Einführung der Monarchie?

Geschrieben von Gastronom am 17.12.2007 17:51:00:

Hallo,
was mir seit kurzem durch den Kopf geistert angesichts der schrittweisen, aber unvermeidlichen Eskalation der Finanzkrise: könnte es sein, dass von Seiten der wirklichen Machthaber im Hintergrund (wer auch immer das sein mag) geplant ist, zur Rettung der eigenen Haut und auch eines großen Teiles der Macht gezielt in vielen Ländern die Monarchie einzuführen?
Es gibt ja eine Reihe von Vorhersagen, die am Ende der kommenden Zusammenbrüche wiederum in vielen Ländern Monarchien an der Macht sehen. Man muss davon ausgehen, dass diese Schauungen auch den Leuten im Hintergrund bekannt sind, und dass diese dort im Gegensatz zu dem öffentlichen völligen Verschweigen sehr ernst genommen werden.
Die gezielte Einführung der Monarchie böte den hohen Herren den Charme, dass man sich einerseits die Monarchen noch aussuchen könnte, was nach einem jahre- oder jahrzehntelangem Bürgerkriegsszenario sicher nicht mehr der Fall wäre, sich zum Zweiten dadurch den persönlichen Einfluss sichern würde, drittens die vorhandene Politikerkaste als Sündenböcke vom Volkszorn abservieren lassen könnte und zum vierten alle eigenen Verwicklungen in die Vorgeschichte der Krise verwischen könnte. Vier Vorteile auf einen Streich.
Dieses Szenario hat nur einen Haken: es geht nur in Ländern mit monarchistischer Tradition, d. h. im "alten" Europa; Amerika scheidet aus, und auch Indien. China würde problemloser gehen, aber die brauchen wohl keinen dazu der ihnen das erklären würde.
Gehen wir einige Länder durch:
- Österreich, Ungarn, Balkan: Die Renaissance der Donaumonarchie wäre für viele Probleme auch objektiv eine gute Lösung. Akzeptanz in der Bevölkerung auch in den slawischen Staaten überdurchschnittlich. Auch genießt das Haus Habsburg sehr hohes Ansehen, da es sich nie mit den Nationalsozialisten einließ und auch den heutigen Ordnungsträgern gegenüber stets loyal war. Sicher der einfachste Fall.
- Polen, Rumänien, Griechenland: Auch hier ist die Bevölkerung nach den Korruptionsnummern und Kommunismus für die Monarchie sehr aufnahmebereit. Es fehlen nur die geeigneten Monarchen.
- Russland: Auch traditionell monarchistisch gesinnt; selbst zu Zeiten des Sozialismus wurde recht autokratisch geherrscht, es herrscht von oben bis unten, von links bis rechts absolute Einigkeit, dass eine Autokratische Herrschaft die richtige ist. Allerdings auch hier das spezielle Problem, dass die Romanovs wohl eher verbraucht sind und als Westler gesehen werden, und Putin + Co. das Feld wohl freiwillig nicht räumen werden.
- Deutschland: Differenzierung Bayern, seit jeher monarchistisch gesinnt, auch das Haus Wittelsbach ist wie Habsburg weitgehend akzeptiert und von Negativassoziationen frei. Rest ist schwieriger: für ein Großpreussen findet sich sicher weder im Land noch ausserhalb Sympathie, und die Kleinkönigtümer wie Sachsen etc. sind im Bewusstsein der Leute verschwunden. Die Monarchie in Deutschland würde die Renaissance des Hl. Röm. Reiches bedeuten, d. h. als lockerer Staatenbund incl. Schweiz, Luxemburg, den Niederlanden und auch Österreichs, vielleicht sogar unter dessen Führung. Aufgrund der inneren Verwerfungen in diesen Ländern ist diese Variante sehr unwahrscheinlich.
- Italien: Monarchie als letzte Rettung des Staates.
- Frankreich: großes Fragezeichen?
- Skandinavische Länder: haben bereits Monarchie, geänderte Rollenverteilung.
- USA: keine monarchistische Tradition. Zerfall wahrscheinlich.
- Südamerika: klassische Despotien. Monarchie als deren Krönung.
Aufgrund der vielfältigen Verwicklungen untereinander erscheint das Szenario einer gezielten Einführung der Monarchie von oben derzeit sehr unwahrscheinlich. Dieses Szenario würde eine absolut parallele Destabilisierung aller Großmächte erfordern sowie den Zerfall der EU, und dies ist derzeit nicht absehbar: Russland und China zeigen momentan wenig Zerfallserscheinungen, und solange diese Länder stabil bleiben, werden sich die Machthaber im Westen darauf konzentrieren, das Spiel so lange es geht nach dem bisherigen Strickmuster am laufen zu halten. Die Monarchie als Staatsform nach einem völligen Zusammenbruch der heutigen Ordnung ist davon unberührt.
Gastronom



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