wissen, wie man kapitalistisch leben kann

Geschrieben von Faultier am 10.10.2006 20:30:00:

>>>Wachstums- Innovations- und Verschuldungszwang bedingen sich gegenseitig und
>>haben ihre tiefste Ursache in den kapitalistischen Produktionsverhältnissen,
>>d.h. im Privateigentum an Finanz- u. Produktivkapital sowie den damit im
>>Zusammenhang stehenden Machtverhältnissen und den Verteilungsprinzipien der
>>Einkommen.

Kruemel der Barbar:

Das ist Murx....äh sorry, MARX.
Die Lehre der Ursache der kapitalistischen Auswirkungen lägen im Privateigentum der produktionsmittel, ist frei nach Marx. Den diskutiern wir hier nicht.

Faultier:

OK, lassen wir dieses schwierige Thema für heute.

Krümel der Barbar:

Das kapitalistische System hält jede Information, die den WAHREN Charakter und die WAHREN Ursachen unserer probleme offenbaren mit aller Macht zurück. Schweigt sie tot.
Wenn Marx mit seiner Lehre recht hätte, und dem Kapitalismus etwas anhaben könnte, würde man ihn nicht studieren können. Da würde niemals so viel über ihn gesprochen werden. Er würde totgeschwiegen werden, so wie die Zinskritik der Freiwirtschaft vom System so geheim wie möglich gehalten und unterdrückt wird.
Wenn wahlen was bewegen könnten, wären sie verboten. Und wenn Marx etwas verändern könnte, würden Parteien, die ihr Programm auf die Lehre von Marx stützen nicht in Regierungen vertreten sein.

Schon die Tatsache, daß der Kapitalismus die Marxsche Lehre duldet, ist der Beweis, daß diese Lehre den Kern nicht trifft, und dem Kapitalismus nichts anhaben kann.
Er wird hochgehalten, um die Leute vom wesentlichen abzulenken. Wenn ihr fleißig dran glaubt daß es an den bösen Unternehmern liegt, fehlt euch eben der Blick für die wahre Ursache.

Faultier:

Etwas komplizierter ist es schon:
Einig sind wir uns darüber, daß die Finanzoligarchie sowie andere Profiteure unseres Wirtschaftssystems kein Interesse daran haben, daß das gemeine Volk die Funktionsweise des modernen Kapitalismus kennen lernt. Einig sind wir uns auch darüber, daß die Werke von Marx nicht verboten oder totgeschwiegen werden.

Dies ist aber kein Beweis dafür, daß die Marxsche Lehre den Kern nicht trifft. Wenn man heutzutage eine Lehre vom Volke fernhalten will, so darf man sie keinesfalls totschweigen oder verbieten, sondern man läßt sie - wie im Falle des Marxismus - in ihrer ursprünglichen Form und erreicht damit, daß die meisten Menschen nicht in der Lage sind, sie überhaupt bis über die Grundlagen hinaus zu lesen. Man gibt den Menschen über alle Medien geistige Leichtkost und sie werden niemals auch nur einen Band von Marx und Engels anrühren.
Es handelt sich hier also um eine schöpferische Anpassung der ursprünglich aus der Pädagogik stammenden Ziel-Inhalt-Methode-Relation. Sie ist hier um die Form erweitert, um das Gegenteil von Wissenserwerb zu erreichen.

In der DDR gab es einige Bücher, die die Kapitalismustheorie von Marx, Engels und Lenin kurz und begreiflich darstellten - und zwar angewendet auf den modernen Kapitalismus. Genau diese Bücher finden wir heute bestimmt nicht mehr. Was die Parteien betrifft: die DKP dürfte die einzige sein, die ein marxistisch-leninistisches Programm hat. Sie ist nach meiner Kenntnis verboten und somit ganz weit davon entfernt, in einer Regierung vertreten zu sein.

Der Marxismus beschreibt den jungen Kapitalismus, um die Möglichkeit zu entwickeln, ihn in einer sozialistischen Revolution zu vernichten. Lenin beschreibt den Imperialismus, den Faschismus kennen wir aus dem Geschichtsunterricht.
Wenn wir heute unser Leben erfolgreich meistern wollen, so brauchen wir diese Kenntnis bzw. die alten Theorien, um uns über die heutige Situation einigermaßen ein Bild machen zu können.
Der staatsmonopolistische Kapitalismus ist eine nahezu perfekte Weiterentwicklung des ursprünglichen Kapitalismus. Dieser staatsmonopolistische Kapitalismus wächst aber gerade in einen Globalkapitalismus hinüber. Wer das begreifen will, der muß zuerst einmal wissen, was die ursprünglichen Eigentums- und Machtverhältnisse waren. Dann kommt die Frage nach den Triebkräften ihrer Weiterentwicklung bis zum heutigen Stand und erst dann könnte eine Vermutung angestellt werden, was in naher Zukunft passiert.

Meine persönliche Vermutung: wir werden in unserem Leben schon den ersten Globalkonzern sehen. Wir werden erleben, wie er weltweit die Bedingungen der Nutzung seiner Produkte und Dienstleistungen diktiert. Es wird da einigen Kampf geben, aber der Globalkonzern wird daraus langfristig gestärkt hervorgehen. Ich wette: für einige hier wird dieses Diktat recht schmerzhaft werden, denn solch Globalkonzern wird als neues Machtinstrument der Finanzoligarchie wesentlich effizienter funktionieren, als die heutigen Staaten und Unternehmen zusammen.

Kruemel der Barbar:

Der Zins, und der damit verbundene Wachstumszwang und Verschuldungszwang, liegt ursächlich in der Zirkulationssphäre (Zirkulation von Geld und dmait verbundener Absatz der Waren) und nicht in der Produktionssphäre.
Wenn man nach Marx den Unternehmensgewinn als Ursache des Zinses behauptet, und ihn beseitigen will, muß man zwangsläufig auf Marktwirtschaft verzichten. Was bleibt dann noch?
Entweder Planwirtschaft oder ein System ohne Geld.
Muß man da weiterreden?

Faultier:

Nein! Es geht nicht darum, irgendetwas zu beseitigen, zu ersetzen oder auf etwas zu verzichten, sondern darum, das System zu begreifen und darin gut zu leben.

Das Faultier



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