Re: Frage: Es gibt doch Nicht-EU-Länder die den Euro eingeführt haben - wie geht das

Geschrieben von sammelleidenschaft am 20.08.2006 15:19:00:

>Soweit ich weiß ist Montenegro so ein Beispiel. Die haben die D-Mark dann durch den Euro ersetzt.
>Aber wie funktioniert das in der Praxis. Dieses Land kann keine Euros drucken, ausgeben und hat keinen Einfluß auf Geldmenge, Zinssätze usw.
Das siehst Du genau richtig. Das Land hat Null Einfluss.
>Die Exportwirtschaft ist schwach. Also schicken die Gastarbeiter die Euros zu ihren Familien nach Hause in Montenegro. Was passiert aber wenn das umlaufende Geld immer weniger wird...... Nehmen wir an die Montenegriner kaufen fleißig im Ausland ein und irgendwann sind die Euros alles wieder weg.
Depression und Elend ist die Folge. Vielleicht kann man die Rohstoffe, die Infrastruktur und einfach alles gegen Euros an die Monopole verkaufen, dann geht es ja noch mal ein wenig weiter.
>Wie kann der Staat, Banken oder sonst wer dafür sorgen, dass genug Scheine unterwegs im Land sind?
Der Staat, indem er sich verschuldet oder Staatsaktiva verschleudert. Die Banken, indem sie Kredite herausreichen. Dann sind wieder Scheine im Land.
Hängt aber von den großen Gläubigern ab. Man muss denen also viel Zins bieten und "gute" Preise.
Vielleicht kann man aber als "Entwicklungshilfe" getarnt, solvente Länder dazu bringen, sich statt ihrer zu verschulden. Dann springt halt der Steuerzahler der BRD ein.
>Das wäre doch eines der wenigen Länder wo die Politik, die Zentralbank sogut wie keinen Einfluß hat. Oder übersehe ich da etwas?
Da es keine Zentralbank Montenegros gibt, kann eine nicht existierende Zentralbank keinen Einfluß ausüben. Richtig. Es wird ja das Zentralbank-Geld der EU benutzt. Montenegro muß sich also deren Entscheidungen/Politik fügen.
Denksportaufgabe: Läuft es bei uns (BRD) tatsächlich anders?



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