Schaumburg und Gottwein-Übersetzung

Geschrieben von Loki am 09.08.2019 22:53:06:

Und hier wird von Hermann-Arminius der Begriff genannt, der bisher noch kaum gründlich gewürdigt worden ist: »fas patriae« = das heilige Recht (Gesetz) des Vaterlandes; und ergänzend tritt hinzu: »penetralis Germaniae dei« = des innersten Germanien

Interessant ist, dass bei der Ausgabe, die Gottwein übersetzt hat, die Zeile soo lautet:
ille fas patriae, libertatem avitam, penetralis Germaniae deos,
Also "dei" (Einzahl) bei Ritter-Schaumburg und "deos" (Mehrzahl) bei Gottwein, der diesen Satz soo übersetzt:
Jener weist auf die heiligen Ansprüche des Vaterlandes, auf die angestammte Freiheit, die heimischen Götter Germaniens
https://gottwein.de/Lat/tac/ann0205.php

Interessant ist auch, dass Ritter-Schaumburg das "dei" (= Genitiv von "Deus" = Gott) bei penetralis Germaniae dei anscheinend gar nicht übersetzt!?

Dass Arminius hier übrigens auf die Rechte des Vaterlandes pochte, ist nicht so ungewöhnlich, immerhin war es gerade erst römische Mode geworden, den Kaisern von Rom den Titel "Pater Patriae" zu verleihen, also "Vater des Vaterlandes", siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Pater_patriae.

Und Arminius´ eigener Vater Drusus hatte ja auch eine besondere Rolle in den Jahren vor dieser Begegnung, siehe Tacitus Ann. 2,8:
er lief in den so genannten Drususkanal ein, und durchschiffte, nachdem er zu Vater Drusus gefleht hatte, er möge den Sohn bei dem, was er in der Nachfolge des Vaters unternehme, huldreich und gnädig durch Vorbild und Erinnerung an seine Ratschläge und Taten unterstützen, die Seen und den Ozean in glücklicher Fahrt bis zur Ems.
Also wegen dem Wort "Vaterland" an dieser Stelle braucht man m.E. kein Fass aufzumachen...


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