nicht aussteigen, sondern mitmachen und Spaß dabei

Geschrieben von Faultier am 09.10.2006 11:24:00:

Nun wird es wieder Zeit, daß ich mich hier umfassender erkläre, insbesondere wegen Oldy, der einfach nur ein Schwarz - Grau - Weiß - Bild zeichnet.

Oldy:

Ich glaube, daß Faultier es schon erkannt hat, daß Freigeld auch für ihn eine Möglichkeit ist, gemeinsam mit anderen eine halbwegs normale Arbeitsteilung und Zivilisation aufrecht zu erhalten, sonst hätte er sich nicht die Mühe gemacht meine Schriften zu redigieren.
Da er aber anscheinend nicht glaubt, daß sich Freigeld schnell genug durchsetzen kann, bleibt er zur Sicherheit auch bei seinen alten Plänen.
Nun, ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben...

Faultier:

In erster Linie sehe ich mich natürlich als Opportunist. Sollte die staatliche Verwaltung in EU, D und Sachsen zu depperte(1) sein, die Wirtschaft am Leben zu erhalten, dann möge sich eben anarchistisches(2) Freigeld allerorten ausbreiten. Das ist für mich nichts weiter als eine Bewegung, an der es kurzfristig zu profitieren gilt ( so wie am Aktienboom in den 90-er Jahren ). Mittelfristig sehe ich aber keine Chance für das Freigeld. Diejenigen, die den Globalisierungsprozeß vorantreiben, werden es vernichten. Die Initiatoren des Freigeldes werden dabei einiges verlieren. Möglicherweise werden auch all jene, die Freigeld entgegengenommen und weitergegeben haben, mit einer sozialverträglichen Geldbuße(3) rechnen müssen. Genau aus diesem Grunde halte ich mich sehr im Hintergrund.
Und nun will ich den Kruemel-Barbaren einmal bearbeiten.

Kruemel der Barbar:

So Faultier. Da wirst du scheitern.

Faultier:

Scheitern werden wir vermutlich alle einmal. Alternativ wird der natürliche Tod unser Dasein beenden und damit auch jegliches Herumphilosophieren über Strategie, Sinn und Unsinn sowie rechtliche oder moralische Meßlatten für unser Verhalten.
Die entscheidende Frage ist aber: wann scheitern oder enden wir?
Je dauerhafter und je lebenswerter unser Konzept ist, um so besser.

Kruemel der Barbar:

Wer glaub, er könne für sich selber (also in seiner eigenen Privatwirtschaft) das Problem lösen, was ALLE angeht.... dem kann ich nur die Erkenntnis wünschen, daß das nicht funktioniert. Hoffentlich kommt die erkenntnis nicht zu spät.
Alle hängen in diesem System drin, und es gelingt nicht sich dem zu entziehen.

Faultier:

Ich hab doch nie anderes behauptet. Die Faultiere im regenwald sind Teil ihres Öko-Systems und ich begreife mich doch auch nur als Profiteur einer sich wandelnden gesellschaftlichen Umgebung,
vgl.: Was ein Faultier ausmacht: Unbekümmertheit und Selbstverherrlichung eines Opportunisten

Basti 24:

Ich glaub wer einigermaßen Faultiers Texte gelesen hat, der kann darüber nur schmunzeln.

Faultier:

Danke Dir, Basti.

Kruemel der Barbar:

...Alle hängen in diesem System drin, und es gelingt nicht sich dem zu entziehen. Wenn das möglich wäre, würden die entsprechenden Tips in der Freiwirtschaftszene schon die große Runde machen, und die Krise wäre beseitigt, wenn sich nur jeder an diese Tips hält. Wunschtraumdenken.
Wer Verlierer des Systems ist, kann nicht so wie einer der obersten Gewinner unbeschadet aus der Sache hervorgehen. Denn die Gewinner gehen ja nur auf Kosten der Allgemeinheit als Gewinne rhervor. dem kannst du dich nicht entziehen. Wenn die Wirtschaft deflationiert, immer mehr Arbeitsplätze kaputt gehen, der Euro immer knapper wird, die Versorgung zusammenbricht usw. usf. ... wie willst du dich dem entziehen? Das kannst du nur, wenn du zu denjenigen gehörst, zu denen sich die Euros zurückziehen (und da haste dich ja auch nich dem System entzogen, sondern stehst nur glücklicherweise auf der sehr schmalen Gewinnerseite). Und das kam bisher nicht so rüber, als wär das der Fall.
Müßtest schon in den Wald ziehen und Urwirtschaft machen, um dich dem zu entziehen. völlig unabhängig vom Geld leben, und selbst dann hast du dich dem noch nicht völlig entzogen,...

Faultier:

Die Gesellschaft und im weiteren Sinne unsere natürliche Umwelt sind in ständiger Entwicklung begriffen. Wir alle sind in dieses System integriert. Wir können dieses System nicht verlassen. Wir können aber unser Leben in diesem System sehr erträglich gestalten. Dazu haben wir zwei Möglichkeiten, die wir sinnvoll kombinieren müssen:

1.) Die gesellschaftliche Umwelt analysieren, sich ihr möglichst perfekt anpassen und von den Veränderungen und Ungleichgewichten profitieren. Dazu gehört auch, Gefahren zu meiden. Diesen Erkennungs- und Anpassungsprozeß, den jedes Lebewesen in primitiver Weise erlebt, können wir sehr tiefgründig betreiben, wahrscheinlich ohne dabei an Grenzen zu stoßen.

