Re: vom Nutzen der Angstmache: nochmals nachdenken

Geschrieben von Faultier am 13.10.2006 20:22:00:

... Ein wenig Angstmache ist doch ganz gut, hilft sie doch, Entscheidungen noch ein weiteres Mal zu überdenken.
Insbesondere die Dinge, die scheinbar als geradezu passende Problemlösung angeboten werden, sind so lange zu hinterfragen, bis der sogenannte Haken gefunden ist.

Vielleicht hilft ein Vergleich:
man fährt auf einer holprigen, von den Schwerlast-LKW's regelrecht kaputtgefahrenen Straße, viele Ampeln, Baustellen, Umleitungen usw. man kommt mühevoll an's Ziel und erreicht vielleicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h. Man kommt aber am ziel an.
Fährt man eine scheinbar neue Autobahn entlang, völlig eben, so lädt das ein, mit Vmax zu fahren. Hinter einer Nebelbank kommt dann die Sperrplanke, danach noch ein Sandhaufen und dann das Tal, über daß einmal eine Brücke gebaut werden soll. In dem Moment, in dem der Fahrer die Sperrplanke sieht, ist es schon zu spät.
Fahrt langsam - immer!

Oldy:

In Grand Forks bin ich mit meinen Gogos zu langsam gefahren und das hat leider fast der Hälfte der hiesigen Gewerbetreibendem ihre Geschäfte gekostet, Sie wurden von den globalen Monopolen ruiniert.

Faultier:

Eigentlich war das wirklich nur auf den Straßenverkehr bezogen. :))
Aber es gibt dochin Grand Forks noch Waldbauern, Gemüsebauern und Viehzüchter? Vielleicht gibt es auch noch einen Fleischer und eine Backstube und evtl. noch einen Landwarenladen? Sollten diese dinge alle wirtschaftlich ruiniert sein, so bin ich überzeugt, daß man sie jederzeit wieder beleben kann. Es ist nämlich ein potenzieller Bedarf da, z.B. Fleisch von einem Schwein oder einem Rind zu kaufen, daß ein glückliches Leben geführt hatte. Ebenso dürfte Bedarf nach Brennholz da sein, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Preise für Öl, Gas uns Elektrizität. Ich denke, daß in einer wirtschaftlich ruinierten Gegend die Menschen, die wichtige Bedarfsgüter produzieren können und diejenigen, die diese brauchen, zueinander finden können, völlig unabhängig, in welcher Wärung man verrechnet. Man könnte z.B. den Can$ verwenden, aber die Preise untereinander sensationell niedrig ansetzen oder gleich Ware gegen Ware tauschen.

Oldy:

Hätte ich die Gogos schneller eingeführt, wäre das nicht passiert. Der Volmetaler und Rheingold sind gerrade noch rechtzeitig gestartet worden und werden das Massensterben des Mittelstandes hoffentlich noch beenden können.

Faultier:

Wetten, daß die derzeitige Regierung in D es schafft, auch die erfolgreichste Freigeldregion zu ruinieren? Beispielsweise könnten sie ja die Gammelfleischpanik nutzen, um Gesetze auf den Weg zu bringen, die jeden kleinen Fleischer ruinieren. Bauern mit weniger als 500 Viechern im Stall gleich mit und die Bäcker noch dazu. Dann braucht es nur noch das neue Schulbuchgesetz, um auch die Familien mit mehr als einem schulpflichtigem Kind an den Rand der Privatinsolvenz zu bringen. Den Rest der Bevölkerung bekommen sie mit den Steuern, Sozialabgaben und der neuen Gesundheitsreform klein. Wer danach noch zu viel verdient und es wagt, seinen Reichtum zur Schau zu stellen, den besucht die Steuerfahndung ...
Da hilft keine Regionalwährung. Im Gegenteil, sie schafft noch die Unsicherheit der Benutzung und Weitergabe eines nicht vom Staat autorisierten Geldes.

Oldy:

Selbst wenn sie anfangs auch nur 5% zusätzlichen Umsatz bringen, kann das das Überleben bedeuten und werden 10% der blockierten Waren vom Markt weggekauft, wird auch die beginnende Deflation des Euro ins Gegenteit umgedreht und eine Lawine gehorteter Euros stürzt dann auf den Markt und die latente Inflation wird zur tatsächlichn Hyperinflation des Euro - nicht aber von Rheingold.

Faultier:

Warten wir es ab. Ich bin gespannt, wie es dann kommen mag. In der Zwischenzeit radele ich durch die Gegend und kaufe noch ein paar kleine Hauspläne und Kratzbuschwiesen.

Sicher rieselt auch dort der Uranfeinstaub langsam nieder und die Zugvögel scheißen ihre Grippeviren drauf, was meine Lebenserwartung von 110 Jahren wieder auf 90 Jahre senken wird. Dies soll mir aber heute nicht die Laune vermiesen. Ich werde eben die Spaßdichte in meinem Leben erhöhen. Einige Arbeiten am Häusle und drumherum werde ich an gewillte Handwerker delegieren, während ich flirten gehe.

Das Faultier



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