Bin mir nicht sicher

Geschrieben von sammelleidenschaft am 13.06.2009 15:58:56:

Nun, ich merke, daß mein Pendel deswegen pro natione schwingt, weil die Propaganda pro Auswanderung des Deutschen pro Einwanderung des Fremden, die Multi-Kulti Festivals, die Forderung nach totaler Aufhebung kultureller Identität im Sinne weltweiter Migranten Interessen dient, die nicht die unsrigen sein können.

Mit einem Revival des häufig für Kapitalinteressen mißbrauchten Nationalitäten-Begriffs trete ich sicherlich in ein gewünschtes dialektisches Spannungsfeld, das uns nicht weiterbringt.

Jedoch, nach meinem Dafürhalten lebt Kultur von Abgrenzung, sonst kann sie keine Identität entwickeln. Um etwas als französisch empfinden zu können, muß es anders als deutsch sein. Es muß sich vom Deutschen abgrenzen. Sonst ist es nicht französisch. Ein französischer Interessenverband zum Erhalt des französischen Baguettes darf es also nicht geben, weil dann die hohe Brotkultur der Mc-Donald-Buns womöglich als schlechter diskriminiert würde?

Ein über viele Nationen verteiltes Volk wie die Juden muß sich sprachlich, in Gewohnheiten und Bräuchen, örtlich abgrenzen, will es seine Kultur bewahren. Durch Abgrenzung erhielt es seine Kultur. War das falsch?

Das muß doch keineswegs dazu führen, daß sich dieses Volk für etwas Besseres hält und intolerant gegenüber anderen Völkern würde. :-)

Kann man eine bestimmte Kultur sich einfach aneignen, indem man einen Kursus besucht? Oder muß man nicht in eine Kultur hineinwachsen?
Also, am besten in sie hineingeboren sein, was dann die Nation in einem kulturellen Begriff definiert (nicht in einem politischen).

Die politische Organisation des kulturellen Hineingeborenseins ergibt sich dann (föderal oder eher zentralistisch) von selbst.

Kann sich denn nicht eine Blume der Flora zugehörig fühlen und stolz darauf sein Blume zu sein und obendrein blau? Ist damit ausgesagt, daß rote Blumen schlechter sind? Müssen blaue Blumen verneinen, blau zu sein und sich als Blume, nein als Flora, nein als allgemeine Zellklumpen wie alles andere definieren?

Selbstverständlich identifizierst Du Dich mit dem Deutschen, weil Du dessen Sprache verwendest. Folgerichtig sind interessierte Kreise darauf aus, in multinationalen Unternehmen eine "Unternehmenssprache" einzuführen, die nicht zufällig Englisch ist und die von den Müttern zwangsweisen getrennten Kinder im Vorschulalter Englisch beizubringen, um sie nicht nur ihren Müttern, sondern ihrer (jeweiligen) Muttersprache zu entfremden.

Wenn Du die verschiedenen Kulturen als Symphonie der Schöpfung begreifst, die alle dazu beitragen, die Schöpfung komplett zu narratieren, also den Gottesgedanken zu offenbaren, dann ist jedes Verschwinden einer jeden Kultur ein unendlicher Verlust.

Dann ist der Satz von Kerner (Autobahn geht gar nicht), das ihn das Aussterben des Deutschen nicht störe, weil es ja genügend Chinesen gäbe, ein zutiefst teuflisch geprägter Satz.

Dann ist der finanziell angefeuerter Ehrgeiz, die Regenwälder mit ihrer Artenvielfalt zu beseitigen zu Gunsten einer Ethanol-Pflanze, dann sind die blutigen Kämpfe der franz. Revolutionäre zur sprachlichen und kulturellen "Einheit" Frankreichs, die die Sprache des Langúedoc u.a. vernichtete, Äußerungen einer ganz bestimmten gottabgewandten Geisteshaltung.

Von der Agenda der EU und der UNO (=eins) ganz zu schweigen.

Mit welchem Recht ist denn dann sich als "Mensch" empfinden besser, wenn es so nach Deiner Logik den Primaten Rechte abspricht? :-) Zumal wir Wissenschaftsgläubigen doch wissen, daß wir alle Affen sein sollen, nur halt nackt und wir sogar 99,5% der Gene mit der Ratte teilen würden.





Wieso in aller Welt ist es ausgerechnet und nur beim Deutschen falsch, sich mit seiner Kultur zu identifizieren und sich zu beklagen "Spielball fremder Interessenverbände" zu sein?

Weil, um es mal systemisch auf die spitze zu treiben, nationale Interessenverbände per se schlecht sind und anderen Nationalitäten gegenüber Intoleranz aufweisen. Das ergibt sich aus der Definition eines nationalen Interessenverbandes.

Wieso nicht einfach mit menschlichen(!) Interessen ersetzen? Nein, da muss diese Nationaldenke rein.

Dein Einwand, ob es besser wäre, "Spielball deutscher Interessenverbände" zu sein, ist recht dialektisch :-)

Ja. Wenn man es im dialektischen Sinn begreift, ist er das. Ich meine dies aber im oben erklärten Sinne.

Das Nationenprinzip durch eine Eine-Welt-"Nation" (der identitätslosen ewigen Migranten) ersetzen zu wollen, nennt man auch Gleichschaltung.

Wieso gibt es nur die Vorstellung einer "Eine-Welt-Nation" und nicht einer gänzlich nationalitätsfreien? Und wieso ist eine nationalitätsfreie Welt identitätslos?

Ich identifiziere mich auch heute nicht mit Deutschland, nur weil sich da durch geschichtliche Entwicklungen eine Grenzziehung um eine bestimmte Region ergeben hat. Und erst recht nicht mit einem sogenannten Deutschen Volk, nur weil es bestimmte Bräuche teilt oder eine Sprache spricht. Wieso sollte ich das tun?

Bin ich denn eher deutsch als Mensch? Das allein ist mir schon unheimlich.

Ich identifiziere mich nunmal durch meine Familie und meine Beschäftigungen - und wohl noch durch meine unmittelbare Umgebung, aber nicht über irgendein zweckentfremdetes Staatsgebilde, geschweige denn dem Volk, das in ihm wohnt.



Signatur:
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