Re: Apokalypse und andere Ereignisse und ihre Wirkung

Geschrieben von thoughtful am 07.10.2006 17:00:00:

Faultier:
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Sehr schöne Fundstelle. Zeigt sie uns doch die Beschränktheit menschlicher Prognosefähigkeit auf. Der Hauptfehler besteht darin, daß:

  • bestehende Entwicklungen einfach linear fortgeführt werden, obwohl doch überall meist quadratische, exponentiale oder sich überschlagende Entwicklungen zu beobachten sind.
  • Wechselwirkungen und Dialektik völlig ausgeblendet werden
  • und wie kann es anders sein: auch der Zufall wird ausgeblendet, um fröhlich die idealistische Gedankenbrut ausbreiten zu können. Nach dem Motto: man muß nun folgendes tun, weil ich es so erdacht habe.

Auch in unserem Forum ist solche Art pseudowissenschaftliche Herangehensweise ja desöfteren sichtbar.

Zitat Mainzer Tageszeitung:

Verfolgt man nun die weitere Entwicklung des deutschen Volkes, so ergibt eine einfache Rechnung, daß das innerhalb der deutschen Reichsgrenze wohnenden Volk im Jahre 2000 nur noch 26 Millionen Menschen zählen wird. Dabei ist noch vorausgesetzt, daß die jetzige Volkskraft erhalten bleibt. Nimmt man aber die Fortpflanzungskraft der deutschen Großstädte, in denen auf jede Ehe nur 1,18 Kinder im Durchschnitt kommen, als Maßstab an, so zählt das deutsche Volk im Jahre 2000 nur noch 8 Millionen Menschen. Wenn aber Berlin, wo 1931 nur 0,83 Geburten auf 1 Ehe kamen (also noch nicht einmal 1 Kind auf jede Ehefrau!) wählt, so beträgt Deutschlands Bevölkerung im Jahre 2000 sogar nur noch 2,25 Millionen Menschen!

Faultier:

Einige Ereignisse, die wir heute aus dem Geschichtsbuch kennen, konnte der Herr Dr. damals nicht einmal erahnen:

  • zweiter Weltkrieg
  • Niederlage Deutschlands
  • Teilung Deutschlands
  • Wiedervereinigung Deutschlands und Zusammenwachsen Europas
  • Zuwanderung
  • Umweltzerstörung
  • AIDS

Und warum deswegen nun über 80 Mio. statt nur 8 Mio. Leute hier herumlaufen, das können wir auch heute bestenfalls halbrichtig deuten.
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>Fazit:
>Es lohnt sich offenbar, in wichtigen Fragen anders positioniert zu sein, als es nach der offiziellen ( falschen ) Prognose erforderlich wäre. Dies auch insbesondere deswegen, weil wir in zukunft Dinge zu erleben haben, die unsere netten Vordenker in Politik, Medien und Wirtschaft für uns nicht erahnen und prognostizieren.

Das Faultier


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>>>In der Ökonomie gibt es zwei Gruppen von Prognostikern
- jene, die nichts wissen,
und jene, die nicht wissen, daß sie nichts wissen.<



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