Alle waren verheiratet

Geschrieben von Borealis am 04.01.2020 20:15:28:

Für die Völker des Altertums war es die normalste Sache der Welt, daß ihre Götter verheiratet waren. Das trifft auch auf den Gott der Juden zu.
Um das zu verstehen, muß man etwas in der Geschichte zurückgehen.
Abram, später genannt Abraham, der Stammvater der Hebräer stammte aus der Stadt Ur in Mesopotamien. Er war somit ein Sumerer. Und die Sumerer (und damit auch Abraham) hatten zahlreiche Götter. Abraham war mit seiner Halbschwester verheiratet, die später Sarah genannt wurde und ursprünglich Sarai hieß, was Prinzessin bedeutet. Es ist unwahrscheinlich, daß sich jemand Prinzessin nennen konnte, ohne wirklich eine zu sein. Abraham war somit mit der sumerischen Königsfamilie verwandt und nicht bloß ein einfacher nomadischer Hirte. König war damals Ur Nammu.
Abrahams Vater Terah war oberster Priester am Tempel in Ur. Dieser Tempel war dem Gott Nannar (sumerisch) bzw. Sin (akkadisch) geweiht. Dieser Gott wurde als Mondgott angesehen und sein Symbol war die Mondsichel. Die Mondsichel auf islamischen Fahnen und Symbolen hat übrigens genau diesen Ursprung, ebenso wie der Name der Halbinsel Sinai (wo sich die Herbäer nach ihrem Auszug aus Ägypten noch 40 Jahre lang aufgehalten haben). Und Nannar war wie alle anderen Götter verheiratet, seine Frau hieß Ningal. (Die Moslems wollen aber heute genauso wenig wie die Christen etwas davon wissen, daß ihr Gott verheiratet war.)

Das mit den Hörnern hat auch nichts mit dem Teufel zu tun, sondern die waren ein Statussymbol für die Götter. Auf sumerischen und später auch auf assyrischen und babylonischen Götterabbildungen findet man die Götter immer mit einer Krone dargestellt, die seitlich von Stier- oder Widderhörnern geziert wird, manchmal sogar mit mehreren Paaren von Hörnern auf einer Krone, was eine Rangordnung ausdrücken sollte. Es war also ganz normal, daß ein Gott Hörner (auf seiner Krone) hatte. Sogar Alexander der Große hat viel später noch seinen Anspruch auf Vergöttlichung mit Widderhörnern auf seinem Helm deutlich machen wollen.

Nach dem Unfalltod des im Volk sehr beliebten Königs Ur Nammu brach Chaos im Sumererreich aus. Die Götter gerieten beim Volk in Mißkredit, weil sie ihren König nicht ausreichend geschützt hatten. Der Aufruhr wurde von einem gewissen Schulgi angeheizt, der sich in der Nachfolge von Ur Nammu auf den Königsthron setzen wollte, was ihm auch gelang. Terah mit Familie und Abraham mit Sarah mußten aus Ur fliehen bis hinter die sumerische Grenze nach Harran. Erst nach dem Tod von König Schulgi wurde Abraham von seinem Gott zurückbeordert und mit einer Mission ins "gelobte Land" geschickt. Welcher von den sumerischen Göttern das war, ist umstritten. Es ist jedenfalls derselbe, an den Juden und Christen noch heute glauben. Dem Moses hatte er sich ja als Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs vorgestellt.


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