Deutsche haben Hollywood kräftig mitfinanziert

Geschrieben von Grek1 am 09.10.2006 13:30:00:

rkoenig:
>Hollywood ist eine Industrie. Und wie jede (kapitalistische) Industrie liefert sie genau das, was die Kunden wollen - Liebe, Herzschmerz, Patrioten und Helden.
Das ist richtig. Es besteht die Neigung so etwas zu sehen. Die Frage ist nur: handelt es sich hier um eine Neigung, die jedem Menschen in diesem Maße gottgegeben ist oder um eine Neigung, die durch Manipulation und Werbung solange gekitzelt werden muß, bis ein Selbstläufer daraus wird.
>Deshalb sind sie im Gegensatz zur deutschen Filmindustrie finanziell so erfolgreich.
Nein, denn es gibt genügend solcher Schmalzserien, die auch in der BRD abgedreht werden. Und manche deutsche Filmserien sind durchaus Knaller (wie z. B. der gute Derrick, Tatort usw.) im Ausland. Ich erinnere auch an die Raumpatrouille, die beinahe zeitgleich zu Star Trek begann. Nur SF mit diskusförmigen Flugscheiben aus deutscher Produktion sah man da wohl nicht so gerne als Konkurrenz. Aber auch echte Kinohits wie "Das Boot" kommen sehr gut an. Ein Hauptgrund für den Niedergang der deutschen Filmindustrie liegt jedoch darin begründet, daß es entsprechende Steuerbegünstigungen für Deutsche gab und wohl auch noch immer dafür gibt, wenn jemand Filme in Hollywood finanziert. Der Fachbegriff in Hollywood dafür lautet: "Stupid German Money".
>Es gibt aber auch viele kritische Hollywoodfilme z.B. Syriana mit George Clooney und Matt Damon. Die sind nur meist etwas anspruchsvoller und daher nicht so gut besucht. Des weiteren gibt es eine Unzahl Hollywood-Filme, die korrupte Politiker und Beamte zum Inhalt haben.
Jawohl, nicht zu vergessen auch die zahllosen Thriller über Geheimdienste. Es ist aber entscheidend, daß mit diesen Filmen auch immer der typische American Way of Life herüberschwappt. Man denke nur an die ganzen Serien, die im Nachmittagsprogramm bei uns laufen. Hier werden schon viele amerikanische Lebensauffassungen gezeigt, was durchaus im Sinne der Verbreiter ist.
Für mich ist sehr interessant, daß es kaum noch Alternativen zu Hollywood zu geben scheint. Bollywood ist für mich eine schlechte Alternative und Fernost spricht mich auch zu wenig an. Oder vielleicht gibt es auch dort noch mehr gute Filme, die wir hier nur einfach nicht oder viel zu selten zu sehen bekommen? Es gab schon einige gute Regisseure. Und für mich war es schon beinahe eine Wohltat, nach vielen Jahren wieder einmal einen französischen Kinofilm wie "Pakt der Wölfe" zu erleben.
>Ich denke, gezeigt und gedreht wird einfach alles, was sich verkaufen lässt.
Exakt! Man denke nur an die Pornoindustrie.
>Um aber Filme wie Syriana oder An inconvenient truth von Al Gore (nicht Hollywood) zu drehen, muss man schon in gewissem Sinne Idealist sein, da sich nur eine Minderheit dafür interessiert. Wenn die Nachfrage nach solchen Filmen größer wäre, gabe es sicher auch ein größeres Angebot aus Hollywood.
Ich denke, daß die Nachfrage nach solchen Filmen in Europa noch etwas größer ist als in den USA. Aber auch hier bestimmt die Werbung ganz entscheidend mit.
Gruß
Grek 1


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