2.) Das nähere persönliche Umfeld nach eigenem Interesse umgestalten. Dazu gehören persönliche Beziehungen, die materielle Umgebumg und die Kapitalströme(4). Sobald wir beginnen, unser Umfeld zu gestalten, werden wir an Grenzen stoßen, die vorrangig durch die Interessen und das Handeln anderer Menschen bestimmt sind. Weiterhin werden solche Grenzen durch technologische und natürliche Bedingungen gesetzt.
Eine besondere Rolle dabei spielen die sogenannten Nieschen. Sie zu nutzen bedeutet aber nicht, sich zurückzuziehen.

Kruemel der Barbar:

...denn wenn aufgrund dieses Systems ein Krieg ausbricht und das Land großflächig bebombt werden würde, dann tät dir auch deine urwirtschaft nich zwangläufig noch irgendwas nützen... Zusätzlich zu den Plünderern, die versuchen dir dein Hab und Gut wegzunehmen, um selber zu überleben.

Faultier:

Hier kann ich nur zustimmen. Aber um nicht Opfer der Gewalt unserer Mitmenschen zu werden, muß man ständig aktiv sein, d.h. beobachten und analysieren, Beziehungen aufbauen und pflegen, Macht und Kapital in den eigenen Händen konzentrieren und die Fähigkeit besitzen, der Gewalt auszuweichen(5) und sie im Notfalle mit vernichtender Gewalt(6) zu beantworten.

Zu guter Letzt bin ich auch noch der Meinung, daß wir dies nie alles perfekt beherrschen können. Aber unsere vermeintlichen Gegner beherrschen es auch nicht. Alle sind nur ständig am Lernen.

Das Faultier


Anmerkungen:

( 1 ) depperte:
egal, ob die nun zu dumm sind oder ob sie als bezahlte Zerstörer im Auftrage des Superverschwörers handeln, die Ergebnisse sind niederschmetternd: schwindende staatliche Leistungen bei steigenden Steuern, sterbende Wirtschaft bei Subventionsklüngelei und Staatsschulden, weniger Arbeit, weniger Produktion aber ständig wachsendes Transportvolumen, von Unkraut überwucherte Gewerbegebiete, bildungspolitische Kleinstaaterei, Einschränkung der persönlichen Freiheit der Menschen, völlige unüberschaubarkeit gesetzlicher Bestimmungen, insbesondere der steuerlichen Gesetze und sonstigen Regelungen dazu.
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( 2 ) anarchistisch:
im Sinne von dezentralisiert, ungesteuert, von vielen Einzelinteressen und zersplitterten Kräften initiiert .
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( 3 ) sozialveträgliche Geldbuße:
auf jeden kriminalisierten Bürger zugeschnitten, geeignet, um jeden arm zu machen aber nicht so arm, daß er deswegen aufgeben müßte. Auf diese Weise könnte beispielsweise ein bisher erfolgreicher Kleinladenbesitzer sein gesamtes Betriebskapital und Privatvermögen verlieren. Sein Auto wird man ihm aber lassen, damit er zukünftig täglich zu einem Halbtagsjob im Supermarkt fahren kann. Aus diesem Grunde sollte jeder Kleingewerbetreibende sein Engagment im Freigeldbereich sehr genau prüfen. Es gibt in Bezug auf die hierzulande zu nutzende Währung Gesetze, die noch nicht außer Kraft gesetzt sind, egal wie man da die Lücken und Gestaltungsmöglichkeiten interpretiert.
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( 4 ) Kapitalströme:
Nur um diesen Begriff einmal in seinem Umfang und seiner Bedeutung zu erfasen, ist es ganz nützlich, die die eigenen Konten durchlaufenden Zahlungen einmal grafisch darzustellen. Die dafür aufzuwendende Zeit ist angesichts einiger dabei zu machender Erkenntnisse sehr gut investiert.
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( 5 ) ausweichen:
In dem Sinne möge es auch einmal interessant sein, das persönliche Gefährdungspotenzial in städtischer oder ländlicher Umgebung zu vergleichen. Daraus folgernd möge es in städtischer Umgebung gut sein, bestimmte Gebiete zu meiden, schußsichere Westen zu tragen ( vielleicht ein ganz neuer Modetrend? ), gewisse Verhaltensmuster zu entwickeln oder bewaffnet zu sein. In ländlicher Umgebung sind gute nachbarschaftliche Beziehungen und einfache Sicherheitskonzepte wesentlich erfolgreicher.
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( 6 ) vernichtende Gewalt:
Die erkennbare Bereitschaft und Fähigkeit dazu verhindert die meisten Aggressionen zuverlässig. Lediglich für den seltenen Fall, daß sich bewaffnete Verbrecher aus Irrtum an einem Wehrhaften Bürger vergreifen, kommt es eben zur Notwehrhandlung. Da es in solch einer Situation nicht möglich ist, den Einsatz der Mittel genau abzuwägen, ist auch der Tod der zugreifenden Kriminellen billig. Das ist ja rechtlich recht einleuchtend definiert.
Einen gewissen Unterschied gilt es zu beachten, zwischen der Verwendung von Geräten und sonstigen Gebrauchsgegenständen zur Selbstverteidigung oder der Vorrathaltung von gefährlichen Stoffen z.B. zum Abbrennen eindringender gepanzerter Fahrzeuge (Napalm, Thermit o.ä.)
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