Ich habe schon einige Lehrer gehabt, aber keiner von ihnen konnte mir die Gedanken Buddhas so tiefgründig erklären wie Osho. Und Osho macht das in einfachen, auch homorvollen Worten die jeder verstehen kann. Wer immer auf der spirituellen Suche ist, dem sei dieses kleine Büchlein (150 Seiten) als allererstes empfohlen.

Osho:
Der Weg des Buddha ist keine Religion im üblichen Sinne — kein System, kein Dogma, keine heilige Schrift. kein Glaube an Gott, an die Seele, an ein Paradies. Buddhismus ist großer Unglaube — und- doch Religion. Einzigartig. In der Geschichte des menschlichen Bewusstseins hat es so etwas weder zuvor noch seither je gegeben.
Buddha bleibt eine einmalige Erscheinung, unvergleichlich. Gott, sagt er, ist nichts weiter als Ausdruck der Suche nach Sicherheit, Geborgenheit und Unterschlupf. Du glaubst, weil du dich völlig hilflos fühlst. Wo in Wirklichkeit kein Gott ist, erfindest du ihn. Deine Schwäche verleitet dich dazu. Gott ist eine Projektion Menschen fühlen sich beschränkt, oft als Opfer der Umstände. Sie wissen nicht, woher sie kommen, wohin sie gehen, weshalb und wozu sie hier sind. Ohne einen Gott fällt es den meisten Menschen schwer, einen Sinn in ihrem Leben zu erkennen. Ein gewöhnlicher Geist dreht einfach durch ohne Gott. Gott ist eine Stütze, die dir hilft, dich tröstet, dich in Sicherheit wiegt. »Fürchte dich nicht, der allmächtige Gott weiß, wozu du hier bist. Er weiß, weshalb er die Welt erschaffen hat. Du weißt vielleicht nicht, aber der Vater weiß, und du kannst ihm vertrauen.« Das ist ein großer Trost.
Die bloße Gottesvorstellung gewährt dir ein Aufatmen: Du bist nicht allein, jemand kümmert sich um dich und deine Belange, der Kosmos ist kein Chaos, sondern wahrhaft ein Kosmos, das Ganze hat System und Logik, es ist kein wahlloses Durcheinander, keine Anarchie. Jemand regiert diesen Kosmos, ein Souverän, der sich um jede kleinste Einzelheit kümmert, kein Blatt regt sich, ohne dass er es bewegt. Alles ist vorausbestimmt. Du bist in eine große Bestimmung eingebunden. Deren Sinn mag dir verborgen sein, doch es gibt ihn, weil Gott existiert.
Gott ist die große Erleichterung. Man darf glauben, dass das Leben kein Zufallsgeschehen ist, es gibt immer diese Unterströmung von Sinn, Bedeutung, Bestimmung.
Buddha sagt, es gibt keinen Gott. Die Gottesvorstellung zeigt einfach, dass wir nicht wissen, weshalb wir hier sind.
Denn kaum beschwören wir eine Gottesvorstellung herauf, schon haben wir Sinn, und dann können wir dieses ziellose Leben in dem Gedanken leben, dass sich irgendwer darum kümmert.
Gott ist keine Entdeckung, sondern eine Erfindung. Und Gott ist nicht die Wahrheit, sondern die größte Lüge überhaupt.
Deshalb sage ich, dass der Buddhismus keine Religion im üblichen Sinne ist. Eine gottlose Religion, könnt ihr euch das vorstellen? Als die ersten westlichen Gelehrten auf den Buddhismus aufmerksam wurden, waren sie schockiert. Sie konnten sich keine Religion vorstellen, die ohne einen Gott existieren kann. Sie kannten Judentum, Christentum und Islam. Diese Religionen sind in gewissem Sinne unreif, wenn man sie mit dem Buddhismus vergleicht.
Buddhismus ist erwachsen gewordene Religion, die Religion des gereiften Geistes. Er hat das Kindische abgelegt und leiht sich euren kindischen Bedürfnissen nicht. Er nimmt keinerlei Rücksicht. Noch einmal: Es hat nie einen mitfühlenderen Menschen als Buddha gegeben, aber seine Religion macht keine Zugeständnisse.
Und gerade in dieser Kompromisslosigkeit wird sein Mitgefühl offenbar. Er gestattet dir nicht, dich an irgendwelche Notlügen zu klammern. Die Unwahrheit bleibt unwahr, mag sie auch Trost spenden. Wer dich mit diesen Unwahrheiten füttert, ist nicht wirklich dein Freund, sondern dein Feind, denn unter dem Einfluss sondern dein Feind, denn unter dem Einfluss der Unwahrheit wirst du ein Leben voller Lügen leben. Du brauchst nur die Wahrheit, wie hart, wie niederschmetternd, wie schockierend sie auch sein mag. Selbst wenn der Ansturm der Wahrheit dich auslöscht, ist es gut so.
