Thema: Die Banken haben ihre Pleite selbst herbeigeführt

Geschrieben von Axel am 10.11.2009 01:07:55:

Um das zu verstehen, zunächst eine Betrachtung der Vergangenheit im Übergang von Hartgeld zu Banknoten. Der Mechanismus kann dann 1:1 auf Bargeld und Giralgeld übertragen werden.

Zu Zeiten der reinen Hartgeldes haben die Banken tatsächlich bei Krediten Geld verliehen. Dieses Geld musste erst mal in der Kasse sein und das sollte auch noch zur Verfügung stehen. Das war durch Sparen möglich. Für die Zeit der Überlassung des Hartgeldes konnte ein Kredit vergeben werden, vielmehr musste ein Kredit vergeben werden. Da für das Sparen ein Zins gebucht wurde (Spargelder waren schon die ersten Buchgelder), musste die Einnahme dafür aus einem Kredit geschaffen werden.
In dieser Bankwirtschaft war zuerst das Sparen und dann der Kredit. Auch dieses System geht an zu hohen Sparguthaben zugrunde. Denn sobald erst mal 8 mal oder 12 mal soviel Sparguthaben wie Geld vorhanden ist, dann geht der größte Teil des Geldstroms nur noch in Tilgung und Zinsen hinein. Doch darum geht es jetzt gar nicht.

Es geht um den Übergang zur Banknote. Die Banknote war zunächst ein Ersatz für das Hartgeld und hat das Hartgeld erst mal 1:1 abgebildet. Mit zunehmender Verbreitung der Banknoten war es der Bank möglich, auf der Basis des Hartgeldes mehr Banknoten durch Kredite zu emittieren als Hartgeld vorhanden war. Das hatte zunächst eine gewinnsteigernde Wirkung, denn nun lag der Kredit vor dem Sparen. Hatte die Bank den Anspruch auf das Bargeld schon viermal per Kredit vergeben, dann ist einmal ein geringer Zins für das Sparguthaben und schon viermal höherer Kreditzins kassiert worden.
Doch nun gab es viel mehr Banknoten als es Hartgeld gab, hat die Bank in einem Anflug von Angst und/oder Wahnsinn Spargelder eingesammelt. Erst jetzt ist dem Kredit ein Sparguthaben gegenübergestellt. Die Bank beschneidet ihren Gewinn, der ohne das Sparguthaben höher ausfällt. Auch wird die Kredittilgung und Zinszahlung zunehmend unterbunden, denn die Banknoten stehen nach dem Sparen zur Tilgung nicht mehr zur Verfügung.

Die Bank ist zwar sicher, das auch nichts in Hartgeld gefordert werden kann, doch ihre Sachlage wird zunehmend schlechter. Kreditabschreibungen und gleichzeitig ein Zinseszinseffekt bei den Sparguthaben bringen das System zum Fall.

Die Banknoten haben die Kreditausweitung erst ermöglicht. Die Bank hat zunächst einen Vorteil, der sich zum Nachteil entwickelt.

Wie ist es heute?
Der Übergang von Bargeld zu Giral erfolgte mit der Telekommunikation und EDV. Vor dem Giral konnten die Banken konnten nur das als Kredit vergeben, was auch in der Kasse lag, so wie zu Zeiten des Hartgeldes. Die zunehmende Ausweitung der Konten haben der Bank die Möglichkeit eingeräumt, neben dem Bargeld ein Zahlungsmittel parallel zum Bargeld zu schaffen.
Die Banken, die früher die Banknoten eigenständig ausgeweitet haben, konnten nun das Giral eigenständig erschaffen.
Aus Sparen vor dem Kredit ist nun das gleiche passiert, wie bei den Banknoten früher. Es wurde ein vielfaches an Giral gegenüber den real existierenden Banknoten erzeugt. Wieder liegt der Kredit vor dem Sparen. Die Bank kassiert erst Kreditzinsen und schmälert ihre Gewinne durch nachlaufende Sparverträge. Wiederum passiert das gleiche wie zum Hartgeld/Banknoten Verlauf. Das Sparen blockiert die Mittel, die zur Kredittilgung und Zinszahlung notwendig sind.
Die Sparguthaben beginnen sich durch Zinseszins exponentiell zu vermehren und gleichzeitig müssen immer mehr Kredit abgeschrieben werden.

Das zwei-stufige-Geldsystem hat dieses System länger leben lassen, denn nun konnte das eigentliche harte Geld unabhängig erzeugt werden und ausgeweitet werden. Alles liegt heute in der Hand der Geschäftsbanken, die Zentralbank ist mit zunehmende Ausweitung des Giralgeld machtlos geworden.

Das Giral hat die Kreditausweitung erst ermöglicht. Die Bank hat zunächst einen Vorteil, der sich zum Nachteil entwickelt.

Können die Banken den Guthabenzins senken?
Bei Hartgeld hätte es den Abzug des Hartgeldes zur Folge gehabt. Heute hat es den Abzug von Zentralbankgeld zur Folge. Eine Zinssenkung auf Guthaben bringt das System in kürzester Zeit um. Die Banken befinden sich in einer Falle. Im Gegensatz zum Hartgeld kann heute das Zentralbankgeld jederzeit ausgeweitet werden. Von daher wird die restliche Lebenspanne des jetzige System noch ein ganze handvoll Jahre andauern.

Meine Schlussfolgerung
Sobald man Banken die Möglichkeit einräumt, neben dem offiziellen Geld ein Parallelgeld zu erschaffen, wird es auch geschehen. Das neue Geldderivat wird das offizielle Geld verdrängen und zum Geld werden. Die andere Folgerung betrifft das Sparen. Auch ohne ein Parallelgeld kommt das System beim Banksparen zum Zusammenbruch.
Das spricht für ein System ohne Banksparen und ohne Bankkreditfunktion. Damit nun Sparen möglich ist, müssen alternative Wege entwickelt werden und damit eine Hortung bzw. lange Zurückhaltung überwunden wird, ist eine ULG-Androhung zwingend notwendig.


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