Buddha sagt: Religionen sind Erfindungen des Menschen. ihr seht euch von finsterer Nacht und unheimlichen Kräften umgeben. Ihr wünscht euch jemanden, an dem ihr Halt findet. Und alles im Leben ändert sich ständig: Dein Vater wird irgendwann sterben und dich verlassen, deine Mutter genauso, dann bist du eine Waise. Von Anfang an bist du es gewohnt, einen beschützenden Vater und eine liebende Mutter um dich zu haben. Das kindliche Verlangen danach wird sich immer wieder durchsetzen und dich nach einer Vaterfigur suchen lassen. Und wenn du sie nicht im Himmel findest, dann zum Beispiel in einem Politiker.
Stalin wurde der Vater der Sowjetunion, als die Menschen die Gottesvorstellung fallen gelassen hatten. Mao wurde der Vater Chinas, als er die Menschen veranlasst hatte, von ihren Göttern zu fassen. Die Menschen können nicht ohne Vaterfigur leben. Sie sind kindisch. Nur sehr wenige werden reife Erwachsene.
Meine Beobachtung ist die, dass die meisten irgendwo im Alter von sieben, acht oder neun Jahren stehen bleiben. Der Körper wächst und reift weiter, aber die geistige Entwicklung kommt irgendwo vor dem Alter von zehn Jahren zum Stillstand. Christentum, Judentum, Islam und Hinduismus sind Religionen, die noch keine zehn Jahre alt sind. Sie erfüllen Bedürfnisse, kümmern sich aber nicht allzu sehr um die Wahrheit.
So ist die Lage: Die Mutter ist gestorben, das Kind weint und du musst es trösten. Also tischst du ihm Lügen auf und erzählst, die Mutter sei gar nicht tot. »Sie macht nur einen Besuch, sie wird schon wiederkommen. Sei nicht traurig, sie ist bald wieder da.« Oder: »Sie macht eine weite Reise. Es wird eine Weile dauern, aber sie kommt zurück.« Oder eben: »Sie besucht den lieben Gott, du musst dir keine Sorgen machen. Sie lebt. Auch wenn sie vielleicht ihren Körper verlassen hat, ihre Seele wird ewig leben.«
Buddha ist der größte Zerstörer, den die Menschheit je hervorgebracht hat. Sein ganzes Bemühen gilt dem Ziel, von allem scheinbar Halt Bietenden zu lassen. Er sagt niemandem, er solle irgendetwas glauben. Seine Religion ist die Religion des Unglaubens. Er sagt nicht: »Glaube.« Er sagt: »Zweifle.«
Religionen, die »Glaube!« sagen, kennt ihr ja. Aber von einer Religion, die »Zweifle!« sagt, habt ihr wohl noch nicht gehört. Das Zweifeln ist hier Methode — zweifeln bis ins Innerste, zweifeln bis zum Letzten. Wenn du alles angezweifelt und aufgrund des Zweifels alles losgelassen hast, erscheint die Wirklichkeit vor deinen Augen. Die Wirklichkeit tritt hervor, vollkommen fremdartig und unbekannt.
Diese Möglichkeit bietet sich jedoch erst, wenn alle Glaubenssätze abgelegt sind und das Bewusstsein ein Stadium der Reife, des Verstehens und des Akzeptierens erreicht hat, in dem es sagt: »Was ist, ist, und ich möchte es nicht anders. Wenn es keinen Gott gibt, dann ist es eben so, und ich habe es nicht nötig, mir einen zu projizieren. Das ist das Kennzeichen der Reife: dass die Tatsachen akzeptiert und nicht in Märchen verpackt werden; dass die Wirklichkeit akzeptiert wird, wie sie ist, ohne Süßstoff, ohne Kosmetik, ohne irgendetwas zu tun, um sie Kosmetik, ohne irgendetwas zu tun, um sie akzeptabel zu machen. Wenn sie verheerend ist, ist sie verheerend. Wenn sie schockierend ist, ist sie schockierend. Wenn die Wahrheit tötet, lässt man sich eben töten.
Buddha nimmt keinerlei Rücksicht. Niemand hat je die Pforten der Wirklichkeit so weit und so rückhaltlos geöffnet wie er. Er lässt euch keines eurer kindischen Bedürfnisse. Er sagt: Werdet wacher, werdet bewusster, werdet mutiger. Versteckt euch nicht hinter Glaubenssätzen und Masken und Theologien. Nehmt euer Leben selbst in die Hand. Lasst euer inneres Licht leuchten, und seht einfach, was ist. Und wenn ihr Mut genug habt, es zu akzeptieren, wird es ein Segen.
Das ist Buddhas erster Schritt in Richtung Wirklichkeit: Alle Glaubenssysteme sind giftig, alle Glaubenssysteme sind Barrieren.


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